Rezension zu: Bernd Käpplinger, Rosemarie Klein, Erik Haberzeth (Hrsg.): Weiterbildungsgutscheine. Wirkungen eines Finanzierungsmodells in vier europäischen Ländern. W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2013
Weiterbildungsfonds gehören zu den international etablierten Instrumenten, mit denen der Staat, die Sozialpartner oder beide gemeinsam versuchen, die Finanzierung der Weiterbildung auf eine breitere Basis zu stellen und die Weiterbildungsbereitschaft zu erhöhen. Angesichts eines drohenden Fachkräftemangels und sinkender Weiterbildungsinvestitionen stellt sich auch in Deutschland die Frage, inwieweit die Einrichtung von Weiterbildungsfonds und somit eine Umlagefinanzierung von Weiterbildung ein geeignetes Mittel sein kann, den genannten Problemen zu begegnen. Im Beitrag werden am Beispiel von Frankreich, den Niederlanden und Korea zunächst verschiedene gängige Fondsmodelle skizziert und die wichtigsten Konstruktionsmerkmale von Fonds dargestellt. Auf dieser Basis wird schließlich ein Modell eines Weiterbildungsfonds für Deutschland entwickelt.
Die Weiterbildungslandschaft wird von institutionellen Angeboten in Form von Seminaren, Kursen etc. dominiert, die nicht auf den tatsächlichen Bedarf der Betriebe zugeschnitten sind. Im Einzelhandel zeigt sich exemplarisch das strukturelle Grundproblem beruflicher Weiterbildung: Sie soll ein praxisorientiertes berufsbegleitendes und situatives Lernen selbstgesteuert ermöglichen, kann dies aber nicht leisten, so lange sie an schulartigen Formen des institutionellen Lernens festhält. Ein Berliner Bildungsträger - das Forum Berufsbildung e.V. entwickelt und erprobt in einem dreijährigen Modellversuch, wie Bildungsdienstleister Einzelhändler individuell und arbeitsnah und zugleich wirtschaftlich vertretbar qualifizieren können. Am Lernbedarf der Einzelhändler orientiert werden Strukturen eines Weiterbildungsangebotes entwickelt, das Lernen in und aus der Arbeit ermöglicht. Die eigene Praxis liefert den Lernstoff, die Arbeitsmittel werden zu Lernunterlagen erweitert. Betriebsberater und Dozenten werden zu Begleitern arbeitsintegrierter Lernprozesse - der Arbeitsplatz wird so zum individuellen Bildungszentrum. Ergänzend werden ein Aufgabenprofil und eine Weiterbildung für die Begleitung solcher Lernprozesse sowie ein Finanzierungsmodell entwickelt. Lernbegleiter bilden die zentrale Innovation des Modellversuchs. Die Verallgemeinerungsfähigkeit dieses individualisierten Lernmodells für Bildungsträger hängt davon ab, inwieweit es tatsächlich die Lernbedürfnisse ihrer Kunden trifft und zu Preisen angeboten werden kann, die zumindest nicht über den konventionellen Angeboten liegen. Der Beitrag stellt das Konzept vor.
Im Mittelpunkt der bereits zu Beginn der siebziger Jahre geführten und nun angesichts wachsender Arbeitslosigkeit und Ausbildungsnot der Jugendlichen von neuem entfachten Diskussion zur Berufsbildungsfinanzierung stehen im wesentlichen zwei Modelle der Ausbildungsfinanzierung: eine Umlagefinanzierung durch die Kammern als zuständige Stellen der beruflichen Bildung sowie die Fondsfinanzierung auf Länderebene. Beide Modelle sind seit dem Herbst 1984, insbesondere innerhalb der Gewerkschaften und der SPD-Opposition, heiß umstritten. Ihre Realisierung scheiterte jedoch nicht zuletzt auch am Festhalten der ausbildenden Wirtschaft an der bestehenden einzelbetrieblichenFinanzierung als Grundpfeiler des dualen Systems. Im folgenden sollen anhand der beiden Finanzierungsmodelledie einzelnen Positionen der an der Finanzierungsdiskussion beteiligten Gruppen in ihren wesentlichen Aspekten dokumentiert werden.
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