Im August 2016 ist in Österreich das Gesetz über die Ausbildungspflicht bis 18 (Ausbildungspflichtgesetz) in Kraft getreten. Es ist zentraler Bestandteil des innovativen Programms »AusBildung bis 18«, das mit umfangreichen Reformvorhaben im Bereich der Prävention, Intervention und Kompensation den Abschluss einer Erstausbildung für möglichst alle Jugendlichen in Österreich sicherstellen soll. Der Beitrag geht einleitend auf die Hintergründe ein, die zu den Reformmaßnahmen geführt haben, und beschreibt diese in ihrer Zielsetzung und Umsetzung und die damit verbundenen Erwartungen.
Der Ausbildungsberuf Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r (ZFA) bietet wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Zwei verbreitete Wege des Aufstiegs liegen in den Tätigkeitsfeldern Prophylaxe und Verwaltung. Eine nennenswerte Einkommenssteigerung sowie ein erweitertes Aufgabenspektrum sind darüber aber nicht zu erreichen, da insbesondere das Zahnheilkundegesetz und berufspolitische Rahmenbedingungen stark reglementierend wirken. Mit dem Bachelor of Science in Dentalhygiene und Präventionsmanagement werden erste Akademisierungstendenzen im Berufsfeld deutlich. Vor diesem Hintergrund werden im Beitrag Entwicklungsmöglichkeiten der ZFA nachgezeichnet und kritisch beleuchtet.
Der Einstieg in den Arbeitsmarkt ist für junge Erwachsene eine berufliche Herausforderung. Gelingt dieser nach einer abgeschlossenen Berufsbildung nicht, kann dies zu erheblichen Belastungen der jungen Menschen und ihrer beruflichen Karriere führen. Im Beitrag werden Hypothesen zu Bedingungen der Jugendarbeitslosigkeit nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung formuliert und empirisch überprüft. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich arbeitslose von nicht arbeitslosen Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen unterscheiden und wie die Gefahr von Jugendarbeits losigkeit bereits in der Berufsausbildung frühzeitig erkannt werden kann. Abschließend werden praktische Maßnahmen vorgestellt, wie bereits in der Ausbildung der Jugendarbeitslosigkeit vorgebeugt werden kann.
Die sich schwieriger gestaltenden Übergänge von der Schule in die Ausbildung machen Berufsorientierung wichtiger denn je. Weil kaum jemand mehr sein Arbeitsleben in dem einst erlernten Beruf beendet, sollte hier mehr geleistet werden, als bloß Einblicke in Berufe zu vermitteln. Die Jugendlichen sind darauf vorzubereiten, flexibel auf die Ansprüche der Wirtschaft zu reagieren und Umorientierungen zuzulassen. Aus der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojekts „Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten“ werden erste Einschätzungen vorgestellt.
Eine Lehrvertragsauflösung ist für viele Jugendliche ein sehr belastendes Ereignis. Nebst dem Gefühl versagt zu haben, steht für viele die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie es weitergeht, im Vordergrund. Die Längsschnittstudie LEVA hat rund 1.200 Jugendliche in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Lehrvertragsauflösung begleitet. Der Beitrag gibt einen Überblick über das Ausmaß von Lehrvertragsauflösungen im Kanton Bern und beschreibt die Ursachen aus Sicht der betroffenen Vertragsparteien. Daran anschließend wird der Verbleib der Jugendlichen nach der Lehrvertragsauflösung sowie deren Chance auf einen Wiedereinstieg in eine zertifizierende Sekundarstufe-II-Ausbildung im Zeitverlauf berichtet. Der Beitrag benennt schließlich Faktoren, die den Wiedereinstieg begünstigen respektive hemmen, und schließt mit einigen Schlussfolgerungen im Hinblick auf Maßnahmen zur Prävention von Lehrvertragsauflösungen.
