Durch rapide gesellschaftliche Veränderungen und neue Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gewinnt die akademische berufliche Weiterbildung zunehmend an Bedeutung. Die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten ist sowohl seitens der Unternehmen als auch der Arbeitnehmer/-innen hoch. Die Hochschulen sind aufgefordert, darauf zu reagieren und Wege für lebenslanges Lernen aufzuzeigen, indem sie außerhalb der Hochschule erworbene Kenntnisse auf Hochschulabschlüsse anerkennen und Möglichkeiten schaffen, diese Kenntnisse mit dem Ziel weiterzuentwickeln, einen akademischen Abschluss zu erreichen. Dieser Beitrag stellt einen Studiengang vor, der es Berufstätigen ermöglicht, durch die Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen bis zu 50 Prozent der zu erbringenden Studienleistung abzugelten.
Zwischen der beruflichen Bildung und dem tertiären Bereich gibt es vielfältige Übergänge. Kaum Fortschritte hat es dagegen beim Zugang von Berufstätigen ohne formale Studienberechtigung gegeben. Gründe für diese Situation liegen zum Teil in mangelnder Transparenz der Zugänge bei den möglichen Adressaten wie den Hochschulen, fehlenden geeigneten Instrumenten für die Auswahlverfahren der Hochschulen und nicht zuletzt in der vorherrschenden Organisation des Studiums als Vollzeit- und Präsenzstudium. Der Ausbau berufsbegleitender Studienangebote sowie Aufstiegsstipendien wären ein "richtiger Schritt in die richtige Richtung" - so Prof. Weiß. Die Bundesregierung hat ein Programm angekündigt für die finanzielle Förderung eines Studiums für beruflich Begabte.
Das Verhältnis von individuellen Kompetenzprofilen und tatsächlicher Kompetenznachfrage innovativer Betriebe ist nach Analysen des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) durch drei massgebliche Fehlentwicklungen gekennzeichnet: 1. gravierende Differenzen zwischen vorhandenen Personalkapazitäten und notwendigen Kompetenzen, 2. hoher Nachentwicklungsaufwand bei den Betrieben, 3. fehlende "mittlere" Kompetenzebene. Diese Faktoren belegen, dass die Kompetenznachfrage innovativer Unternehmen im Ausbildungssystem untergewichtet ist und das vorhandene Ausbildungssystem unzureichend ist, den bestehenden Strukturwandel zu bewältigen. Die Autoren schlagen vor, die Kompetenzlücke nicht allein von "oben" (Hochschulbereich) zu schliessen, sondern auch von unten, d.h. durch die Weiterentwicklung des insbesondere in den gewerblichen Bereichen bewährten dualen Ausbildungssystems auf hohem Niveau. Aus dem Handwerk sind hierzu erste Modellprojekte zu kooperativen Ausbildungsformen bekannt (duale Ausbildung und berufsbegleitendes Studium, Verzahnung von Meister-Lehrgängen und Studieninhalten von Fachhochschul-Studiengängen). Die Benachteiligung von gewerblichen Ausbildungsgängen gegenüber akademischen hat die Ausbreitung derartiger Modelle bisher verhindert.
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