In 2023, the number of young adults aged from 20 to 34 without a vocational qualification reached a new record high of 2.79 million people. In 2024, the figure decreased for the first time in nine years. This development is presented below, and the explanation of the results is differentiated according to school and vocational qualifications. It is also worth looking at the labour market situation of young adults in order to identify skilled worker potential.
Im Jahr 2023 erreichte die Zahl junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss mit 2,79 Millionen Personen ihren bisherigen Höchststand. Im Jahr 2024 ist sie erstmals seit neun Jahren wieder rückläufig. Diese Entwicklung wird im Folgenden dargestellt und die Ergebnisse differenziert nach Schul- und Berufsabschluss erläutert. Zur Identifizierung von Fachkräftepotenzialen lohnt zudem ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation junger Erwachsener.
Wie so oft – und das hat Tradition in dieser Rubrik – kann ein Blick in die Vergangenheit helfen, Inspiration für die Gegenwart zu finden. Diesmal führt uns die gedankliche Zeitreise zurück an das Ende des letzten Jahrtausends, als sich die Autorin Sabine Davids mit der Frage beschäftigte, wie das Qualifizierungspotenzial junger Erwerbstätiger ohne Berufsabschluss durch innovative Formen der Weiterbildung erschlossen werden kann.
Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland Modellprojekte, die mithilfe von aufeinander aufbauenden Modulen eine berufliche Nachqualifizierung für unterschiedliche Zielgruppen ermöglichen. Das Kölner Bildungsmodell (KöBi) ist eines dieser Modelle. Es richtet sich an junge Erwachsene ohne Berufsabschluss, die meist multiple Problemlagen aufweisen und oft dauerhaft auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Im Beitrag wird gezeigt, wie es mit dem Modell gelingt, einen Großteil der Teilnehmenden durch eine Kombination von niedrigschwelligem Einstieg, begleitendem Coaching und zeitlicher Flexibilität erfolgreich zu qualifizieren.
Die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsstellenmarkt, die steigenden Abbruchquoten in allen Ausbildungsbereichen und weiter rückläufige Beschäftigung von Ungelernten waren Anlass für das BIBB, eine umfangreiche Untersuchung zum Werdegang von Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung durchzuführen. Der Beitrag zeigt, wie sich der Anteil junger Erwachsener ohne Berufsabschluss in den letzten Jahren verändert hat, aufgrund welcher Voraussetzungen der Beginn und der Abschluss einer Ausbildung für sie schwierig ist, wie sich die Bildungs- und Erwerbsbiographien dieser Jugendlichen nach Abgang von der Schule entwickeln und welche Folgen der fehlende Berufsabschluss für die jungen Erwachsenen hat. Befragt wurden 15.000 Jugendliche im Alter zwischen 20 und 29 Jahren mit deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit zu ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
In dem Beitrag wird über einen Bremer Modellversuch berichtet, dessen Hauptaufgabe es war, herauszufinden, wie eine Berufsausbildung curricular und lernorganisatorisch gestaltet werden muss, um Jugendliche, die sich bereits aus dem Bildungssystem verabschiedet haben, zu einem erfolgreichen Berufsausbildungsabschluss zu führen. Aufgrund der Erfahrungen, die im Modellversuch gewonnen wurden, werden die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung sowie die Lernform "Projektmethode" als erfolgversprechende Wege der Berufsausbildung von Schulverweigerern empfohlen.
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