Trotz des aktuellen Mangels an Arbeitskräften und einer hohen Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze haben viele Jugendliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung. Dies betrifft vor allem Jugendliche ohne oder mit einfachem Schulabschluss. Sie sind daher häufig in Bildungsgängen des Übergangsbereichs zu finden. Während zur Lebenssituation dieser Jugendlichen bereits Forschungsergebnisse vorliegen, gibt es zum Unterricht in Bildungsgängen des Übergangsbereichs kaum empirische Erkenntnisse. Dies gilt insbesondere für die Unterrichtsplanung, die in diesem Beitrag behandelt wird. Hierzu werden Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Lehrpersonen vorgestellt.
Kanada ist eines der beliebtesten Einwanderungsländer weltweit und verfügt über umfassende Erfahrungen hinsichtlich der Bewertung und Anerkennung von ausländischen Qualifikationen und Fähigkeiten. Das Projekt, in dessen Kontext dieser Beitrag steht, versucht mittels quantitativer Analysen und Unternehmensfallstudien Ansätze und Methoden zu identifizieren, die von Arbeitgebern genutzt werden, um ausländische Qualifikationen zu bewerten und anzuerkennen. In diesem Beitrag liegt der Fokus auf den quantitativen Analysen der kanadischen PIAAC-Daten, wobei Regressionsmodelle genutzt werden, um zu prüfen, wie ausländische Qualifikationen und Berufserfahrungen auf dem kanadischen Arbeitsmarkt bewertet und entlohnt werden. Dabei werden die Einflussfaktoren auf das individuelle Einkommen der Beschäftigten differenziert analysiert.
In einem BIBB-Projekt zur Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen soll das Erfahrungswissen von Beratern für die Qualifikationsforschung erschlossen werden. Im Zentrum stehen betriebliche Veränderungen, die von Beratern begleitet und mitgestaltet wurden. Im Beitrag werden Strategien und Methoden zur Ermittlung von Qualifikationsbedarf im Rahmen von Beratungsprozessen und der Einfluss von Beratern auf die Gestaltung der betrieblichen Qualifikationsentwicklung und Qualifizierung dargestellt. Die Aussagen basieren einmal auf einer Betriebsbefragung zur Beratung in Betrieben, zum anderen auf Auswertungen von Interviews mit Beratern, die als Personal- und Organisationsentwickler, als Arbeitsgestalter und Change Manager tätig sind.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Statistische Bundesamt führen jeweils die Erhebungen zu den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen durch. Beide Erhebungen führen nicht selten zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Lehrstellenzählungen des BIBB und des Statistischen Bundesamtes beruhen auf zwei verschiedenen, gesondert geführten Erhebungen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden in dem Beitrag vorgestellt und die Auswirkungen der beiden Zählweisen diskutiert. Deren Unterschiede in den Ergebnissen werden vor allem auf den um drei Monate versetzten Erhebungszeitraum zurückgeführt. Berufsbildungsstatistik und -forschung sind gefordert, mehr Klarheit über die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Ergebnisse der beiden Erhebungen zu schaffen.
