Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale Zielgruppe der Berufsbildung. Doch werden Ihre Sichtweisen und Anliegen auch angemessen wahrgenommen? Welche Themen sind für junge Menschen wichtig? Welche Belastungen nehmen sie wahr? Wie blicken sie auf ihre Zukunft und welche Erwartungen und Forderungen stellen sie an unser Bildungs- und Beschäftigungssystem? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir vier junge Menschen interviewt, die in Jugendverbänden oder -organisationen ihrer Generation eine Stimme im öffentlichen Raum geben.
Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die vom technologischen, politischen und kulturellen Wandel geprägt ist. Hinzu kommen die Herausforderungen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und die zunehmend international verflochtene Politik und Ökonomie. Auch langfristige und eruptive Krisen bestimmen das Aufwachsen. Vieles deutet darauf hin, dass sich dadurch auch die Anforderungen an die Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben – Qualifizieren, Binden, Regenerieren und Partizipieren – erhöht haben. Der Beitrag stellt drei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen vor und diskutiert, wie diese mit der Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zusammenhängen.
Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung steht im politischen und wissenschaftlichen Fokus. Doch wie junge Menschen in der Schweiz die Ausbildung erleben, war lange Zeit wenig bekannt. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt, vorgefundenen Ausbildungsbedingungen und eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen müssen sie Strategien entwickeln, um sich im Berufsalltag zu behaupten. So zeigt dieser Beitrag, wie junge Menschen ihre berufliche Identität nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch Widerstand, Distanzierung und Autonomiestreben formen, an welche Grenzen sie dabei stoßen, und welche Rolle die Betriebe dabei spielen.
Die Lebensphase Jugend ist geprägt von zahlreichen Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben, die erhöhte Anpassungsleistungen von jungen Menschen erfordern. Dazu zählt auch, dass junge Menschen früh einen (Aus-)Bildungsweg wählen müssen, wodurch ihre Berufsaspirationen beeinflusst werden können. In diesem Beitrag wird anhand von Daten des Projekts Wege in die Zukunft untersucht, wie sich die Berufsaspirationen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in Wien nach der Sekundarstufe I entwickeln. Verbunden ist damit die Fragestellung, wie sich diese im Zusammenhang mit unterschiedlichen (Aus-)Bildungswegen verändern.
Mit der Covid-19-Pandemie und anderen aktuellen gesellschaftlichen Krisen verdichten sich die Erkenntnisse, dass das Wohlbefinden vieler junger Menschen stärker beeinträchtigt ist. Dies betrifft sowohl die körperliche Konstitution als auch das psycho-soziale Erleben und soziale Aspekte. So zeigen Studien ein stärkeres Stresserleben junger Menschen sowie die Zunahme von Einsamkeitserfahrungen. Bildungsverläufe, insbesondere auch Übergänge in die berufliche Bildung, sind von diesen Begleiterscheinungen geprägt. Vor diesem Hintergrund sind Akteure in Schule, Ausbildung und Beruf gefragt, diese Begleiterscheinungen in den Blick zu nehmen. Die im Beitrag präsentierten Ergebnisse der JuCo-V-Studie möchten hierfür sensibilisieren.
Jugendliche haben Lust am Wettkampf und daran, Teil von etwas Außergewöhnlichem zu sein. Nur so lassen sich die hohen Anmeldezahlen zum Wettbewerb »Jugend forscht« in Zeiten erklären, in denen andernorts händeringend versucht wird, junge Menschen für MINT-Fächer zu begeistern und Zukunftskompetenzen zu fördern. Der Beitrag wirft einen Blick auf Geschichte und Prinzipien dieses bundesweiten Wettbewerbs und zeigt auf, welche Potenziale er gerade auch für die berufliche Ausbildung bietet. Ziel ist es, Lehrkräfte und betriebliches Bildungspersonal zu ermutigen, junge Menschen in der beruflichen Bildung auf dem Weg durch diese anregende Welt zu begleiten. Dabei lassen sich auch Synergien zu aktuellen zukunftsgerichteten Ausbildungskonzepten aufzeigen.
Junge Menschen aus Drittstaaten, die eine Ausbildung in Deutschland aufnehmen möchten, benötigen Informationen und praktische Unterstützung. Dabei treffen sie auf unterschiedliche Akteure und Institutionen mit vielfältigsten Unterstützungsangeboten. Diese Heterogenität in einem stark fragmentierten Prozess führt zu Verwirrung und begünstigt Fehlvorstellungen. Auf Basis einer qualitativen Befragung von Expertinnen und Experten aus Beratung, Verwaltung, Rekrutierungsagenturen und weiteren intermediären Institutionen werden Brüche in der Begleitung und Unterstützung dieser jungen Menschen aufgezeigt. Der Beitrag benennt abschließend Ansatzpunkte für eine verbesserte Prozesssteuerung.
Jugendliche ohne Berufsausbildung sind ein Dauerthema der Berufsbildungsforschung und -politik. In Deutschland zählt jede/-r fünfte junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren zu dieser Gruppe. Jede/-r vierte 14- bis 25-Jährige möchte zudem nach der Schule lieber arbeiten gehen, anstatt einen berufsqualifizierenden Abschluss anzustreben. Der wiederentdeckte Beitrag von Klaus Schweikert führt zurück in die 1970er- Jahre, als das Thema unter dem Stichwort Jungarbeiter diskutiert wurde, und erinnert an die bildungspolitischen Reformen jener Zeit.
In 2023, the number of young adults aged from 20 to 34 without a vocational qualification reached a new record high of 2.79 million people. In 2024, the figure decreased for the first time in nine years. This development is presented below, and the explanation of the results is differentiated according to school and vocational qualifications. It is also worth looking at the labour market situation of young adults in order to identify skilled worker potential.
Im Jahr 2023 erreichte die Zahl junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss mit 2,79 Millionen Personen ihren bisherigen Höchststand. Im Jahr 2024 ist sie erstmals seit neun Jahren wieder rückläufig. Diese Entwicklung wird im Folgenden dargestellt und die Ergebnisse differenziert nach Schul- und Berufsabschluss erläutert. Zur Identifizierung von Fachkräftepotenzialen lohnt zudem ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation junger Erwachsener.
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