Neben der Mitwirkung bei der Erstellung des Berufsbildungsberichts und der Berufsbildungsstatistik leistet das BIBB durch seine vielfältigen Forschungsaktivitäten einen wesentlichen Beitrag zur Berufsbildungsforschung. Die BWP-Ausgabe vermittelt einen Einblick in die umfangreichen Datensätze, die das BIBB generiert, auswertet und über das Forschungsdatenzentrum auch externen Forscherinnen und Forschern zur Verfügung stellt. Gleichzeitig wird verdeutlicht, welche Antworten auf aktuelle Fragen der Berufsbildung auf Basis dieser Daten gegeben werden können.
Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende ist ohne die Mitwirkung entsprechend qualifizierter Fachkräfte nicht zu realisieren. Im BIBB-Förderschwerpunkt „Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BBnE) werden unter anderem Projekte gefördert, die sich mit verschiedenen Herausforderungen der Energiewende im Kontext der Leitidee Nachhaltigkeit befassen. Im Beitrag werden Ziele und Ergebnisse der Projekte kurz vorgestellt. Darüber hinaus werden Überlegungen zur Diskussion gestellt, wie berufliche Bildung (didaktisch) zu konzipieren ist, um die Nachhaltigkeitsidee mit dem Konzept der beruflichen Handlungskompetenz zu verbinden und damit gesellschaftliche Innovationsstrategien zu unterstützen.
Professor Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, hebt die vielfältigen Aktivitäten der Mitwirkung des BIBB an der internationalen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung hervor. Kern der Beratungsleistungen des BIBB ist die Systemberatung, d.h. die Weiterentwicklung des jeweiligen nationalen Systems oder zentraler Systemelemente.
Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe informiert zum einen über bildungspolitische Entwicklungen sowie aktuelle Instrumente der europäischen Bildungspolitik und deren Umsetzung. Zum anderen bietet er ländervergleichende Darstellungen zu Nationalen Qualifikationsrahmen, zur Teilnahme an beruflicher Weiterbildung und zur Kompetenzorientierung. Deutlich wird darüber hinaus, dass internationale Themen nicht nur in Wissenschaft und Politik der Berufsbildung ihren Platz haben, sondern auch in der Praxis auf Unternehmensebene mit Leben gefüllt werden. Im Kommentar zum Heft hebt Forschungsdirektor Professor Reinhold Weiß die vielfältigen Aktivitäten der Mitwirkung des BIBB an der internationalen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung hervor. Weitere Themen der Ausgabe beschäftigen sich mit Evaluationsergebnissen zum 2-jährigen Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker/-in, der Qualitätssicherung beim Online-Tutoring und einem BMBF-Projekt zur Berufsorientierung.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) kooperiert gemäß seinem gesetzlichem Auftrag mit Berufsbildungsinstitutionen weltweit. Dabei sind die aktuellen Schwerpunkte der internationalen Arbeit des BIBB Projekte der Vergleichs- und Transferforschung, Mitwirkung an den Prozessen der europäischen Berufsbildungspolitik sowie Beratungsleistungen für den internationalen Bildungsmarkt. Im Mittelpunkt des Beitrages steht ein Treffen von europäischen Berufsbildungsinstitutionen im März 2006 in Bonn, das den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) und dessen Folgewirkungen auf die nationalen Berufsbildungssysteme zum Gegenstand hatte.
Die im Herbst 2004 unter maßgeblicher Mitwirkung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) abgeschlossene "Maastricht-Studie'" diente der Bestandsaufnahme der nationalen Berufsbildungspolitiken in den Staaten der Europäischen Union. Sie zeigt auf, inwieweit die vom Europäischen Rat von Lissabon im Jahre 2000 verabschiedete "Agenda 2010" bereits umgesetzt ist und was im Hinblick auf die dort gesteckten Ziele zu tun bleibt. Vordringlich sind laut Studie Maßnahmen für Geringqualifizierte, die Kompetenzentwicklung älterer Arbeitnehmer, die Verbindung von beruflicher und akademischer Bildung, Investitionen in die Berufsbildung sowie die Förderung der Mobilität.
