Erwerbstätige in Teilzeit nehmen seltener an betrieblicher Weiterbildung teil als Erwerbstätige in Vollzeit. Wer sich als Teilzeitkraft berufsbezogen weiterbilden möchte, wird häufiger selbst aktiv. Doch lohnt sich diese Eigeninitiative? Welche Ziele verfolgen Erwerbstätige in Teilzeit im Vergleich zu Vollzeiterwerbstätigen mit einer berufsbezogenen Weiterbildung und können ihre Erwartungen erfüllt werden? Eine Befragung von Weiterbildungsteilnehmenden im Rahmen des Bundesprogramms Bildungsprämie gibt dazu Aufschluss.
Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Allerdings profitieren nicht alle Personengruppen gleichermaßen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Vor allem unter den Arbeitslosen aus dem Rechtskreis des SGB II gibt es eine fatale Tendenz zur Verstetigung von Exklusion. Dies ist besonders problematisch, wenn die Exklusion vom Arbeitsmarkt junge Menschen am Beginn ihrer Erwerbsbiografie trifft. Im Beitrag wird das Pilotprojekt »ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser« in Sachsen vorgestellt und untersucht, welchen Beitrag es leisten kann, den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Verlust an Beschäftigungsfähigkeit und Qualifikationsverschleiß zu durchbrechen.
The labour market situation has seen positive development in recent years. Demand for skilled workers has risen and the number of unemployed has fallen. However, not all groups of people benefit equally from the upturn in the labour market. For the unemployed who qualify for benefits under the jurisdiction of the Second Book of the Social Code (SGB II), the entrenchment of exclusion is a fatal trend. This is especially problematic when young people’s exclusion from the labour market occurs at the beginning of their employment biography. The article introduces the pilot project “ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser” [Goal – goal-directed integration of the young long-term unemployed] in Saxony and investigates how it can help to break the vicious cycle of unemployment, diminishing employability and erosion of qualifications.
Nach einem starken Beschäftigungsrückgang im Jahr 2009 wächst aktuell die Zeitarbeitsbranche wieder. Gleichzeitig steigen auch die fachlichen Anforderungen an die Beschäftigten. Doch wird in der Zeitarbeit weniger in Weiterbildung investiert als in anderen Branchen - und das bei einem weiterhin prognostizierten Mangel an Fachkräften. Von Interesse ist daher herauszufinden, welche Haltungen Zeitarbeitnehmer/-innen selbst zu Qualifizierungen haben und wie sie ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten einschätzen. Im Beitrag werden hierzu Befunde einer qualitativen Befragung von 20 Beschäftigten in der Zeitarbeit präsentiert, die im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts 'BildungsZeit' erhoben wurden, und erste Anregungen für eine differenzierte Planung von Weiterbildungsangeboten in dieser Branche gegeben.
In Deutschland werden ältere Menschen vom Arbeitsmarkt systematisch ausgeschlossen. Im Beitrag werden Lösungswege einer "Good-Practice" für eine adäquate Integrationsförderung der am Arbeitsmarkt am stärksten benachteiligten Zielgruppe aufgezeigt. Im Rahmen einer Initiative Perspektive 50plus "Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" wird in Nürnberg das Konzept der AktivFirma nach der Methode der Arbeitsfabrik erfolgreich erprobt. Erste Ergebnisse zeigen eine positive Bilanz. Neben dem direkten Übergang in eine Beschäftigung gibt es besondere Fortschritte im Bereich der sozialen Integration.
In dieser Ausgabe werden unterschiedliche Förderansätze vorgestellt: Angefangen von Ausbildungspatenschaften im Rahmen eines überregionalen Übergangsmanagement, der Ausbildung behinderter Menschen im "regulären" Berufsbildungssystem bis hin zu innovativen Konzepten zur Förderung und Qualifizierung älterer Langzeitarbeitsloser. Im Kommentar "Förderung durch Differenzierung" hebt Professor Dr. Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, hervor, dass ergänzende Förderkonzepte notwendig sind, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen der Auszubildenden Rechnung tragen. In der Rubrik Diskussion werden Ausbildungsbausteine als Modell zur Modernisierung des Berufsbildungssystems in den Blick genommen.
Die Frage der Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit wurde bisher in Forschung und Praxis vernachlässigt. Da diese Erwerbsform jedoch zunehmend expandiert, ist es notwendig, Konzepte zur Kompetenzentwicklung für diese Zielgruppe aufzuzeigen. Im Beitrag werden Forschungsergebnisse skizziert, die in einem BIBB-Forschungsprojekt zu diesem Thema erhoben wurden. Ergebnisse aus Fallstudien in den Niederlanden und in Frankreich, aus Befragungen deutscher Zeitarbeitnehmer wie auch der Zeitarbeitsunternehmen verdeutlichen, dass die Chancen für eine Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit selber liegen, nämlich im Lernen in der Arbeit und den dabei informell erworbenen Kompetenzen.
Rezension zu: Leiharbeit - Neue sozialwissenschaftliche Befunde zu einer prekären Beschäftigungsform / Berthold Vogel (Hrsg.) und Türöffner Zeitarbeit? Kompetenz und Erwerbsverlauf in der Praxis der Leiharbeit/ Axel Bolder, Stefan Naevecke, Sylvia Sch
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