Das betriebliche Ausbildungspersonal ist mit teils neuen und steigenden Herausforderungen konfrontiert: Digitalisierung, Re-Organisationen des Lehr-/Lern-Settings und Individualisierung verlangen dem oft unter schwierigen Bedingungen agierenden Ausbildungspersonal im Unternehmen immer mehr ab. Eine aktuelle Studie zeigt, welche qualifikatorischen Ressourcen dem Ausbildungspersonal zur Bewältigung dieser Herausforderungen zur Verfügung stehen.
Flexibilisierung und Durchlässigkeit beruflicher Bildung haben sich längst als Dauerziele auf der bildungspolitischen Agenda etabliert, zielen jedoch vorrangig auf die duale Berufsausbildung. Dabei ist ein Bedarf auch im berufs- und ausbildungsvorbereitenden Bereich festzustellen – und zwar für jene jungen Menschen, die den Übergang in die duale Berufsausbildung (noch) nicht bewältigen konnten. Im Beitrag werden Erkenntnisse aus dem Projekt QBi vorgestellt, in dem Qualifizierungsbausteine für die dualisierte Ausbildungsvorbereitung (AV) an verschiedenen Schulstandorten in Nordrhein-Westfalen erprobt und angepasst wurden. Hier stellt sich vor allem die Frage, wie mehr curriculare und pädagogisch-didaktische Flexibilisierung erreicht werden kann, die Raum für Individualisierung und Subjektorientierung lässt.
In der berufsbildungswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit individuellen Bildungs- und Berufsverläufen wird eine Ambivalenz deutlich. Einerseits sollen die freie individuelle Entfaltung im Bildungs- und Beschäftigungssystem und die dazu nötigen institutionellen Strukturen gefördert werden. Andererseits werden entsprechende Konzepte sachlogischen Zwängen und Bedingungen des Bildungs- und Beschäftigungssystems unterworfen, sodass doing biography letztlich nur individuelle Anpassung bedeuten kann. Vor diesem Hintergrund werden im folgenden Beitrag Ansprüche berufsbildungsbiografischer Forschung der letzten Jahrzehnte und aktuelle Anforderungen an berufsbiografische Kompetenz hinterfragt. Der Beitrag endet mit einer Anregung für einen Perspektivwechsel.
Angesichts von veränderten Herausforderungen auf dem Weg ins Berufsleben und der Bedeutung lebensbegleitenden Lernens haben Konzepte wie Kompetenzorientierung und Modularisierung und damit verbunden eine starke Lernerzentrierung in der beruflichen Bildung an Bedeutung gewonnen. Diese führen vor allem zu einem veränderten Rollenverständnis von Lehrkräften, die zunehmend nicht mehr Wissensvermittler/-innen sondern Lernbegleiter/-innen sind. Im Beitrag wird skizziert, welche neuen pädagogischen, didaktischen und methodischen Anforderungen mit dieser Entwicklung einhergehen und welchen Qualifizierungsbedarf auf Seiten der Lehrkräfte sie mit sich bringen.
Benachteiligtenförderung ist seit langem ein Bestandteil des Berufsbildungssystems. Ursprünglich stand die Frage im Vordergrund, wie für die Jungarbeiter ein sinnvolles Bildungsangebot der Berufsschule entwickelt werden könnte. Später, in den frühen 70er Jahren, sollte das Berufsvorbereitungsjahr die "Problemgruppen" des Berufsbildungssystems aufnehmen. Parallel dazu entstanden die ersten berufsvorbereitenden Lehrgänge, finanziert durch die Bundesanstalt für Arbeit. 1980 begann das sog. "Benachteiligtenprogramm" mit ca. 600 Ausbildungsplätzen in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, bei Bildungsträgern. 1988 wurde das Programm in das AFG übernommen und damit zu einem Regelangebot gemacht. Seit 1982 gehören auch die "ausbildungsbegleitenden Hilfen" zum Unterstützungsangebot für betriebliche Auszubildende. Seit geraumer Zeit tauchen jedoch Fragen bzw. Forderungen nach Optimierung des Fördersystems auf. Gezielte und individuelle Förderung, Optimierung der Lernformen, Verbesserung der sozialpädagogischen Betreuung und Anbindung an die betriebliche Praxis, Zertifizierung erworbener Kompetenzen sind Stichworte, die die aktuelle Diskussion prägen. Der Beitrag geht diesen Entwicklungen nach.
Die durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte berufliche Weiterbildung wandelt sich von der abschlussorientierten Qualifizierung hin zu Qualifizierungssequenzen, die deutlich stärker unterschiedliche berufliche Interessen berücksichtigen. Die DEKRA-Akademie will durch neue Förder- und Lernkonzepte wie dem "Qualifizierungbaustein-Lern-Forum diese Entwicklung unterstützen. Das vorgestellte Konzept, das der Forderung nach individueller Förderung Rechnung tragen soll, macht eine strategische Neuausrichtung für Bildungsträger in ihrer Angebotsstruktur erforderlich.
Förderung von Benachteiligten heisst auch stärkere Individualisierung des Angebots und Anrechnung erbrachter Lernleistungen auf die anschliessende Ausbildungsdauer. In diesem Zusammenhang wird das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) der Frage nachgehen, welche Berufe besonders für die Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen geeignet sind und wie diese gestaltet sein müssen, um mit ihnen die Vermittlung echter Teilqualifizierung zu erreichen.
Der sozialstrukturelle Wandel, die Alterung und Individualisierung der Gesellschaft lassen den Bedarf an sozialen und personenbezogenen Diensten weiter wachsen. Der Strukturwandel im Gesundheits- und Sozialwesen führt zur Herausbildung neuer Ausbildungs- und/oder Weiterbildungsberufsprofile. Es gibt sprunghafte Zuwächse an neuen Weiterbildungsberufen in den traditionellen Kernsektoren des Gesundheits- und Sozialwesens. Hier liefert die Beobachtung des Fort- und Weiterbildungsmarktes für die Aufgaben der Früherkennung präzise Informationen über den qualifikatorischen Zustand bestehender Berufe und den berufsbildungspolitischen Handlungsbedarf.
Seit mehr als 10 Jahren fördern das BIBB und das BMBF in Modellversuchen Aspekte der Neupositionierung von ausserbetrieblichen Bildungsträgern zu Bildungsdienstleistern. Ausgangspunkt waren die Bildungsbedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien. Der Schritt vom Bildungsträger zum Bildungsdienstleister signalisiert den Weg vom Standardangebot (Lehrgänge, Seminare) zu spezifischen, an die betrieblichen Bedürfnisse angepassten Dienstleistungen (etwa Lern- und Arbeitsaufgaben). In dem Beitrag werden einige Aspekte und Trends skizziert, die aufzeigen sollen, wie sich Bildungsdienstleister neu positionieren müssen.
Der Beitrag gibt einen Überblick über das Berufsbildungssystem Australiens unter besonderer Berücksichtigung der an TAFE-Colleges (Technical and Further Education) praktizierten Flexibilisierung in der beruflichen Weiterbildung. Das Bildungsangebot an diesen Colleges deckt zum Teil das ab, was Sekundarstufen des deutschen allgemeinbildenden Schulwesens, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten im Grundstudium bieten. Durch Flexibilisierung soll eine höhere Individualisierung von Lernen und die Demokratisierung des Bildungswesens erzielt werden. Im Vordergrund steht dabei der Einsatz multimedialer Techniken und technischer Kommunikationssysteme. Der Beitrag beschreibt die Erfahrungen mit flexiblem Lernen und Lehren und erörtert die Bedeutung für die deutsche Berufsbildung.
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