ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
Individuelle Erträge beruflicher Weiterbildung werden häufig an der Lohnentwicklung oder den Auswirkungen auf die Beschäftigungsfähigkeit festgemacht. Dabei wird in aller Regel der individuelle Aufwand außer Acht gelassen. Dieser Beitrag nimmt hingegen das Verhältnis von Aufwand und Nutzen in den Blick: Teilnehmende werden gefragt, ob sie sich noch einmal für eine Bildungsaktivität entscheiden würden. Die Ergebnisse auf der Grundlage von neu verfügbaren Individualdaten zeigen eine generell positive Einschätzung, weisen jedoch auch auf Ausnahmen hin. Insbesondere betriebsspezifische Weiterbildungen werden weniger positiv beurteilt.
Für die Arbeit mit Flüchtlingen und Auszubildenden mit Migrationserfahrung ist eine Auseinandersetzung mit sprachlichen, kulturellen und psychosozialen Aspekten alltäglicher Interaktionen nützlich, um schwierigen Situationen angemessen begegnen zu können. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten BIBB-Projekts entwickelt die Fachstelle überaus im BIBB in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Bildungsträger Fresko derzeit ein Qualifizierungskonzept für betriebliche Ausbilder/-innen, das über eine reine Sprachsensibilisierung hinausgeht und den Erwerb fachlicher Kenntnisse mit der gemeinsamen Reflexion von persönlichen Erfahrungen und Bewertungen verbindet. Hintergründe, Zielsetzung und konzeptionelle Grundlagen werden im Beitrag vorgestellt.
Mit der Ratsempfehlung vom 20. Dezember 2012 haben sich die EU-Mitgliedstaaten das Ziel gesetzt, bis 2018 nationale Systeme für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens einzuführen. Kompetenzen, die am Arbeitsplatz, zu Hause, in der Freizeit oder im Ehrenamt erworben wurden, sollen durch Validierungsverfahren sichtbar und im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt verwertbar gemacht werden. Die Einführung eines solchen Systems steht in Deutschland noch aus. In einem BIBB-Forschungsprojekt wurden mögliche Szenarien zur Anerkennung von Kompetenzen entwickelt und von Expertinnen und Experten bewertet. Der Beitrag stellt erste Ergebnisse zu den Szenarien und zu zentralen Aspekten von Validierungsverfahren vor.
Zur Einführung von Validierungsstrukturen im deutschen Berufsbildungssystem haben die Dachverbände der Kammern mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Projekt initiiert, das sich unter dem Kurztitel »ValiKom« aktuell in der Erprobungsphase befindet. Im Beitrag werden Hintergründe und Ziel des Projekts beschrieben. Zudem wird das Verfahren in seinen Grundprinzipien erläutert und im Bildungs- und Beschäftigungssystem sowie gegenüber bestehenden Verfahren zur Kompetenzfeststellung und -bewertung verortet. Aus der Erprobung des Verfahrens werden abschließend erste Eindrücke geschildert.
Um Personalmanagement und längerfristige Unternehmensziele effizienter miteinander zu verbinden, setzen viele Betriebe auf ein strategisches Kompetenzmanagement. Der Beitrag untersucht anhand des Konzepts des psychologischen Vertrags die damit verbundenen gegenseitigen Erwartungen zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten und beleuchtet die Bedeutung der Anerkennung von Kompetenzen in diesem Kontext. Grundlage für die Analyse sind Betriebsfallstudien, die im BIBB-Forschungsprojekt »Betriebliche Ansätze der Kompetenzfeststellung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen« (BAKA) durchgeführt wurden.
Ehrenamtlich Tätige eignen sich durch ihr Engagement Wissen und Können an, was jedoch bislang wenig systematisch dokumentiert werden konnte. Somit bleiben auch für Arbeitgeber diese Potenziale weitgehend unsichtbar. Im Rahmen des EU-Projekts DesTeVa wurde ein Online-Tool entwickelt, das es ehrenamtlich Tätigen ermöglicht, ihre informell erworbenen Kompetenzen systematisch zu beschreiben und zu dokumentieren. Im Beitrag werden Konzeption und Anwendung des Tools und Verwertungsmöglichkeiten vorgestellt.
Kanada ist eines der beliebtesten Einwanderungsländer weltweit und verfügt über umfassende Erfahrungen hinsichtlich der Bewertung und Anerkennung von ausländischen Qualifikationen und Fähigkeiten. Das Projekt, in dessen Kontext dieser Beitrag steht, versucht mittels quantitativer Analysen und Unternehmensfallstudien Ansätze und Methoden zu identifizieren, die von Arbeitgebern genutzt werden, um ausländische Qualifikationen zu bewerten und anzuerkennen. In diesem Beitrag liegt der Fokus auf den quantitativen Analysen der kanadischen PIAAC-Daten, wobei Regressionsmodelle genutzt werden, um zu prüfen, wie ausländische Qualifikationen und Berufserfahrungen auf dem kanadischen Arbeitsmarkt bewertet und entlohnt werden. Dabei werden die Einflussfaktoren auf das individuelle Einkommen der Beschäftigten differenziert analysiert.
Die vier dualen IT-Ausbildungsberufe erfreuen sich seit ihrer Entstehung 1997 einer sehr großen Beliebtheit. Doch heißt das auch, dass die Auszubildenden in diesen Berufen mehrheitlich mit ihrer Ausbildung zufrieden sind? Der Beitrag stellt hierzu Ergebnisse auf der Grundlage einer Befragung von 1.767 Auszubildenden vor.
In der betrieblichen Praxis von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) werden informell – im Prozess der Arbeit – erworbene Kompetenzen der Beschäftigten häufig in den Arbeitsprozessen erfasst und bilanziert. Oft erfolgt diese praxisnahe Validierung mittels einer bewusst gestalteten interaktionsbasierten Beurteilung durch Führungskräfte, die in die laufenden Arbeitsprozesse integriert sind. Im Beitrag werden auf der Basis konzeptioneller Überlegungen zu informellen Kompetenzen an verschiedenen Praxisbeispielen die Potenziale und Grenzen interaktionsbasierter Beurteilungsverfahren aufgezeigt.
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