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) gab eine Delphi-Studie (eine auf die Zukunft ausgerichtete Expertenbefragung) in Auftrag, die sich mit der Zukunft des deutschen Bildungssystems bis zum Jahre 2020 beschäftigte. Untersucht wurden die Auswirkungen der Wissensgesellschaft auf die Bildungsprozesse und -strukturen. Zum einen wurden die Experten befragt, was die Bildungssysteme ihrer Ansicht nach in Zukunft leisten sollten, zum anderen sollten sie einschätzen, wie sich die Bildungssysteme wahrscheinlich entwickeln werden. Der Beitrag stellt die Ergebnisse des Bildungs-Delphi 1997/98 zum Bereich der beruflichen Bildung dar. Dem Urteil der Experten zufolge besteht im Bildungssystem Veränderungsbedarf, wobei dem Hochschul- und allgemeinbildenden Schulsystem ein höherer Reformbedarf attestiert wird. Im Bereich der beruflichen Bildung erwarten die Experten die Reform und Modernisierung der Berufsschulbildung, die Differenzierung der beruflichen Erstausbildung (zweijährige und überwiegend praktische Bildungsgänge, Zusatzqualifikationen), die Tertiarisierung der dualen Ausbildung (höherer Anteil von Absolventen der Berufs- und Wirtschaftsakademien), eine enge Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, die Medialisierung und die Internationalisierung der beruflichen Bildung (wie z.B. neue international anerkannte Abschlüsse). Zweifel hegen die Experten in bezug auf Fortschritte bei der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung und der verbesserten Förderung von Benachteiligten und Behinderten. Übersichten stellen die überwiegend erwünschten und zugleich erwarteten Entwicklungen dar sowie erwünschte Entwicklungen, die aber nur von einer Minderheit der Experten auch erwartet werden.
Viele Prüfungsteilnehmer des dualen Systems der Berufsbildung, die beim ersten Versuch scheitern, wiederholen die Prüfung. Sie werden dann als Prüfungsteilnehmer zweimal gezählt und verwässern den tatsächlichen Prüfungserfolg. Seit 1993 werden in der Berufsbildungsstatistik die Wiederholer eigens erfasst, so dass es ab diesem Zeitpunkt möglich ist, eine erweiterte, genauere Berechnungsmethode anzuwenden, die den Wiederholereffekt berücksichtigt und zu personenbezogenen Erfolgsquoten führt. Diese sind dann höher und entsprechen weitgehend den tatsächlichen Quoten. Die Kenntnis dieser Methode unterstützt bei der gegenwärtig zunehmenden Zahl der Wiederholer die realitätsgerechte Interpretation der Prüfungsergebnisse.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Um Veränderungen beim Facharbeiteraufstieg darzustellen, hat H. Althoff in einem Beitrag dieser Zeitschrift Daten des Mikrozensus ausgewertet und dabei festgestellt, dass die wachsende Zahl der Hochschulabsolventen keinen nachteiligen Einfluss auf die Aufstiegschancen von Facharbeitern hat. Die Autorin kritisiert die unvollständige Nutzung der Mikrozensusdaten und stellt die Verwendbarkeit der Daten und Methoden in Frage.
Die Attraktivität und Qualität des dualen Systems der Berufsausbildung sind entscheidende Faktoren, um die Nachfrage der Auszubildenden nach Ausbildung zu sichern. In einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung geht es um die Erfassung und Beschreibung wichtiger Elemente der Ausbildung und ihrer Bewertung durch die Auszubildenden. Bewertet wurde von den Auszubildenden ihre globale Zufriedenheit mit dem betrieblichen Ausbildungsverlauf, aber auch spezifische Faktoren wie die Qualifikation des Ausbildungspersonals, der Nutzen der Lernorte, die Effizienz der Lernmethoden und die Auswahl der Lerninhalte wurden aus ihrer persönlichen Sicht beurteilt. Der Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung dar, wobei zusammenfassend bemerkt wird, dass die duale Ausbildung insgesamt positiv eingeschätzt wurde.
Über die mit Lehrprogrammen erreichbaren Lernerfolge gibt es wenig gesichertes Wissen. Hohe Erwartungen, oft gekoppelt mit Unkenntnis und Naivität über die Lernvoraussetzungen und Einsatzbedingungen, werden häufig enttäuscht. Hinzu kommt, daß sich generell Lernerfolge, die sich in verbesserter Handlungsfähigkeit äußern, nicht sofort messen lassen und Ursache-Wirkungs-Zuordnungen meist nur schwer möglich sind. Der Beitrag liefert auf der Grundlage einer empirischen Vergleichsuntersuchung von traditionellen Lehrgängen und neuen Lehrprogrammen Daten zur pädagogichen Wirksamkeit beider Vorgehensweisen.
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