Seit Jahren wird in der Aus- und Weiterbildung, der Personalentwicklung und der Organisationsgestaltung davon gesprochen, dass die Mitarbeiter lebenslang oder lebensbegleitend lernen müssen und dass dieses in der Organisation auch entsprechend verankert werden soll. Dennoch ist das lebenslange Lernen immer noch ein Dauerbrenner. Warum ist das so? Für das lebenslange Lernen in der Arbeit kommt dem Aspekt der Bewusstseinsbildung auf verschiedenen Ebenen ein hoher Stellenwert zu. Ausgehend von Aspekten des reflexiven Handelns im Arbeitsprozess werden im Beitrag Stadien des arbeitsprozessintegrierten Lernens erörtert und der Qualifizierungsprozess des Ausbilders zum Lernprozessbegleiter am Beispiel der Deutschen Telekom vorgestellt
Für gewaltsame Delinquenz bei Jugendlichen, die in der Berufsausbildung stehen oder Facharbeiter sind, spielt der Gruppenzusammenhang eine große Rolle. Gewaltsames Handeln wird in diesem Artikel als Bewältigungsstrategie der Identitätsentwicklung im Jugendalter verstanden, die heute unter den Bedingungen der Individualisierung der Gesellschaft stattfinden muss. Die besonderen Möglichkeiten der Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, der "Dekomposition" von Denken, Fühlen und Handeln bei den gewaltbereiten Jugendlichen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt. Angestrebt wird eine Ich-Stärkung durch die Verbesserung von Realitätswahrnehmung, Reflexionsfähigkeit und den Aufbau echter Sozialbeziehungen und die Festigung des Vertrauens in die eigene Entwicklungsfähigkeit.
Der Beitrag berichtet über den Modellversuch "Integrierte produktionsnahe Aus- und Weiterbildung". Ziel des Modellversuchs ist es, eine möglichst realitätsnahe Form des Lernens und Ausbildens zu sichern. Dabei geht man von der Erkenntnis aus, dass in einer zukunftsorientierten beruflichen Ausbildung neben fachlichen Fertigkeiten zusätzlich personale und soziale Kompetenzen vermittelt werden müssen. Hierzu bedarf es realer Arbeits- und Lernsituationen, die in ihrer ganzen Komplexität während der Ausbildung erfassbar und zu einem notwendigen Lernfeld werden müssen. Der Modellversuch befasst sich mit der Frage, wie diese Arbeitsrealität dem Lernprozess von Auszubildenden zugänglich gemacht werden kann, wie die methodisch-didaktische Gestaltung der Ausbildung, der Weiterbildung der Ausbilder und der Entschlüsselung von Lernchancen aussehen muss. Träger des Modellversuchs sind eine klein- bis mittelbetriebliche Metallwerkstatt, die an realen Aufträgen ausbildet, sowie ein Berufsbildungswerk, das eine produktionsnahe Ausbildungsform einrichten will.
Die Veränderung der Arbeitsorganisation in den produzierenden Betrieben, die Einführung neuer Technologien und auch die Neuordnung der Metallberufe haben dazu geführt, daß eine Gruppe von Ausbildern mit Berufsforschern und -pädagogen zusammen ein neues Ausbildungskonzept für den Beruf des Spaners entwickelt haben. Der Prozeß wurde "rollende Reform" genannt. In dem Artikel werden die Ziele der Neuordnung aufgeführt und die einzelnen Vorgehensweisen beschrieben. Abschließend werden die Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit und deren Umsetzung festgestellt.
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