Mit der neuen Ausbildungsordnung für die Berufe der Bauwirtschaft erfährt die Branche eine grundlegende Modernisierung. Auf struktureller Ebene sind vor allem die Einführung der gestreckten Gesellen- oder Abschlussprüfung als neue Prüfungsform und ein neues Modell zur Verknüpfung zwei- und dreijähriger Ausbildungen zu nennen. Inhaltlich wurden Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit stärker betont als in der bisherigen Verordnung von 1999. Die überbetrieblichen Lehrgänge haben weiterhin eine hohe Relevanz. Bei der Implementierung der neuen Verordnung unterstützt das BIBB die Ausbildungspraxis auf unterschiedlichen Ebenen analog und digital.
Der Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeit erfordert gut qualifizierte Fachkräfte, gerade auf mittlerer Qualifikationsebene. Bereits heute zeigen sich jedoch Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen und Berufen. Gleichzeitig nehmen Hinweise zu, dass ein erhebliches Potenzial an Fachkräften nicht genutzt wird. Entgegen dem Trend, den Fachkräftemangel zu beklagen, richtet diese BWP-Ausgabe den Blick auf Fachkräftepotenziale und geht der Frage nach, was heute zu tun ist, um Potenziale durch passgenaue Aus- und Weiterbildung, mehr qualifizierte Zuwanderung und zielführende Integrationsprozesse besser zu erschließen.
Der Übergang von der Ausbildung in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis markiert eine sensible Phase in der beruflichen Biografie junger Menschen. Für Ausbildungsbetriebe ist er ein entscheidender Hebel zur Fachkräftesicherung, insbesondere vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen und eines zunehmenden Fachkräftemangels. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dieser Übergang kein Selbstläufer ist, sondern aktiv begleitet und strukturell abgesichert werden muss. Der Beitrag beschreibt, wie beim Unternehmen Roche an den Standorten Mannheim und Penzberg das Übernahmemanagement gestaltet wird.
Im September 2024 wurde der Nationale Referenzrahmen für digitale Kompetenzen für Österreich veröffentlicht. Basierend auf dem EU-Kompetenzmodell DigComp bietet er eine strukturierte Grundlage, um digitale Kompetenzen zu definieren und in Aus- und Weiterbildungsangeboten mess- und vergleichbar zu machen. Der Beitrag beschreibt die Hintergründe und Konzeption des Referenzrahmens und geht darauf ein, wie dieser zur Steuerung und für die Entwicklung digitaler Kompetenzen genutzt werden soll.
Im Beitrag wird das europäische Arbeitsmarktinstrument ESCO im Kontext anderer europäischer berufsbezogener Instrumente beschrieben. Es wird gezeigt, wie ESCO genutzt wird, um Berufsbilder durch das Aggregieren von „Skills“ zu strukturieren und Qualifikationen durch die Zuordnung von Kompetenzen zu Lernergebnissen zu definieren. Allerdings sind auf diese Weise definierte Qualifikationen für einen beruflich strukturierten Arbeitsmarkt nicht geeignet, da sie oft die nationalen Traditionen beruflicher Handlungskompetenzen nicht widerspiegeln. Abschließend wird im Beitrag ein alternativer Ansatz zur Sicherung der beruflichen Mobilität mithilfe von Qualifikationen vorgeschlagen.
Neben Zeitmangel und fehlenden Fortbildungen ist beim Ausbildungspersonal auch mangelndes Bewusstsein für strukturelle Diskriminierung ein Hindernis, demokratische und gesellschaftliche Teilhabe in der Ausbildung zu vermitteln. Im Erasmus+-Projekt #GetInvolved wurde ein Selbstmonitoring-Tool entwickelt, mit dem Betrieben ein Werkzeug an die Hand gegeben wird, um die eigenen Teilhabestrukturen analysieren und verbessern zu können.
Demografische Entwicklungen, Digitalisierung und Ökologisierung werden die Arbeitswelt in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen. Mithilfe von geeigneten Taxonomien lassen sich Berufsfelder identifizieren, in denen sich diese Herausforderungen deutlich abzeichnen und möglicherweise gegenseitig verstärken. Diese werden im Beitrag vorgestellt.
Der Arbeitsmarkt im östlichen Mecklenburg-Vorpommern steht vor Herausforderungen, die durch demografische Entwicklungen und strukturelle Veränderungen verschärft werden. Diese Entwicklungen sind nicht neu. Bereits im Jahr 2013 hat die Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg die strategische Bedeutung der Nachqualifizierung für an- und ungelernte Beschäftigte erkannt, wodurch nicht nur die kurzfristige Vermittlung von Arbeitskräften verbessert, sondern auch neue Wege der Beschäftigtenqualifizierung gefunden werden konnten.
This article looks at the correlation between region and training. It highlights that not all characteristics of a region are equally important when it comes to explaining what influences the training preferences and opportunities of young people. On the other hand, it also points out that regional characteristics are not equally important for all young people and that the impact of such characteristics varies depending on sociodemographic circumstances or personal attributes. The aim of the article is to raise awareness amongst researchers and practitioners of this selective significance of regional characteristics for training preferences and opportunities with a view to using target group-specific (advisory) services to meet the challenges on the training market.
Nachwuchsgruppe Regionale (Infra-)Struktur und Segmentierungsprozesse in der Ausbildung (RISA)
Der Beitrag befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Regionen und Ausbildung. Es wird einerseits aufgezeigt, dass nicht alle Merkmale einer Region gleichermaßen wichtig sind, wenn es darum geht zu erklären, was Ausbildungswünsche und -chancen von jungen Menschen beeinflusst. Andererseits wird dargelegt, dass regionale Merkmale nicht für alle jungen Menschen gleichermaßen wichtig sind und ihre Wirkung mit soziodemografischen oder persönlichen Eigenschaften variieren. Der Beitrag zielt darauf ab, Forschung und Praxis für diese selektive Bedeutung von regionalen Merkmalen für Ausbildungswünsche und -chancen zu sensibilisieren, um mit zielgruppenspezifischen (Beratungs-)Angeboten den Herausforderungen am Ausbildungsmarkt gerecht zu werden.
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