Befunde aus der Bildungs- und Qualifizierungsberatung lassen insbesondere aus betrieblicher Sicht einen wachsenden Bedarf an integrierten Beratungsprozessen erkennen. Zur Unterstützung der Fachkräfteentwicklung und -qualifizierung in KMU müssen pädagogische Beratungsangebote in der Verknüpfung mit anderen Beratungsdienstleistungen stattfinden. Hierzu wurden in der Lernenden Region Trier in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen Instrumente zur Standardisierung und Professionalisierung entwickelt und erprobt, die in diesem Beitrag skizziert werden.
Grenzregionen stehen vor besonderen Herausforderungen, bieten aber auch besondere Chancen bei der Umsetzung europäischer Bildungs- und Beschäftigungspolitik. Ein Ansatz, diese für eine zukunftsorientierte Bildungs- und Regionalentwicklung zu nutzen, ist das Konzept der Lernenden Region. Am Beispiel des grenzüberschreitenden Bildungsnetzwerks PONTES wird dargestellt, wie dieses Konzept in der deutsch-polnisch-tschechischen Euroregion Neisse-Nisa-Nysa umgesetzt wird, um die Grenzregion zu einem leistungsfähigen transnationalen Bildungsraum zu entwickeln.
Bildungspolitische Auseinandersetzungen sind in den USA ein ständiges herausragendes Thema nationaler Debatten aller gesellschaftlichen Gruppen. Ein solcher Kommissionsbericht wurde im Dezember 2006 in Washington D.C. vorgestellt: "Tough Choices or Hard Times". Die Analyse trifft auf die derzeitigen Probleme aller Industriestaaten auf ihrem Wege in die globale Wissensgesellschaft zu. Die Reformvorschläge sind radikal, vor allem wenn man sie mit den Reformansätzen in Deutschland vergleicht. Diese sind weniger schmerzhaft. Es lohnt sich, radikaleren Lösungen Aufmerksamkeit zu widmen." Die zehn Vorschläge zur Reform des amerikanischen Bildungswesen sind: (1) Staatliche Examen setzen die Standards. (2) Die verfügbaren Ressourcen werden effizienter genutzt. (3) Aus dem ersten Drittel der besten Studenten werden die Lehrer rekrutiert. (4) Standards, Prüfungen und Curricula werden entwickelt, die die heutigen Bedürfnisse und die Anforderungen von morgen reflektieren. (5) Höchste Anforderungen werden an die Leitung, Finanzierung, Organisation und das Management der Schulen gestellt. (6) Der Kleinkinderziehung wird erste pädagogische Qualität zugewandt. (7) Den schwächsten Lernenden die stärkste Hilfe. (8) Biete allen Beschäftigten die Chance, die notwendigen neuen Qualifikationen zu erwerben. (9) Jedermann erhält ein Bildungskonto. (10) Regionale Wirtschaftsförderung und regionale Berufsbildungsplanung werden miteinander verbunden.
In den letzten Jahren sind in der (Berufs-)Bildungspraxis eine Vielzahl von Aktivitäten entstanden, die sich durch das konstituierende Merkmal einer Netzwerkstruktur beschreiben lassen. Neben eher bildungsökonomischen und -politischen Zielsetzungen, wie z. B. durch ein professionelles Bildungsmanagement, sollen einerseits regionale Strukturen durch Vernetzung und Kooperation der Akteure gestärkt werden, andererseits sollen die neuen Kooperationsformen individuelle und kollektive Lernprozesse initiieren und unterstützen. Ergebnisse der Netzwerkforschung, aber auch Erfahrungen aus Modellversuchen und Entwicklungsprojekten belegen, dass diese Effekte nur bedingt durch auf kurzfristige Effekte ausgelegte Fördermaßnahmen oder (regional)politische Top-Down-Strategien zu erreichen sind.
Im Rahmen eines Netzwerkprojektes der Lernenden Region Nürnberg-Fürth-Erlangen werden Hauptschüler schon während der 9. Klasse durch vertiefte Berufsorientierung, Vorqualifizierung und begleitete Praktika für den Ausbildungsmarkt fit gemacht. Partner sind neben dem Internationalen Bund verschiedene Innungen, die Handwerkskammern für Mittelfranken, fünf Fürther Hauptschulen und die Agentur für Arbeit. Effekte sind gestärkte Kompetenzen im Bewerbungsprozess, eine erhöhte Schulmotivation und im günstigsten Fall eine Lehrstelle. Das Projekt geht 2005 ins dritte Jahr, mittlerweile sind erste Ergebnisse verfügbar.
Der Beitrag informiert über neue Entwicklungen und Veränderungen der Beziehungen zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung und stellt in diesem Zusammenhang Untersuchungen des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) vor. Dabei stehen dreierlei Aspekte im Mittelpunkt: der Aspekt des Lernens und der Lernenden, der Aspekt des professionellen Handelns und professionell Tätigen sowie der Aspekt der Institutionen und des Angebots. Das DIE ist u.a. federführend im Konsortium der wissenschaftlichen Begleitung des bundesweiten Programms der Lernenden Region", in dessen Mittelpunkt generelle Fragen der Kooperation zwischen Bildungsbereichen stehen.
Die gezielte Mobilisierung der Entwicklungspotenziale von Regionen ist eine Strategie, die sich in Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union ausgebreitet hat. Leitbild ist die lernende Region, verstanden als Netzwerk regionaler Akteure, das sich ausserhalb festgefügter Strukturen entwickelt und auf die Lösung regionaler Probleme ausgerichtet ist. Bezogen auf die Berufsbildungspolitik können regionale Netzwerke dazu beitragen, spezielle Problemgruppen stärker zu fördern, Innovationen zur Verbesserung des Qualifizierungsangebots in Gang zu bringen oder Defizite im Qualifizierungsniveau durch gezielte Weiterbildung zu kompensieren. Der Beitrag untersucht, durch welche Strukturen im Berufsbildungssystem eines Landes die Entwicklung zu lernenden Regionen gefördert oder behindert wird und welche Praktiken es in Deutschland und in den Niederlanden gibt. An zwei Fallbeispielen (Witten/Hattingen und Rijnmond) wird die Entwicklung zu lernenden Regionen dargestellt, Stärken und Schwächen des deutschen und niederländischen Modells werden jeweils verdeutlicht.
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.