Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit Merkmalsunterschiede zwischen dualen Ausbildungsberufen zu Besetzungsproblemen von Ausbildungsplatzangeboten beitragen. Analysiert werden die Auswirkungen von Unterschieden in der Bezahlung, im schulischen Vorbildungsniveau und in der Geschlechterverteilung. Dabei wird auf Brückenhypothesen zum Berufswahlverhalten Bezug genommen, wonach Jugendliche das Erlernen eines Berufs vor allem als ein Mittel zur Festigung ihrer sozialen und geschlechtlichen Identität begreifen.
Zur Verbesserung der Analysemöglichkeiten sind mit dem Berichtsjahr 2007 weitreichende Änderungen der Berufsbildungsstatistik eingeleitet worden. Statt der Aggregatdatenerfassung werden die Daten fortan als Individualdaten erhoben. Zudem wurde der Merkmalskatalog erweitert. Nicht alle Neuerungen sind in der Praxis bereits umgesetzt. Am Beispiel der schulischen Vorbildung von Auszubildenden können jedoch erste Verbesserungen gezeigt werden.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat im Auftrag des Bundesministers für Bildung und Forschung 1998 eine repräsentative Befragung von Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Alter zwischen 20 und 29 Jahren in den alten und neuen Bundesländern durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Ausbildungschancen für Jugendliche seit Ende der 80er Jahre deutlich verschlechtert haben und verdeutlichen zugleich die unverändert hohe Bedeutung der schulischen Vorbildung für die berufliche Eingliederung der Jugendlichen. Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss rekrutieren sich überproportional aus der Gruppe ausländischer Jugendlicher (32,7 Prozent gegenüber 8,1 Prozent der deutschen Jugendlichen). Jugendliche mit mittlerer Reife erreichen den niedrigsten Ungelerntenanteil, da nur 6,1 Prozent ohne abgeschlossene Berufsausbildung bleiben. Die Ergebnisse unterstreichen insgesamt die Bedeutung der Sofortmaßnahmen an der ersten Schwelle zur Verbesserung des Ausbildungsplatzangebotes.
Anhand der Berufsbildungsstatistik wird die Entwicklung und Akzeptanz kürzerer Ausbildungen untersucht. Darunter fallen hier zweijährige Ausbildungsberufe, Verkürzungen aufgrund schulischer Vorbildung und die ersten Stufen der Stufenausbildungsberufe. Die Ergebnisse belegen bei jedem der untersuchten Phänomene eine zum Teil beträchtliche Abnahme. Daraus wird auf eine fallende Akzeptanz kürzerer Ausbildungen seitens der Jugendlichen und der Unternehmen geschlossen.
Etwa 15 Prozent der Auszubildenden, die in das duale System einmünden, besitzen die (Fach-)Hochschulreife. In einigen kaufmännischen Berufen sind es sogar mehr als die Hälfte. Für die Betriebe ist die Ausbildung von Abiturienten/-innen eine ambivalente Angelegenheit: Zwar schätzen sie ihre schulische Vorbildung, doch müssen sie nach Ausbildungsende mit ihrer Abwanderung an die Hochschulen rechnen. Welche Strategien entwickeln Betriebe angesichts dieses Dilemmas? Das Bundesinstitut für Berufsbildung ging dieser Frage in Gesprächen mit Personalverantwortlichen aus 30 Groß- und Mittelbetrieben und mit ca. 30 Absolventen nach. Den Erfahrungen und Konzepten der Betriebe im Umgang mit ihren studienberechtigten Auszubildenden werden die Sichtweisen der Ausbildungsabsolventen gegenübergestellt.
Der steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in der Immobilienbranche und die grundlegenden Veränderungen der Rahmenbedingungen seit der letzten Neuordnung des Ausbildungsberufes im Jahr 1981 haben eine erneute Anpassung der Ausbildungsinhalte erforderlich gemacht. Der Beitrag skizziert den Verlauf der Neuordnung, die im Dezember 1996 abgeschlossen sein soll und im Ausbildungsjahr 1996 auf der Grundlage der neuen Regularien erfolgen kann. Dargestellt werden weiterhin die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse in diesem Beruf zwischen 1977 und 1993 sowie die schulische Vorbildung der Auszubildenden. Eingegangen wird auch auf Ausbildungsinhalte, Qualifikationsanforderungen und Ziele, die bei der Erarbeitung und Abstimmung des Ausbildungsrahmenplans im Vordergrund standen.
