Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Programm „Bildungsprämie“ individuelle Investitionen in berufliche Weiterbildung. Die Bildungsprämie gewährt eine Reduzierung der Weiterbildungskosten um 50 Prozent und soll Erwerbstätige zur Teilnahme an Weiterbildung mobilisieren. Im Beitrag wird gezeigt, wie im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation der ersten Förderphase der Bildungsprämie Mobilisierung gemessen wird und es werden erste Ergebnisse vorgestellt.
Bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen verlangen Arbeitgeber häufig eine Beteiligung der Beschäftigten an den Kosten. Nach der Rechtsprechung ist das unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Der Beitrag stellt dar, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Beschäftigte durch Rückzahlungsklauseln an den Vertragsarbeitgeber gebunden werden dürfen.
Angesichts des zu erwartenden Fachkräftemangels wird es für Unternehmen immer wichtiger, in die berufliche Weiterbildung älterer Beschäftigter zu investieren. Ausgehend von Ergebnissen einer empirischen Untersuchung argumentiert der Autor, dass hierzu zunächst das Vertrauen der Beschäftigten in ihre Weiterbildungsfähigkeit gestärkt werden muss. Gerade ältere Beschäftigte verfügen oftmals über ein geringeres Zutrauen in ihre Fähigkeiten als jüngere Kolleginnen und Kollegen. Ohne das nötige Vertrauen können jedoch selbst kleinste Weiterbildungskosten als hohes Investitionsrisiko wahrgenommen werden und von einer Weiterbildungsteilnahme abhalten. Der Beitrag zeigt auf, dass sich das Selbstvertrauen steigern lässt, wenn die Beschäftigten Unterstützung durch ihre Vorgesetzten erfahren und zudem in Arbeitsgruppen mit einem positiven Weiterbildungsklima arbeiten.
Seit Beginn der 80er Jahre hat die Zahl der Teilnehmer an der beruflichen Weiterbildung in Deutschland kontinuierlich zugenommen. 1991 bildeten sich 21 Prozent der Deutschen im erwerbsfähigen Alter (19 bis 64 Jahre) beruflich weiter. Die Höhe der Weiterbildungskosten und wer sie in welcher Höhe finanziert, ist weithin unbekannt. Dies gilt insbesondere für die von Privatpersonen aufgewendeten Weiterbildungskosten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat nun erstmals diese Kosten und die Frage nach den Nutzenserwartungen der Weiterbildungsteilnehmer untersucht. Eine Hochrechnung auf der Grundlage der durchgeführten Befragung ergab für die individuellen Weiterbildungskosten einen Gesamtbetrag von 7,7 Mrd. DM für Westdeutschland und 2,1 Mrd. DM für Ostdeutschland. Die Untersuchung zeigte weiterhin, dass vor allem Kosten-Nutzen-Überlegungen das individuelle Weiterbildungsverhalten entscheidend beeinflussen. Wird der Nutzen für die potentiellen Weiterbildungsteilnehmer transparent dargestellt, sind viele Erwerbspersonen bereit, die Kosten ihrer beruflichen Weiterbildung bzw. Teile davon selbst zu tragen.
Eine große politische Bedeutung haben Daten erlangt, die die Weiterbildungsaufwendungen der Wirtschaft verdeutlichen, da aus ihnen eine Kompetenz der Wirtschaft abgeleitet wird, die Inhalte und Ziele der beruflichen Weiterbildung zu bestimmen. Die Begründetheit dieses Anspruchs wird im Beitrag näher untersucht. Die Datenlage über die Aufwendungen der privaten Wirtschaft für Weiterbildung ist bisher völlig unzureichend. Als repräsentativ gelten nur zwei Untersuchungen zu den Weiterbildungskosten: die der "Sachverständigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung" und die des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Repräsentativität und die Kostenermittlung der IW-Untersuchung.
Der Bedarf an betrieblicher Weiterbildung hat in den vergangenen 15 Jahren erheblich zugenommen. Damit sind in gleichem Maße auch die Bildungsinvestitionen gestiegen und Weiterbildung wurde in vielen Betrieben zu einem Kostenfaktor. Diese Entwicklung hat ein großes Interesse an Höhe und Struktur der Aufwendungen für betriebliche Weiterbildung hervorgerufen. Die nachfolgend dargestellten Ergebnisse sollen dazu beitragen, die betriebliche Weiterbildung unter ökonomischen Gesichtspunkten transparenter zu machen und anzuregen, Kosten und Nutzen differenzierter zu erforschen. Die Ergebnisse resultieren aus einer Auswertung von Geschäftsberichten und einschlägiger Informationsunterlagen von 80 bundesdeutschen Großbetrieben der Jahre 1981 bis 1985. Obwohl die Ergebnisse nicht repräsentativ sind, deuten sie doch aufschlußreiche und richtungsweisende Trends an.
Die Höhe der Weiterbildungskosten der privaten Wirtschaft wird auf rd. 9 Mrd. DM geschätzt. In dem Beitrag wird die Auffassung vertreten, daß die Kosten der betrieblichen Weiterbildung nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern in einen engen Zusammenhang zu Inhalten, Zielen, Gestaltung und Wirkungen der Weiterbildung gestellt werden müssen. Letztlich geht es um die Frage nach Kosten und Nutzen der Weiterbildung. Dies gilt sowohl für wissenschaftliche Untersuchungen, in denen für eine Vielzahl von Betrieben durchschnittliche Kostengrößen ermittelt werden, als auch für die Erfassung von Weiterbildungskosten durch den Betrieb selbst für interne Zwecke.
Studien- oder Lehrgangsgebühren, seinen Anteil an den institutionellen Kosten kennt der Interessent an Fernunterrichtsangeboten von Anfang an. Sie sind unschwer den Veranstaltungsprogrammen und Vertragsbedingungen der (privaten) Bildungsanbieter zu entnehmen. Aber Studien- und Lehrgangsgebühren bleiben nicht die einzigen Kosten. Hinzu treten weitere, die für den Teilnehmer zu Beginn einer Bildungsmaßnahme zumindest in ihrer Höhe weniger bekannt sind (Fahrtkosten, Lernmaterial usw.). Empirische Aussagen über die Kosten und Erträge von Weiterbildungsteilnehmern in diesem Bereich liegen bisher kaum vor.
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