Aus einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung zu Qualifikation und aktueller Beschäftigungssituation lassen sich Rückschlüsse auf berufsbedingte regionale Mobilität ziehen. Einen besonderen Schwerpunkt der Betrachtung bildet dabei die innerdeutsche Wanderung von Ost nach West. Anhand von arbeitsplatzbezogenen Indikatoren wird die Gruppe der in den Westteil der Republik Übergesiedelten mit den in den östlichen Ländern Verbliebenen und mit den aus den alten Ländern stammenden Erwerbstätigen im Westen verglichen. Im Fokus stehen die Gruppe der Ost-West-Wanderer nach Abschluss der Schulbildung und die Qualifikation der Ost-West-Wanderer. Die Ausführungen basieren auf der BIBB/IAB-Erhebung 1998/99.
Der Beitrag basiert auf Daten der seit 1979 nunmehr vierten BIBB/IAB-Erhebung, deren Feldarbeit um die Jahreswende 1998/99 durchgeführt wurde. Schwerpunkt der Untersuchung war der sich vollziehende Strukturwandel in der Arbeitswelt, insbesondere die Veränderungsdynamik in den Betrieben. Zum einen wurde nach strukturellen Veränderungen in den Wirtschaftszweigen (Vergleich der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen und Betriebsgrössenklassen) und technisch-organisatorischen Veränderungen in den Betrieben in den zurückliegenden zwei Jahren gefragt und zum anderen, ob diese sich auf die persönliche Arbeitssituation und die Arbeitsanforderungen ausgewirkt haben. In dem Beitrag wird eine erste Auswertung der Ergebnisse insbesondere unter dem Aspekt der Veränderungsdynamik in den Betrieben vorgestellt. Es wird festgestellt, dass einer der Hauptfaktoren des Wandels in der Verbreitung der Informationstechnologie zu sehen ist. Rund drei Viertel der Erwerbstätigen haben eine Änderung im Betrieb erfahren und auch eine Auswirkung auf die persönliche Arbeitssituation (41 Prozent). Aus der Sicht der Befragten hat sich die Arbeit in dem Zwei-Jahres-Zeitraum eher negativ entwickelt. Stress und Arbeitsdruck haben zugenommen, ebenso die körperliche Belastung. Positiv zu bewertende Entwicklungsaspekte sind der Anstieg der fachlichen Anforderungen und damit verbundene berufliche Entwicklungschancen.
Die mittleren Positionen in der industriellen Produktion und in den produktionsnahen Bereichen waren bislang traditionelle Aufstiegspositionen für Fachkräfte mit einem dualen Ausbildungsabschluss. Die demographische und technologische Entwicklung sowie der betriebliche Strukturwandel tragen dazu bei, dass die Zahl dieser Positionen abnimmt und dass auf die Positionen in der mittleren Qualifikationsebene Absolventen der Fachhochschulen drängen. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer empirischen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Rekrutierungsverhalten der Betriebe in der industriellen Produktion. Analysiert werden die Substitutionsprozesse auf der mittleren Qualifikationsebene. Befragt wurden Fortbildungsabsolventen zu ihrer Berufssituation sowie Betriebe zur ihrer Personalpolitik und den Aufstiegschancen von Facharbeitern. Die Ergebnisse zeigen, dass es vor allem in den angelagerten technischen Bereichen schwieriger wird, sich bei Stellenbesetzungen gegen Ingenieure durchzusetzen. Dies trifft vor allem die Techniker, die sich gleichzeitig noch gegen die an Bedeutung zunehmenden Fachspezialisten behaupten müssen. Industriemeister hingegen können eigentlich nur in ihrem eigenen Betrieb aufsteigen, da die Meisterpositionen sehr selten öffentlich ausgeschrieben werden. Dennoch spielt der Funktionsbereich oberhalb der Facharbeiterebene bei den Umstrukturierungen der Industriebetriebe eine wesentliche Rolle. Zwar ist davon auszugehen, dass die Anzahl derartiger Positionen abnimmt, doch nur wenige Unternehmen werden auf die untere bzw. mittlere Führungskraft verzichten.
Die Modellrechnung befasst sich mit der Frage, ob sich ein höherer beruflicher Bildungsabschluss finanziell lohnt. Die dazu herangezogenen Daten basieren auf einer repräsentativen Querschnittserhebung von 24.000 Erwerbstätigen in den alten Bundesländern, der BIBB/IAB-Erhebung von 1991/1992. Die Brutto-Monatseinkommen werden für unterschiedliche Qualifikationsgruppen bis zu einem fiktiven Lebensalter aufsummiert. Die längeren Ausbildungs- und Ausfallzeiten während des Berufslebens werden dabei berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachhochschul- und Hochschulausbildungsgänge auch rein finanziell eine lohnende Investition darstellen.
Im Rahmen der BIBB/IAB-Erhebung 1991/92 wurden auch die Personen erfaßt, zu deren Aufgaben die Ausbildung von Lehrlingen gehört. Ihre Erwerbssituation wird untersucht und mit den Angaben der übrigen Befragten verglichen. Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige beteiligen sich an der Qualifizierung von Auszubildenden. Die überwiegend männlichen Ausbilder sind schulisch und beruflich deutlich besser qualifiziert als Nichtausbilder und interessieren sich stärker für Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind tendenziell härter, die an sie gestellten Arbeitsanforderungen vielseitiger als die anderer Arbeitnehmer, und ihre wöchentliche Arbeitszeit ist überdurchschnittlich hoch. Trotzdem äußern sich Ausbilder deutlich zufriedener über ihre Tätigkeit.
