„Das Berufsbildungssystem ist in der Krise!“ Die Anlässe für solche Äußerungen sind vielfältig und führ(t)en immer wieder dazu, bestehende Strukturen, insbesondere die Ordnungsarbeit der beruflichen Bildung, in Frage zu stellen – so auch in der im Herbst 2020 veröffentlichten Denkschrift von Dieter Euler und Eckart Severing. Vor diesem Hintergrund gibt der Beitrag Einblicke in die Ordnungsarbeit am BIBB und zeigt auf, wie es durch konsensuale Zusammenarbeit gelingt, Berufe im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel zu entwickeln. Dabei wird verdeutlicht, wie Ordnungsarbeit neue Entwicklungen frühzeitig erkennt, zeitnah in Ausbildungsberufe integriert und so gestaltet, dass sie langfristig und in der Fläche ausgebildet werden können.
“The vocational education and training system is in crisis!” The reasons for such statements are multifarious in nature, but they regularly cause and have caused existing structures and VET regulatory work in particular to be called into question. A memorandum produced by DIETER EULER and ECKART SEVERING in the autumn of 2020 was one such example. Against this background, the present article provides insights into the regulatory work conducted by BIBB and shows how consensual cooperation serves as a vehicle for the successful development of occupations in the field of tension between continuity and change. The article also clarifies how regulatory work recognises developments at an early stage, integrates them into training occupations in a timely manner, and structures these occupations in a way that enables training to take place over the long term and across a broad basis.
Die Validierung nicht formalen und informellen Lernens ist ein wichtiges politisches Steuerungsinstrument, das die Durchlässigkeit der Bildungssysteme und ihre Anpassung an den Wandel der Qualifikationsnachfrage fördert. Durch die Anerkennung von nicht formal oder informell erworbenen Kompetenzen wird insbesondere von sozialer Ausgrenzung bedrohten Gruppen ein Einstieg in das formale Bildungssystem bzw. ein Zugang zu qualifizierten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. Das Europäische Verzeichnis liefert einen Überblick über den Stand der Validierung in den europäischen Ländern. Im Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse vorgestellt.
Der Beitrag befaßt sich mit der Entwicklung der Berufsbildung Osteuropas ab Mitte der 80er Jahre. Er bietet einen Einblick in Probleme, Erscheinungen und Ähnlichkeiten der Berufsbildungspolitik und -praxis und macht charakteristische Merkmale der Entwicklungen sichtbar. Die Aussagen basieren auf Ergebnissen langjähriger vergleichender Untersuchungen und Analysen. Es werden nur ausgewählte Probleme und Erkenntnisse dargestellt, bei denen infolge der Konzentration auf das Wesen der Prozesse und Erscheinungen größtenteils auf Länderspezifika verzichtet wird.
Die Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen in Polen wirken sich auf das Selbstverständnis und die Funktion der Wissenschaften, insbesondere der Arbeits- und Berufspädagogik, aus. In der Diskussion um die Grundsätze der Erziehungswissenschaften und um die Entwicklung einer Theorie der Berufsbildung spielen in Polen auch die Erkenntnisse der christlichen Arbeitsphilosophie eine wichtige Rolle. Das daraus ableitbare Verständnis von Berufsbildung, die Bestimmung neuer pädagogischer Ziele und deren Folgen für die Bildungseinrichtungen und das Bildungspersonal stehen im Mittelpunkt der Ausführungen. Die mit Blick auf den europäischen Einigungsprozeß geführte Diskussion in Polen widerspiegelt die Vielfalt der unterschiedlichen Entwicklungen in der (beruflichen) Bildung in Europa.
Der Autor befaßt sich mit der Frage, ob das normierte betriebliche Bildungswesen seine Aufgabe, die Humanressourcen qualitativ an die Erfordernisse des Unternehmens anzupassen, angesichts des rasanten ökonomisch-technischen Wandels noch erfüllen kann. Zunächst werden das Ausbildungssystem und die wesentlichen staatlichen Regeln dargestellt. In einem zweiten Schritt werden dann die Auswirkungen dieser Normierung beschrieben und aus Sicht der jeweiligen Interessengruppen beurteilt - insbesondere im Hinblick auf die Anpassungsfähigkeit der Ausbildung an den technisch-ökonomischen Wandel. Im letzten Teil des Beitrages wird auf die neuen Ausbildungsordnungen für Metall- und Elektroberufe eingegangen und ein Ausblick auf die geplante Umsetzung der Neuordnung gegeben.