Der Artikel stützt sich auf ein im Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführtes Forschungsprojekt, dessen Ziel es u.a. war, die derzeitigen und absehbaren Qualifikationsanforderungen, die Ausbildungssituation sowie die Abgrenzung zu anderen kaufmännischen Ausbildungsberufen zu beleuchten. Der Beitrag beschreibt das Berufsbild und die Ausbildungsinhalte aus dem Jahre 1969 und geht auf die Entwicklung seit 1980 ein. Dargestellt werden die Zahl der Ausbildungsverhältnisse, die schulische Vorbildung von Datenverarbeitungskaufleuten, ihr Einsatz im Betrieb, ihre Ausbildung in Betrieb und Berufsschule sowie ihre Qualifikationen. Die Lerninhalte entsprechen besonders im Qualifikationsbereich Datenverarbeitung, aber auch im kaufmännischen Bereich, nicht den Anforderungen. Ausgehend von der Darstellung dieser Defizite werden die zu berücksichtigenden Kernbereiche (Programmierung, Datenbanksysteme und Netzwerke, Standardanwendungen, betriebswirtschaftliche Inhalte usw.) einer Neuordnung dieses Berufes aufgezeigt. Die zukünftige Ausbildung von DV-Kaufleuten soll dabei die an Bedeutung gewinnenden Verbindungsfunktionen zwischen anwendungsunabhängiger Systementwicklung und aufgabenbezogener DV-Anwendung in den Fachabteilungen berücksichtigen.
Seit knapp einem Jahrzehnt ist eine wachsende Neigung zur vorzeitigen Lösung von Ausbildungsverträgen festzustellen. Die Ursache dieser Entwicklung wird hier vor allem auf die Zunahme der Wechseler aber auch von Abbrechern zurückgeführt. Der Anstieg der Wechsler wird mit einer veränderten Altersstruktur begründet, die mit einer höheren schulischen Vorbildung einhergeht. Beide bedingen eine kritischere, eher arbeitsmarktkonforme Einstellung zur Ausbildung und größere Bereitschaft zum Betriebs- und Berufswechsel. Veränderte Bildungsaspirationen und Arbeitslosigkeit trugen gleichzeitig zum Eintritt von Jugendlichen in eine Berufsausbildung bei, die früher keine Lehre durchlaufen hätten. Diese Gruppen weisen ein höheres Abbruchrisiko auf. Sie tragen gleichfalls zu steigenden Vertragslösungsraten bei.
Der Mikrozensus, eine der wichtigsten Erhebungen der amtlichen Statistik, stellt seit 1978 ein reichhaltiges, aber bislang recht wenig beachtetes Material zur beruflichen Weiterbildung zur Verfügung. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese Datenquelle. Dargelegt wird, welcher Einfluß von soziodemographischen Merkmalen auf die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen nachgezeichnet werden kann. Dabei wird festgestellt, daß insbesondere die Merkmale Alter und Bildungsabschluß prägend auf die Weiterbildungsbeteiligung einwirken. Mit zunehmender schulischer oder beruflicher Qualifikation steigt die Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen, mit zunehmendem Alter sinkt sie bedenklich ab.
In der früheren DDR war das Erlernen eines Ausbildungsberufs an schulische Voraussetzungen gebunden. Die meisten Berufe waren für Absolventen der 10. Klasse der poly-technischen Oberschule vorgesehen und hatten eine Ausbildungsdauer von zwei Jahren, einige davon waren für die Berufsausbildung mit Abitur zugelassen. Für 66 Berufe, deren Ausbildungsdauer meist drei Jahre betrug, war das Erreichen der 8. Klasse Voraussetzung. Für Abgänger ohne Abschlußzeugnis, Lernschwache und Behinderte gab es Teilausbildungen. Diese waren einem Berufsfeld zugeordnet und dauerten i. d. R. eineinhalb Jahre. Die Ausbildung wurde durch ein Zeugnis bestätigt, das die Bezeichnung des Teilberufs enthielt.
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.