Es werden Ergebnisse einer im dritten Quartal 1990 durchgeführten repräsentativen Behördenbefragung zur Berufseinmündung von ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten und Beamten des mittleren Dienstes präsentiert. Gut zehn Jahre nach lnkrafttreten der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wollte man wissen, ob sich diese Ausbildung bewährt hat oder ob sich Probleme zeigen, die Anlaß für eine Überarbeitung sein können. Aus diesem Grunde wurde bei der Befragung auch auf die möglichen Auswirkungen der damals noch in der Diskussion befindlichen neuen Ausbildungsordnung "Fachangestellte/Fachangestellter für Bürokommunikation", die am 1. August 1992 in Kraft tritt, eingegangen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB) 1979 und 1985/86 jeweils eine repräsentative Erhebung bei mehr als 25.000 Erwerbstätigen in der Bundesrepublik (0,1-Prozent-Stichprobe) durchgeführt. Dabei ging es um die Erfassung der allgemeinen und beruflichen Qualifikation der Befragten, ihres Berufsverlaufs und ihrer aktuellen Berufssituation. Für 1991/92 ist eine Wiederholung dieser Erhebung geplant, um den strukturellen Wandel in der Arbeitswelt und in der Erwerbsbevölkerung seit der letzten Untersuchung zu erfassen. Dabei werden auch die neuen Bundesländer mit einzubeziehen sein. Zur Vorbereitung wurde im September/Oktober 1990 eine repräsentative "Probeerhebung" bei rund 1.000 Erwerbstätigen im Gebiet der ehemaligen DDR durchgeführt. In dem Beitrag werden erste Ergebnisse über die unterschiedlichen Ausbildungsgänge, die gegenwärtige Beschäftigungssituation und die beruflichen Perspektiven aufgezeigt.
Ausgehend von einer breit angelegten repräsentativen Erwerbstätigenbefragung des BIBB werden die Personen, zu deren Aufgabenspektrum die Ausbildung von Lehrlingen/Auszubildenden gehört, analysiert und mit den übrigen Berufstätigen verglichen. Rund jeder sechste Erwerbstätige ist an der Qualifizierung von Auszubildenden beteiligt; hochgerechnet sind das 3,5 bis 4 Millionen Personen. - Ausbilder/innen sind im Schnitt besser qualifiziert als Nicht-Ausbilder, sie arbeiten an anspruchvolleren Arbeitsplätzen und nehmen häufiger Vorgesetztenfunktionen wahr. Für ihre berufliche Tätigkeit (nicht konkret auf die Ausbilderfunktion bezogen) spielt die formale Qualifikation eine größere Rolle; sie sind häufiger ihrer eigenen Ausbildung adäquat eingesetzt, haben seltener den Beruf gewechselt und können mehr von dem verwerten, was sie in ihrer eigenen Ausbildung gelernt haben. Sie sind im Schnitt weiterbildungsaktiver und haben häufiger einen Fortbildungsbedarf. Zwar verwenden Ausbilder überdurchschnittlich häufig programmgesteuerte Arbeitsmittel, allerdings können bei weitem noch nicht alle die dafür benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.
1979 hat das Bundesinstitut gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine repräsentative Erhebung bei rund 30.000 deutschen Erwerbspersonen durchgeführt. Ziel war es, Informationen über das Qualifikationsprofil und Eckdaten über deren beruflichen Werdegang, die organisatorischen Rahmenbedingungen sowie die Qualifikations- und Belastungsanforderungen zu gewinnen. Aufgrund des steigenden Informationsbedarfs und aus Kostengründen wurde von den Instituten eine neue gemeinsame Erhebung durchgeführt. Die Ziele der 2. Erhebung wie z. B. die Gewinnung aktueller Daten über den Qualifikationsstand und die Beschäftigungsstiuation, werden in dem Beitrag detailliert beschrieben. Abschließend wird, als eines der ersten Ergebnisse der Untersuchung, die zunehmende Anzahl von Erwerbstätigen mit abgeschlossener Berufsausbildung genannt.
Von einer generellen Technikfeindlichkeit kann bei der heutigen Jugend nicht gesprochen werden. Die Jugendlichen stehen den neuen Technologien (insbesondere der Datenverarbeitung) grundsätzlich positiv gegenüber. Dies gilt insbesondere, wenn sie schon einmal mit Computern zu tun hatten. Allerdings findet sich auch keine "blinde" Computerbegeisterung - was manche "Fortschrittsideologen" zu düsteren Zukunftsperspektiven für unsere Wirtschaft veranlaßt. Weder "Chip-Chip: Hurra!" noch "Chips: Nein, danke!" charaktarisiert die Einstellung der Jugend, sondern eher ein besonnenes "Chip-Chip: Nun ja!". Damit wird zum Ausdruck gebracht, daß bei den akzeptierten neuen Technologien auch die möglichen negativen Folgen - insbesondere der damit verbundenen Rationalisierung - gesehen werden.
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