Die Qualifikationsanforderungen an den heutigen Facharbeiter machen die Förderung von gestalterischer und sozialer Kompentenz auch in der Weiterbildung erforderlich. Soziale Kompetenz wird vierdimensional als Bewältigung, Integration, Harmonie und Flexibilität verstanden. Jedes Kriterium beschreibt den dynamischen Ausgleich zwischen zwei dimensionalen Polen. Die Dimensionen werden umgangssprachlich erläutert. Am Berufsförderungszentrum Essen wird Projektunterricht in der Automatisierungstechnik und in der CNC-Technik in Orientierung an die vorgestellten Kriterien für soziale Kompentenz durchgeführt. Projektunterricht wird unter den vier Kriterien so betrachtet, daß bestimmte Lern- und Arbeitserfahrungen der Teilnehmer jeweils einer Dimension schwerpunktmäßig zugeordnet werdn können. Vor allem stellt sich allen Beteiligten die Aufgabe, Weiterbildung nicht allein unter dem Aspekt der Bewältigung anzugehen. Außerdem werden den Lehrgangsteilnehmern am Berufsförderungszentrum Essen Zukunftswerkstätten angeboten.
Die neue Ausbildungsordnung konfrontiert die Betriebe des Einzelhandels mit einem gewandelten Berufsbildungsverständnis und stellt an viele Unternehmen erhebliche Anforderungen im Hinblick auf die organisatorische, qualifikatorische und didaktisch-methodische Realisierung der neuen Ziele und Inhalte der Berufsausbildung. Im folgenden werden einige Überlegungen wiedergegeben, die im Zusammenhang eines BIBB-Projektes zur Entwicklung und Erprobung von Medien im Einzelhandel entstanden sind. Da die Projektziele mit den veränderten Zielen der neuen, dreijährigen Ausbildung im Schwerpunkt Beratung und Verkauf übereinstimmen, stellen diese Gedanken einen Beitrag zur Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung in die betriebliche Praxis dar. Auf die Beschreibung der einzelnen Medien wird hier verzichtet; sie sind bereits an anderer Stelle detailliert beschrieben worden. Wir beschränken uns auf die Darstellung konzeptioneller Vorstellungen sowie auf Verwendungszusammenhänge in der betrieblichen Praxis.
Auf dem Kongress, der vom 22. Juni bis 1. Juli 1987 stattfand, wurden zunächst die Hauptentwicklungslinien der Berufsbildung in den vergangenen Jahren diskutiert. Danach wurde die Rolle der Berufsbildung in der nationalen Entwicklung betrachtet. Angesprochen wurde ihr Beitrag zur Demokratisierung der Bildung, zum sozialen Fortschritt und zur Entwicklung der "human resources". Ferner wurde die wachsende Beteiligung der Frauen an der technischen und beruflichen Bildung behandelt und zu den Auswirkungen der raschen wissenschaftlichen und technischen Entwicklung auf die berufliche Bildung Stellung genommen. Abschließend wurden Fragen der internationalen Zusammenarbeit erörtert.
Technischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandel verändern immer rascher unsere Arbeitswelt und verlangen nach einer Anpassung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter an die ständig steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz. Die personalen Leistungsvoraussetzungen werden somit immer wichtiger im Unternehmensgeschehen. Dies gehört zum Aufgabenbereich der betrieblichen Bildungspolitik. Nachfolgend werden anhand von Beispielen die unternehmensbezogenen Einflußfaktoren auf bildungspolitische Planungen und Entscheidungen unter den Bedingungen des Strukturwandels skizziert und abschließend Anregungen für die Berufsbildungsforschung genannt.
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