Ausbilder/-innen und Berufsschullehrer/-innen begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Sie leisten damit einen verantwortungsvollen Beitrag für die Ausbildung und Sozialisation der künftigen Fachkräfte und sorgen für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung. Daher stehen die Gewinnung und Qualifizierung des beruflichen Bildungspersonals im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche neuen Anforderungen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und eine wachsende Heterogenität der Lernenden an das Bildungspersonal stellen und wie es selbst die täglichen Herausforderungen beurteilt. Gefragt wird nach dem Qualifizierungsbedarf – in quantitativer und qualitativer Hinsicht –, nach geeigneten Qualifizierungsangeboten und -formaten und nach den für ihre zukunftsorientierte Qualifizierung erforderlichen Rahmenbedingungen.
Obwohl Unternehmen im dualen Berufsbildungssystem der Schweiz eine entscheidende Rolle spielen, sind sie eher selten Gegenstand von Forschung. Das trifft besonders auf jene Personen zu, die dieses Ausbildungsmodell wesentlich prägen: die betrieblichen Berufsbildner/-innen. Eine Studie am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung hat sich daher dieser bislang nur wenig erforschten Gruppe angenommen, ihre Charakteristika sowie ihren Berufsalltag untersucht und ihre zentrale Rolle bei der beruflichen Sozialisierung identifiziert.
Der Beitrag stellt den Stand der Forschung und Erkenntnisse zu Weiterbildung in Migrantenunternehmen auf Grundlage einer Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2013 vor. Anhand von Betriebsgrößenklassen, Wirtschaftszweigen und der Bildung der Inhaber/-innen werden die Unterschiede in der Weiterbildungsteilhabe zwischen Migranten- und Nicht-Migrantenbetrieben dargestellt. Auf Basis der Ergebnisse ist zu vermuten, dass neben betriebsstrukturellen Einflüssen auch weitere migrationsbedingte Einflüsse als Ursachen für die niedrigere Weiterbildungsteilhabe in Migrantenbetrieben in Betracht gezogen werden müssen. Hierzu werden mögliche Ansätze für weitere Untersuchungen vorgeschlagen.
Vocational education and training in German-speaking countries is traditionally aligned to the concept of the training occupation. Both the precise nature of this concept and the requirements made of it have regularly shifted in the past. The present article provides an overview of this development and describes current action areas with regard to structuring the training occupation in a future-oriented way so as to serve as the starting point for a flexible employment biography.
Vocational education and training in German-speaking countries is traditionally aligned to the concept of the training occupation. Both the precise nature of this concept and the requirements made of it have regularly shifted in the past. The present article provides an overview of this development and describes current action areas with regard to structuring the training occupation in a future-oriented way so as to serve as the starting point for a flexible employment biography.
Berufsbildung im deutschsprachigen Raum orientiert sich traditionell am Konzept des Ausbildungsberufs. Ausprägung und Anforderungen an dieses Konzept haben sich in der Vergangenheit immer wieder gewandelt. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese Entwicklung und beschreibt aktuelle Handlungsfelder für eine zukunftsweisende Ausgestaltung des Ausbildungsberufs als Startpunkt für eine flexible Erwerbsbiografie.
Der Kenntnis- und Forschungsstand zur Lebenssituation und gesellschaftlichen Integration funktionaler Analphabetinnen und Analphabeten in Deutschland ist sehr gering. Dies betrifft auch Fragen der schulischen Sozialisation und beruflichen Integration. Auf der Grundlage erster Befragungen, die im Rahmen des Projekts AlphaPanel durchgeführt wurden, werden im Beitrag die schulischen und beruflichen Wege nachgezeichnet, die funktionale Analphabetinnen und Analphabeten vor dem Beginn eines Alphabetisierungskurses gegangen sind. Dabei werden besonders der Übergang in die berufliche Ausbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt fokussiert. Die Ergebnisse belegen, dass zwar ein Großteil der Befragten einer Erwerbstätigkeit nachgeht, allerdings meist in Aushilfs- und Anlernberufen. Daher ist ein zentrales Motiv für die Teilnahme an einem Alphabetisierungskurs das Ziel, die berufliche Situation zu verbessern.
Berichtet wird über Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt "Exploration und Verbesserung öffentlicher Qualifizierungsmaßnahmen für Aussiedlerfrauen in Dienstleistungsberufen" des Bundesinstituts für Berufsbildung. Der Beitrag fasst die bedeutendsten Integrationshemmnisse des Berufserfolgs von Aussiedlerfrauen in Dienstleistungsberufen, in Abhängigkeit von Berufsweg und Sozialisation im Herkunftsland, zusammen. Als besonders gravierend stellen sich bei jeder der untersuchten Qualifizierungsmaßnahmen die Sprachprobleme heraus.
In dem Beitrag wird über einen Bremer Modellversuch berichtet, dessen Hauptaufgabe es war, herauszufinden, wie eine Berufsausbildung curricular und lernorganisatorisch gestaltet werden muss, um Jugendliche, die sich bereits aus dem Bildungssystem verabschiedet haben, zu einem erfolgreichen Berufsausbildungsabschluss zu führen. Aufgrund der Erfahrungen, die im Modellversuch gewonnen wurden, werden die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung sowie die Lernform "Projektmethode" als erfolgversprechende Wege der Berufsausbildung von Schulverweigerern empfohlen.
Der Aufsatz benennt auf der Basis neuen empirischen Materials einige grundlegende Daten der quantitativen Dimensionen von Arbeit und Ausbildung im Jugendstrafvollzug. Es wird gezeigt, daß eine Mehrheit der Jugendlichen im Vollzug sich in dequalifizierenden Arbeitszusammenhängen befindet, die die gesellschaftliche Eingliederung eher behindern als fördern. Zudem werden einige Probleme angedeutet, die mit der intendierten integrativen Wirkung von Berufsausbildung verbunden sind. Berufsausbildung wird als Chance für eine gesellschaftliche Eingliederung verstanden, der jedoch in erheblichem Maße Hindernisse entgegenstehen, die im Jugendstrafvollzug allgemein und in der Vollzugsausbildung im besonderen mitproduziert werden.
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