Am 28. Dezember 2012 hat Professor Dr. Dr. h. c. Hermann Schmidt sein 80. Lebensjahr vollendet. Wir, seine drei Nachfolger im Amt des Präsidenten des BIBB, wollen aus diesem Anlass seine Arbeit über die vielen Jahre für das Bundesinstitut und die deutsche Berufsbildung würdigen. Seine Zustimmung zu dieser Erinnerung gab er widerstrebend. Denn seine Leistungen für die nationale und internationale Berufsbildungsentwicklung hat er immer als Dienst an den jungen Menschen, an der Gesellschaft und der Politik angesehen. Wir drei als seine Nachfolger sehen es aber andererseits als unsere Verpflichtung an, das wenigstens kurz zu beschreiben, was die Berufsbildung und das Institut ihm zu verdanken haben.
Die große Chance im Jahre 2005, den Nationalen Ausbildungspakt noch erfolgreicher zu machen, liege in der Regionalisierung und Vernetzung der Ausbildungsplatzinitiativen, so der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Helmut Pütz. Die Bundesregierung (das BMBF) habe hierzu im Entwurf für das Berufsbildungsreformgesetz den Vorschlag gemacht, die Berufsausbildungsvorbereitung zu verbessern und regionale Berufsbildungskonferenzen einzurichten.
Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Prof. Dr. Pütz, fordert angesichts der Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt, berufliche Bildung in Teilbereichen neu zu denken und zu organisieren. Arbeitsteilige Berufsausbildung in einem Sandwichsystem von langen betrieblichen Ausbildungsphasen (nicht in Form von wertlosen Betriebspraktika) und vollzeitschulischen Ausbildungsphasen in Berufsfachschulen mit Kammerabschlussprüfung könnten das Duale System dauerhaft ergänzen.
Die BWP-Sonderausgabe "Jugendliche in Ausbildung bringen" ist Teil der Ausbildungskampagne für mehr betriebliche Ausbildungsplätze. Die Beiträge berichten über vielfältige Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene, auf regionaler und lokaler Ebene.
Der Autor plädiert im Zusammenhang mit dem lebenslangen Lernen für die Entwicklung eines eigenständigen Bildungs- und Berufsbildungssystems, das auch die Hochschulen auf der institutionellen Seite einschliesst. Das Aus- und Weiterbildungssystem müsse zu einem eigenständigen, gleichwertigen und integrierten Bildungssystem fortentwickelt werden. Kern dieser Empfehlungen für die Gestaltung des Gesamtsystems Lebenslangen Lernens sind Grundsätze, die vor allem folgenden Zielen verpflichtet sind: (1) Verteilung von Lernzeiten über das gesamte aktive Ausbildungs-, Berufs- und Arbeitsleben, (2) Modularisierung des gesamten Bildungsangebots und des Qualifikationserwerbs, (3) Pluralität und Vernetzung aller Lernorte einschliesslich der berufsbildenden Schulen, der Anbieter sonstiger Ausbildungsleistungen sowie lebenslanger Lernmöglichkeiten, (4) Dualität als Prinzip des Arbeitens und Lernens im Berufskonzept, (5) Berücksichtigung der wachsenden Bedeutung und die Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen, (6) Verbindung mit dem Fachhochschulbereich und den Universitäten.
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