Das Thema "Ausbildung gestalten und Sozialkompetenz entwickeln" wird hier aus der Perspektive kompliziert verlaufender Ausbildungsbemühungen bearbeitet. Im Land Bremen arbeitet das Projekt "Ausbildung - Bleib dran" seit 2001 an der Unterstützung der Akteure im dualen System zur Vermeidung unreflektierter Ausbildungsabbrüche durch Prävention und Intervention. Dabei wird mit unterschiedlichen Verantwortlichen der Berufsausbildung zusammengearbeitet. Im Beitrag wird eine Einordnung des Ausbildungsproblems vorgenommen und auf Qualitätsdimensionen fokussiert (eine sozialintegrierende, eine pädagogische, eine weiterbildende und eine quantitative Dimension). Dazu werden praktische Erfahrungen aus der Projektarbeit vorgestellt und vor dem Hintergrund der Qualitätsdimensionen eingeordnet.
Am 5. Februar 2003 veranstaltete das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) einen Workshop über Vertragslösung und Abbruch der Ausbildung. Anlass waren die steigenden Zahlen der Vertragslösungen sowie methodisch-statistische Fragen zur Berechnung der Quoten für den Berufsbildungsbericht. Resümee der Diskussionen: Vertragslösungen bedeuten erhebliche Kosten für die Betriebe wie auch für die Jugendlichen. Viele Vertragslösungen sind durch Prävention und Intervention vermeidbar. Die verschiedenen Projekte zur Vermeidung von Vertragslösungen sollten sich vernetzen, um Erfahrungen auszutauschen. Die statistischen Grundlagen sollten durch Erhebung des Merkmals "vorausgegangene betriebliche Ausbildung" verbessert werden. Dadurch können Abbrecher und Wechsler besser unterschieden werden. Im Berufsbildungsbericht soll eine differenzierte Methode zur Berechnung der Vertragslösungen (Schichtenmodell) angewandt werden.
Für gewaltsame Delinquenz bei Jugendlichen, die in der Berufsausbildung stehen oder Facharbeiter sind, spielt der Gruppenzusammenhang eine große Rolle. Gewaltsames Handeln wird in diesem Artikel als Bewältigungsstrategie der Identitätsentwicklung im Jugendalter verstanden, die heute unter den Bedingungen der Individualisierung der Gesellschaft stattfinden muss. Die besonderen Möglichkeiten der Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, der "Dekomposition" von Denken, Fühlen und Handeln bei den gewaltbereiten Jugendlichen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt. Angestrebt wird eine Ich-Stärkung durch die Verbesserung von Realitätswahrnehmung, Reflexionsfähigkeit und den Aufbau echter Sozialbeziehungen und die Festigung des Vertrauens in die eigene Entwicklungsfähigkeit.
Analysen der Umweltsituation in den neuen Bundesländern lassen zunehmend das Ausmaß der Betroffenheit der Menschen in den Problemregionen deutlich werden. Ihre Lebenssituation durch umfassende Sanierungsmaßnahmen rasch zu verbessern, ist dringend erforderlich, wobei aber vermieden werden muß, das Know-how und Bewußtsein der Beteiligten einseitig auf nachsorgenden oder kompensatorischen Umweltschutz auszurichten. Langfristig ist eine aktive Umweltpolitik erforderlich, die zum Ziel hat, "End-of- the-pipe-Maßnahmen" durch Präventionsstrategien zu ersetzen. Das würde bedeuten, in der Wirtschaftsplanung Umweltbelange nicht unter "ferner liefen" zu behandeln, sondern sie konsequent als wichtigen Faktor einzubeziehen. Voraussetzung dafür ist die Entwicklung von Umweltbewußtsein und umweltbezogener Handlungskompetenz bei allen Beteiligten. Die Gestaltung und Umsetzung dieser bildungspolitischen Aufgabe müßte in den neuen Bundesländern unter Berücksichtigung der regionalen Verhältnisse, der Bedürfnisse und des Bewußtseins der Bevölkerung geleistet werden.
Auch nichtärztliche Gesundheitsberufe sehen sich ständig verändernden beruflichen Anforderungen gegenüber. Auf der Grundlage hierfür ursächlicher Entwicklungstendenzen im Gesundheitswesen sollen im Rahmen eines Forschungsprojekts Empfehlungen zur Gestaltung des Systems beruflicher Bildung im Berufsfeld Gesundheit erarbeitet werden. Ausgangspunkt dieses Vorhabens war die Analyse der bestehenden Regelungssituation als Kennzeichen für den Stand und die bisherige Entwicklung im Berufsfeld Gesundheit.
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.