Hinter dem Thema Entrepreneurship Education steckt mehr als allein die Idee vom guten Gründertrainig. Die Gestaltung des individuellen Berufswegs und damit die Möglichkeit zu einer gelungenen Teilhabe am Arbeitsleben werden zunehmend komplexer. Mittlerweile stellt dies eine Herausforderung für jeden jungen Erwachsenen dar, der am Anfang seiner beruflichen Laufbahn steht. Der Beitrag führt allgemein in das Thema ein und stellt ein didaktisches Modell zur Förderung von Entrepreneurship in der beruflichen Bildung vor. Abschließend wird exemplarisch die Umsetzung des Ansatzes - vom Modellversuch der Schumpeter Handelsakademie bis auf Systemebene der Berufsausbildung -in Österreich skizziert.
Unternehmerisches Denken und Handeln gewinnt weiter an Bedeutung. Welcher Handlungsbedarf ergibt sich daraus? Ein Positionspapier des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung gibt Antworten, wie unternehmerisches Denken und Handeln durch entsprechende Qualifizierung in allen Bildungsabschnitten (Schule, Ausbildung, Weiterbildung) gezielt gefördert werden kann.
Für den großen Wirtschaftsbereich Einzelhandel wurden die Ausbildungsberufe Verkäufer/-in und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel grundlegend modernisiert. Es wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, das identische Inhalte in den ersten beiden Ausbildungsjahren enthält und flexible Auswahlmöglichkeiten bietet. Auf diese Weise soll die Durchlässigkeit zwischen beiden Ausbildungsberufen und damit auch die Durchstiegsmöglichkeiten für Verkäufer(innen) verbessert werden. Wesentliche inhaltliche Neuerungen bestehen bei der Neufassung der Warenkunde, der Warenwirtschaft, des Rechnungswesens, der Anwendung der Informations- und Kommunikationstechniken und der Kundenorientierung sowie in der Aufnahme der unternehmerischen Selbständigkeit als Zusatzqualifikation.
In den letzten Jahren wird immer wieder eine Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit propagiert. Durch die Diskussion um die "Ich-AGs" erhält das Thema neue Aktualität. Um nachhaltig unternehmerisch tätig zu sein, sollte die monetäre Gründungs- und Übernahmeförderung durch die Förderung der Gründerqualifikation ergänzt werden. Die Existenzgründerkurse greifen hier in vielen Fällen zu kurz. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) hat untersucht, welchen Beitrag die Berufsbildung für eine erfolgreiche unternehmerische Selbstständigkeit leisten kann, und wie ein entsprechendes Angebot in die Berufsbildung integriert werden könnte. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse der Studie, u.a. Ergebnisse einer Befragung von Unternehmern aus den Bereichen Einzelhandel und Tourismus nach ihrer Einschätzung zur Vermittlung unternehmerischer Qualifikationen in der Berufsbildung und der notwendigen Qualifikationen für Unternehmer.
Geregelte Aufstiegsfortbildung ist für den Aufstieg der Absolventen des dualen Systems zu mittleren und Fach- und Führungskräften auch bei Expansion der Hochschulabschlüsse eine entscheidende und zukunftsträchtige Basis. Jedoch sind die bisher für diesen Aufstieg erforderlichen Kompetenzen im Projektmanagement, für Führungsaufgaben, Aufgaben der Gestaltung betrieblicher Kommunikation und Kooperation und für strategische Aufgaben in der traditionellen Aufstiegsfortbildung noch zu wenig verankert gewesen. Neue Zielgruppen wie Abiturienten, Studienabbrecher, Hochschulabsolventen stellen zudem die Aufstiegsfortbildung vor weitere Herausforderungen und eröffnen ihr neue Möglichkeiten. Der Beitrag stellt die ordnungspolitisch wichtigsten Ergebnisse einer Untersuchung für die kaufmännische Aufstiegsfortbildung mit Schwerpunkt Fachwirt in den Dienstleistungsbranchen vor und gibt einen Ausblick auf die Perspektiven. Generell wurde festgestellt, dass die Aufstiegsfortbildung für die Professionalisierung der mittleren Fach- und Führungsfunktionen sowie die Qualifikationsversorgung des unternehmerischen Mittelstandes vielen Unternehmen nicht bewusst ist. Ein gezieltes Marketing für das Produkt Aufstiegsfortbildung sei erforderlich und Ziel und Qualität der Aufstiegsfortbildung besser auf die Situation dieser Zielgruppe auszurichten. Ihre Förderung erfordere öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse; hier müsse die Ordnungsarbeit verstärkt ansetzen.
In den neu geordneten Aufstiegsfortbildungen (Meister/ Fachwirte/ Fachkaufleute) wird der Handlungsorientierung große Bedeutung beigemessen. Dies gilt sowohl für die Vermittlung als auch für die Prüfung von Fortbildungsqualifikationen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht Möglichkeiten, entsprechende handlungsorientierte Konzepte durch Planspieltraining didaktisch zu unterstützen. Im Blick sind dabei Unternehmensplanspiele, die sich als didaktische Methoden seit langem bewährt haben. Sie empfehlen sich von ihren Einsatzzielen und ihren Organisationsmethoden her für den Einsatz in der beruflichen Aufstiegsfortbildung. Untersucht wird, inwieweit bei den Teilnehmenden durch den Planspieleinsatz unternehmerisches Denken und Handeln gefördert wird und welche Trainingsmodelle empfohlen werden können.
Für die Attraktivität des dualen Systems der Berufsausbildung sind die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der Fachkräfte von besonderer Bedeutung. Zu diesen zählt die unternehmerische Selbständigkeit, die in letzter Zeit zunehmendes Interesse erfahren hat. In dem Beitrag werden anhand der Daten des sozioökonomischen Panels die Perspektiven unternehmerischer Selbständigkeit insbesondere für Absolventen einer betrieblichen Lehre untersucht. Dabei stellt sich auch die Frage, welche Grundlagen und Qualifikationen potentielle Unternehmensgründer benötigen und wie diese in der Ausbildung vermittelt werden können.
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