Weitgehender Konsens in Berufsbildungspraxis, -politik und –forschung besteht darüber, dass Ausbilder/-innen für ihre komplexen Aufgaben hinreichend pädagogisch qualifiziert sein müssen. Wie diese Qualifizierung gestaltet und organisiert ist und ob und wie sie gesetzlich festgeschrieben oder standardisiert werden soll, ist weniger konsensual. Maßstäbe in dieser Hinsicht haben vor 50 Jahren die bayerischen Modellseminare gesetzt, die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales entwickelt und durchgeführt wurden. Der Rückblick macht deutlich, dass sie aus heutiger Sicht in didaktischer, konzeptioneller und vor allem systematischer Perspektive auffällig "aktuell" sind.
Die strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildungspraxis ist ein wesentliches Ziel des Nationalen Aktionsplans. Neben Anpassungen auf curricularer Ebene durch die neuen Standardberufsbildpositionen spielt die gezielte Verankerung von Angeboten in der Bildungspraxis, flankiert durch eine pädagogische Begleitung des Aus- und Weiterbildungspersonals, eine zentrale Rolle. In dem Projekt Transfer von Nachhaltigkeit in die berufliche Aus- und Weiterbildungspraxis (TraNaxis) wird mit dem Ansatz einer doppelten Multiplikatorenqualifizierung dieser Transferweg erprobt.
Bei der beruflichen Qualifizierung junger Menschen sieht sich das Bildungspersonal immer neuen Anforderungen gegenüber. Allerdings sind gerade Ausbilder/-innen nur schwer für die Teilnahme an Fortbildungen zu gewinnen, wenn sich diese nicht direkt mit berufsfachlichen Fragen befassen. Das zeigte sich auch bei der Erprobung einer von der Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf (überaus) entwickelten Qualifizierung zu Anforderungen, die bei der Ausbildung von Flüchtlingen entstehen können. Der Beitrag zeichnet den Akquiseprozess nach und fragt, an welchen Stellen Bildungsanbieter ansetzen können, um die Bereitschaft zur Teilnahme an berufspädagogischen Qualifizierungsangeboten zu erhöhen. Deutlich wird, dass persönliche Kontakte dabei eine zentrale Rolle spielen.
In der Fachliteratur wird immer wieder auf veränderte Arbeitsanforderungen des betrieblichen Ausbildungspersonals verwiesen. Daraus werden Forderungen zur Professionalisierung und Qualifizierung abgeleitet, die auch zur Qualitätsentwicklung betrieblicher Ausbildung beitragen können. In diesem Beitrag werden die Aufgaben und Tätigkeiten und die durch das Ausbildungspersonal wahrgenommenen Veränderungen der berufspädagogischen Anforderungen analysiert. Es wird deutlich, dass die Differenz zwischen Anforderungen und berufspädagogischen Qualifikationen und Kompetenzen dieser Personengruppe eher wächst.
Demografische Veränderungen erfordern eine strukturierte Gestaltung des Kompetenztransfers im Betrieb. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Qualifizierung von Nachwuchskräften. Für die Aus- und Weiterbildungsverantwortlichen in Unternehmen sind daher durchdachte Personalentwicklungskonzepte gefragt, von denen auch das Ausbildungspersonal profitieren kann.Im Interview zeigen zwei Ausbildungsleiter auf, welche Chancen in einem Rotationsmodell, also dem Wechsel zwischen Fach- und Ausbildungsbereich, liegen. Die damit umgesetzte Verzahnung von fachlicher und berufspädagogischer Ebene leistet nicht nur einen Beitrag zur Steigerung der Ausbildungsqualität im Unternehmen, sondern bietet dem betrieblichen Ausbildungspersonal auch attraktive Entwicklungsoptionen.
Deutschland und Portugal haben Ende 2012 eine Berufsbildungskooperation vereinbart, um die Reformbestrebungen in dem südeuropäischen Land zu unterstützen. Ein Schwerpunkt der bisherigen Zusammenarbeit war die Qualifizierung des betrieblichen Berufsbildungspersonals. Dieses spielt für die Begleitung und Umsetzung der Reformen eine essenzielle Rolle. Im Beitrag wird über ein bilaterales Projekt berichtet, in dem eine berufspädagogische Qualifizierungsmaßnahme für betriebliche Tutorinnen und Tutoren entwickelt und erprobt wurde.
Eine historisch-systematische Forschung, die sich mit dem Professionswissen, den Handlungsstrukturen, den Arbeitssituationen und dem Berufsbewusstsein des betrieblichen Bildungspersonals differenziert beschäftigt, existiert nur in Ansätzen. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass die Berufs- und Wirtschaftspädagogik lange Zeit überwiegend Berufswissenschaft der Berufsschullehrkräfte war und das betriebliche Ausbildungspersonal erst seit Erlass des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) zu ihrem Gegenstand gemacht hat. Im Rückblick auf das vergangene Jahrhundert wird im Beitrag verdeutlicht, wie stark die Auffassungen von der betrieblichen Ausbildungstätigkeit vom Menschenbild der jeweiligen Zeit abhängen. Zudem werden Gründe für ein vergleichsweise gering ausgeprägtes professionelles Selbstverständnis des betrieblichen Ausbildungspersonals erörtert. Bei der Beantwortung der Frage, was Berufsausbilder/-innen zukünftig können und demzufolge wissen müssen, gilt es stärker als bisher, Erkenntnisse zu nutzen, welche die berufs- und wirtschaftspädagogische Forschung bereithält.
Die AOK Rheinland/Hamburg hat zur nachhaltigen Professionalisierung ausbildender Fachkräfte in Kooperation mit dem BIBB eine pädagogische Fortbildung entwickelt, deren Ergebnisse auf die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) angerechnet werden können. Dieser Beitrag stellt das Konzept und die Erfahrungen damit vor.
Der Übergang Schule – Beruf ist mehrsprachig, was aber in den Curricula eine untergeordnete Rolle spielt. Die Wahrnehmung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt und ihre Nutzung für die pädagogische Arbeit bleiben damit einzelnen pädagogischen Fachkräften überlassen, die damit häufig allein gelassen werden. Im Beitrag wird dafür plädiert, Mehrsprachigkeit und Sprachbildung als einen integralen Bestandteil des Übergangs zu etablieren und Fachkräfte entsprechend zu qualifizieren. Einen Ansatzpunkt bietet das Konzept der durchgängigen Sprachbildung, das allerdings im Übergangsbereich noch nicht flächendeckend angekommen ist. Transparenz und Kooperation zwischen allen Akteurinnen und Akteuren ist dafür grundlegend, die Qualifizierung der Mitarbeitenden ein Desiderat.
Angesichts von veränderten Herausforderungen auf dem Weg ins Berufsleben und der Bedeutung lebensbegleitenden Lernens haben Konzepte wie Kompetenzorientierung und Modularisierung und damit verbunden eine starke Lernerzentrierung in der beruflichen Bildung an Bedeutung gewonnen. Diese führen vor allem zu einem veränderten Rollenverständnis von Lehrkräften, die zunehmend nicht mehr Wissensvermittler/-innen sondern Lernbegleiter/-innen sind. Im Beitrag wird skizziert, welche neuen pädagogischen, didaktischen und methodischen Anforderungen mit dieser Entwicklung einhergehen und welchen Qualifizierungsbedarf auf Seiten der Lehrkräfte sie mit sich bringen.
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