Im Rahmen seiner Initiative »Höhere Berufsbildung« hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zusammen mit der Kultusministerkonferenz (KMK) ein Konzept zur Realisierung eines doppelqualifizierenden Bildungsgangs erarbeitet. Im Beitrag werden Zielsetzung und drei Modellvarianten vorgestellt.
Die »Berufsmatura: Lehre mit Reifeprüfung« (Lehre mit Matura) ist in Österreich eine bildungspolitische Innovation, die Lehrlingen während ihrer Ausbildung den Erwerb der sogenannten Berufsreifeprüfung ermöglicht und damit zu einem allgemeinen Hochschulzugang berechtigt. Der Beitrag beschreibt Zielsetzung, Struktur und Organisation des seit 2008 bestehenden Programms und geht auf die Akzeptanz bei Lehrlingen und Betrieben ein.
Der Schulversuch »DuBAS – Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen« wurde 2011 an zwei Beruflichen Schulzentren (BSZ) des Freistaats gestartet. Leistungsstarke Schüler/-innen mit Realschulabschluss können innerhalb von vier Jahren die allgemeine Hochschulreife und zugleich einen Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz erwerben. Der Schulversuch wurde am Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken der TU Dresden wissenschaftlich begleitet. Im Beitrag werden vier Jahre nach der Einführung des Ausbildungsgangs erste Erfahrungen aufgezeigt.
Vor dem Hintergrund einer expansiven Entwicklung im Gesundheitsbereich besteht die Notwendigkeit, qualifiziertes Personal auszubilden und die Attraktivität einer Berufsausbildung zu erhöhen. In diesem Zusammenhang gewinnen duale Ausbildungsberufe, die als doppelqualifizierende Bildungsgänge konzipiert sind, an Bedeutung. Ausgehend von einem Besuch des Kölner Barbara-von-Sell-Berufskollegs, das eine Doppelqualifizierung für medizinische Fachberufe bereits seit zehn Jahren anbietet, ist am Schulzentrum Walle in Bremen ein entsprechender Schulversuch mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 eingerichtet worden. Über dessen bisherige Entwicklung wird hier berichtet.
Im Modellversuch "Berufsbegleitende Weiterbildung zum Industrie-/Handwerksmeister und Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) am Studienort Betrieb" wird seit 2001 an einer simultanen Entwicklung der Berufsfähigkeit von Facharbeitern zum Meister und Diplomwirtschaftsingenieur (FH) gearbeitet. Mit dem mehrfach qualifizierenden Karriereweg tragen Unternehmen des Maschinenbaus und der maritimen Wirtschaft in der Region Rostock/Ostmecklenburg-Vorpommern dazu bei, Arbeitnehmern im Berufsfeld Metalltechnik den Anschluss an ein Studium zu ermöglichen. Das Angebot entwickelt eine neue Abstimmungs-, Studienorganisations- und Abschlussqualität im Verhältnis der Dualpartner Unternehmen und Hochschule. Im Beitrag werden der Studiengang beschrieben und erste Ergebnisse vorgestellt.
Im Rahmen eines Modellversuches erprobt die Deutsche Telekom AG für zwei Berufe die Integration des Fernstudiums in die betriebliche duale Ausbildung (Industriekaufmann mit Studium zum Diplom-Betriebswirt (FH) und Fachinformatiker mit Studium zum Diplom-Telekommunikationsinformatiker). Ziel der Doppelqualifikation ist es, Führungskräfte mit praktischer Ausbildung zu gewinnen. Mit jedem Studiengang werden zwei Modelle erprobt: eine gemeinsame Ausbildung und ein gemeinsames Studium als virtuelle Lerngruppe und die Integration eines Fernstudiums unter Einbindung einer Berufsschule. Im Beitrag wird das Modell unter dem Aspekt der Integration von Fernstudium und Berufsschule betrachtet. Mit konventionellen Lehrbriefen könnte daraus ein neues Modell für duale Studiengänge entstehen.
In den LEONARDO-Forschungsprojekten werden ausgewählte Modelle von Doppelqualifikationen in sieben europäischen Ländern vergleichend analysiert. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, in welchem Maße berufliche und allgemeine Bildung auf curricularer Ebene integriert und welche Schlüsselqualifikationen dabei erworben werden. Der Beitrag stellt erste Ergebnisse vor.
Vorgestellt werden Erfahrungen und Ergebnisse des bayerischen Modellversuches "Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife" (DBFH), der seit 1995 vom Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München durchgeführt wird. Nach Ende der beiden ersten Versuchsjahrgänge schätzen Schüler und beteiligte Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen den Modellversuch eindeutig positiv ein. Durch die enge Zusammenarbeit aller am MV beteiligten Stellen, den curricularen Ansatz eines beruflichen Leitfaches und die spezifische Förderung leistungsfähiger und leistungswilliger Schüler ist es gelungen, dass besonders leistungsfähige Schüler mit mittlerem Schulabschluss in einem insgesamt nur dreijährigen Bildungsgang sowohl den Abschluss einer beruflichen Erstausbildung als auch die Fachhochschulreife erreichen können.
Auf der Basis einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung (BIBB/IAB-Erhebung 1991/92) wird untersucht, welche Karrierewege den Abiturienten in Bezug auf Einkommen, beruflicher Zufriedenheit und Arbeitsplatzsicherheit den größten Erfolg versprechen. Erwerbstätige Abiturienten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden den Abiturienten gegenübergestellt, die nach dem Abitur andere Optionen wahrgenommen haben. Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Abiturienten, die keine weiteren formalen Abschlüsse erworben haben, waren am häufigsten arbeitslos bzw. in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Diejenigen, die nach dem Abitur eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolviert haben, erzielen zwar die niedrigsten Einkommen, ihre Arbeitsmarktchancen scheinen aber relativ günstig zu sein. Eine Doppelqualifikation (Berufsausbildung plus Hochschulstudium) bringt zwar keine finanziellen Vorteile, doch bezüglich der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der beruflichen Zufriedenheit schneiden die Doppeltqualifizierten besser ab als Akademiker ohne Zusatzqualifikation.
Auf Initiative des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit den Firmen AUDI AG Ingolstadt, BMW AG Dingolfing und Fa. Mann und Hummel GmbH Marklhofen ein Konzept erarbeitet, so dass besonders leistungsfähige Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss in einem insgesamt dreijährigen Bildungsgang sowohl den Abschluss einer beruflichen Erstausbildung als auch die Fachhochschulreife erwerben können. Der Modellversuch hat im Herbst 1994 an den Standorten Ingolstadt und Dingolfing begonnen und endet voraussichtlich im Sommer des Jahres 1999. Bisher sind die Ausbildungsberufe Industriemechaniker und Energieelektroniker daran beteiligt. Es ist geplant, den Modellversuch auch für andere Berufe bzw. Berufsfelder zu öffnen. Der Beitrag beschreibt die Zielsetzungen, die Erwartungen und erste Ergebnisse aus der Sicht der am Modellversuch beteiligten Firmen und des Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung, Abteilung Berufliche Schulen.
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