Wie können neue Qualifikationsanforderungen frühzeitig wahrgenommen werden, um Qualifizierungsstrategien zukünftig stärker mit den Herausforderungen der betrieblichen Praxis abzustimmen? Mit dieser Frage beschäfigte sich eine Anzeigenanalyse, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung 1998 durchgeführt wurde. Im Beitrag werden erste Ergebnisse der Studie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die überaus bedeutsamen überfachlichen Qualifikationsanforderungen in ihren verschiedenen Dimensionen (persönlichkeitsbezogene Eigenschaften, soziale Kompetenzen, Mitwirkungs- und Gestaltungsfähigkeiten, kognitive Fähigkeiten und Problemlösungskompetenzen sowie Kunden-, Markt- und Dienstleistungsorientierung). Auf methodische Überlegungen zum dauerhaften Einsatz von Anzeigenanalysen als Instrument der Früherkennung der Qualifikationsentwicklung wird abschließend eingegangen. Aus der Studie wird deutlich, dass durch Anzeigenanalysen sowohl qualitative als auch quantitative Aussagen über Veränderungen von Qualifikationsanforderungen gemacht werden können. Die Auswertungen zeigen jedoch auch deutlich die Begrenzungen von Anzeigenanalysen, wenn es um genauere Erkenntnisse über die Realisierung geforderter Kompetenzen im betrieblichen Kontext geht.
Das auftragsorientierte Lernen ist die wichtigste Lernform in der betrieblichen Ausbildung des Handwerks. Als besondere Form des Lernens am Arbeitsplatz wird es ebenso wie die Projektmethode oder die Lehrgangsmethode den methodischen Grundformen in der beruflichen Bildung zugeordnet. Der Beitrag erläutert Ansätze zur Intensivierung und Verbesserung des auftragsorientierten Lernens und gibt Hinweise für eine didaktisch orientierte Auswahl und Bearbeitung von Kundenaufträgen. Dabei werden fünf Stufen der Mitwirkung des Auszubildenden unterschieden, die sich nach der Leistungsstärke und der bisher erworbenen beruflichen Kompetenz des Auszubildenden richten. Abschließend wird auf die Bedeutung geeigneter Medien zur Verbesserung und Differenzierung des auftragsorientierten Lernens und den Beitrag der Lernorte zur Stützung des auftragsorientierten Lernens eingegangen.
Die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe sind dem gesetzlichen Auftrag nach an die technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung anzupassen. Durch das in der Bundesrepublik praktizierte Mitwirkungsrecht der Sozialparteien ist das Verfahren der Neuordnung überalterter Ausbildungsregelungen und der Schaffung neuer Ausbildungsstrukturen sehr zeitaufwendig. Der Beitrag geht auf Vorschläge für eine effizientere und zügigere Neuordnung der Ausbildungsberufe ein und stellt Überlegungen zur Umsetzung von Reformvorschlägen an. Dabei werden einige Probleme deutlich, die sich durch das Bedingungsgefüge der Aktualität von Lern- und Prüfungsinhalten, der Dauer der Erarbeitungs- und Abstimmungsverfahren, der mitverantwortlichen Einbeziehung der Sozialpartner und schließlich der staatlichen Verantwortung für die Ordnung der Ausbildungsberufe ergeben. Trotz dieses komplexen Gefüges von Einflußfaktoren sind die geforderten Reformen des Ordnungsverfahrens realisierbar, indem das Verfahren flexibilisiert und am Ordnungsbedarf und -umfang orientiert wird.
Das Zusammenwachsen Europas im Bereich der beruflichen Bildung beruht zu einem wesentlichen Teil auf der Mitwirkung der Sozialpartner. Die Bedeutung von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften bei der staatlichen Regulierung der beruflichen Bildung weist in den einzelnen Ländern der Europäischen Union erhebliche Unterschiede auf. Die Ausgangspositionen, die Mitwirkung auf nationaler und auf Gemeinschaftsebene werden an ausgewählten Beispielen dargestellt und unter bildungspolitischen Aspekten erörtert.
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