In dem Projekt "Mobilitätsverhalten und Berufsperspektiven studienberechtigter Fachkräfte in Betrieben und Maßnahmen zu ihrer weiteren Qualifizierung" wurden Entscheidungsprozesse und Mobilität von Absolventen mit Studienberechtigung nach der Lehre sowie deren Berufsperspektiven und weitere Qualifizierung durch die Unternehmen untersucht. Der Beitrag zeigt die beruflichen Perspektiven der Absolventen mit Studienberechtigung aus der Sicht von Unternehmen ausgewählter Wirtschaftsbereiche auf. Insgesamt stellen die Unternehmen den studienberechtigten Absolventen des dualen Systems gute berufliche Perspektiven in Aussicht. Dementsprechend besteht auch eine recht hohe Bereitschaft, sich in der Qualifizierung und Personalentwicklung dieser Nachwuchskräfte zu engagieren. Dennoch existieren große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen: In der Industrie und im Handwerk werden im eigenen Unternehmen weniger positive Berufsaussichten für die Absolventen gesehen als in Handelsbetrieben, Banken und Versicherungen. Günstige Aussichten zum Aufstieg werden den dual Ausgebildeten mit kaufmännischem Abschluß in den sogenannten "Abiturientenberufen" eingeräumt, abgeschwächt auch in den gewerblich-technischen Berufen. Im kaufmännischen Sektor ist oftmals das innerbetriebliche Karrieregefüge durchlässiger. Begrenzt beurteilen die befragten Betriebe die Chancen zum Aufstieg in die Führungsspitze der mittleren Unternehmensebene.
Der Beitrag untersucht die Unterschiede im Ausbildungsverhalten weiblicher und männlicher Abiturienten. Datengrundlage sind Längsschnittuntersuchungen bei Studienberechtigten, die die Hochschul-Informationssystem-GmbH seit 1977 durchführt. Zuletzt wurde der Entlassjahrgang 1986 Ende 1986 befragt. Fazit ist, dass sich die Einstellungen zur nicht-akademischen beruflichen Ausbildung bei Männern und Frauen unterschiedlich entwickelt haben. Während 37% der Frauen des Entlassjahrgangs 1986 (1983: 30%) ganz auf ein Studium verzichten wollen, sind es nur 14% der männlichen Abiturienten. "Männer verfolgen zudem häufiger die Doppelstrategie, den beruflichen Ausbildungsabschluss durch ein Studium zu ergänzen. Folge davon ist, dass sie sich erst später der Ernstsituation der Berufswelt stellen, aber danach auch Ansprüche auf andere, höherwertiger eingeschätzte und belohnte Berufspositionen erheben als Frauen. So könnte der frühzeitige Verzicht von Abiturientinnen, die Studienoption einzulösen, sich längerfristig gesehen so auswirken, dass Frauen von höheren Führungsebenen in der Arbeitswelt ausgeschlossen sind."
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