In die Qualifizierung der Berufsausbilder ist Bewegung geraten. Neben neuen Qualifizierungsangeboten betrifft dies auch die Ordnungsebene (Neuordnung der AEVO, bundeseinheitliche Regelung eines Fortbildungsberufs für Berufsausbilder/-innen). In diesem Zusammenhang hat das BIBB eine Expertise in Auftrag gegeben, die den strukturellen Differenzierungen des Bildungspersonals und veränderten Qualifikationsanforderungen nachgeht. Hierzu wurden Experteninterviews mit Fachleuten der führenden Branchenverbände und in Unternehmen durchgeführt. Dies ermöglicht einen ersten Überblick, ob und welcher berufspädagogische Qualifikationsbedarf bei welcher Gruppe besteht und mit welchen Qualifizierungswünschen er verbunden ist. Im Folgenden werden einige Ergebnisse – zunächst nur zum Untersuchungsteil „Ausbildung“ – wiedergegeben.
Professionell tätige Aus- und Weiterbilder/-innen im Betrieb sollen ein eigenes Berufsangebot und damit eine Anerkennung ihrer berufspädagogischen Profession erhalten. Eine wesentliche Grundlage dafür liefert der Abschluss "Berufspädagoge IHK für Aus- und Weiterbildung" der IHK für München und Oberbayern aus dem Jahr 2005. Im Beitrag werden Intentionen und Konzept des Berufs vorgestellt und die aktuellen ordnungspolitischen Entwicklungen in diesem immer wichtiger werdenden Dienstleistungsfeld skizziert.
Ausgehend von den Phänomenen des informellen Lernens wird ein neuer Ansatz für die berufliche Weiterbildung vorgestellt. Die Teilnehmer lernen nicht abstrakt nach einem "Lehrplan" und wenden es dann auf konkrete Handlungssituationen an, sondern sie lernen, indem sie ein reales Problem betriebliches Problem bearbeiten. Dazu bilden sie eine Lerngruppe, in der sie ihr Problem bearbeiten. Sie wird von einem Lernbegleiter moderiert. Der Beitrag beschreibt einen Ansatz aus dem Einzelhandel und erläutert Bedingungen und Hintergründe.
Bildungsträger müssen den Qualifizierungsbedarf ihrer Kunden möglichst individuell erfassen können. Erst dann lässt sich ein individuelles Angebot inhaltlich als auch methodisch entwickeln. Die Arbeitsgruppe QUIC, eine Kooperation der Münchner Volkshochschule und der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung - GAB München, entwickelt und erprobt im Rahmen eines Modellversuches ein Vorgehen, das Bildungsträger zur Analyse des Qualifikationsbedarfs in Klein- und Mittelunternehmen einsetzen können. Bei der möglichst arbeitsplatznahen Umsetzung sollen die innerbetrieblichen Wissensressourcen berücksichtigt werden. Der Beitrag stellt die QUIC- Qualifikationsbedarfsanalyse vor und diskutiert ihre Praktikabilität und Finanzierbarkeit in der Praxis.
Die Weiterbildungslandschaft wird von institutionellen Angeboten in Form von Seminaren, Kursen etc. dominiert, die nicht auf den tatsächlichen Bedarf der Betriebe zugeschnitten sind. Im Einzelhandel zeigt sich exemplarisch das strukturelle Grundproblem beruflicher Weiterbildung: Sie soll ein praxisorientiertes berufsbegleitendes und situatives Lernen selbstgesteuert ermöglichen, kann dies aber nicht leisten, so lange sie an schulartigen Formen des institutionellen Lernens festhält. Ein Berliner Bildungsträger - das Forum Berufsbildung e.V. entwickelt und erprobt in einem dreijährigen Modellversuch, wie Bildungsdienstleister Einzelhändler individuell und arbeitsnah und zugleich wirtschaftlich vertretbar qualifizieren können. Am Lernbedarf der Einzelhändler orientiert werden Strukturen eines Weiterbildungsangebotes entwickelt, das Lernen in und aus der Arbeit ermöglicht. Die eigene Praxis liefert den Lernstoff, die Arbeitsmittel werden zu Lernunterlagen erweitert. Betriebsberater und Dozenten werden zu Begleitern arbeitsintegrierter Lernprozesse - der Arbeitsplatz wird so zum individuellen Bildungszentrum. Ergänzend werden ein Aufgabenprofil und eine Weiterbildung für die Begleitung solcher Lernprozesse sowie ein Finanzierungsmodell entwickelt. Lernbegleiter bilden die zentrale Innovation des Modellversuchs. Die Verallgemeinerungsfähigkeit dieses individualisierten Lernmodells für Bildungsträger hängt davon ab, inwieweit es tatsächlich die Lernbedürfnisse ihrer Kunden trifft und zu Preisen angeboten werden kann, die zumindest nicht über den konventionellen Angeboten liegen. Der Beitrag stellt das Konzept vor.
Im Modellversuch "Informations- und Kommunikationstechniken in der Betriebsführung des Handwerks" (IKTH) wurde multimediale Lernsoftware als Weiterbildungsmittel für Handwerker entwickelt und erprobt. Angesichts des hohen Aufwands der Entwicklung von Lernsoftware stellt der Beitrag die Frage, ob multimediales Lernen eigentlich mit so vielen Vorteilen gegenüber traditionellen Medien verbunden ist, dass der Aufwand gerechtfertigt erscheint. Eindeutige Vorteile hat das Medium, wenn es um EDV als Lerninhalt geht, darüber hinaus dürfte es gerechtfertigt sein bei der Vermittlung von Wissensinhalten. Probleme gibt es, wenn es beim Lesen um Verstehen, um Individualisierung und um persönliche Fähigkeiten gehen soll. Deshalb sollte man eher einen Medienverbund anstreben, als einseitig auf die Multimedialität von Lernprogrammen zu setzen.
Dass die betrieblichen Einsatzplätze wichtige, ja durch eine Lehrwerkstatt gar nicht ersetzbare Lernmöglichkeiten bieten, wird immer deutlicher erkannt, aber immer noch zu wenig genutzt. Berufliche Handlungsfähigkeit als übergeordnetes Ausbildungsziel kann nur durch eine optimale Vernetzung systematisch-didaktisierten Lernens (meist in der Lehrwerkstatt) und aufgabenbezogenen Lernens in betrieblichen Realsituationen erreicht werden. Eine Voraussetzung dafür ist die Erschliessung der betrieblichen Arbeitsplätze als Lernplätze. Dadurch werden die 'Inhaber' dieser Arbeitsplätze meist Facharbeiter, in eine pädagogische Verantwortung gestellt, auf die sie in der Regel nicht vorbereitet sind. In einem Modellversuch, den die BAYER AG durchführt, wird ein arbeitsplatzbezogenes Qualifizierungskonzept erprobt, das die nebenberuflichen Ausbilder in die Lage versetzen soll, diese Aufgabe deutlicher zu sehen und mit den Mitteln, die ihnen inhaltlich, organisatorisch und zeitlich an ihrem Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, produktiv zu bewältigen. Eine Folge von sieben Seminaren, verbindende Aufgabenstellungen und die dabei institutionalisierte Kooperation mit den hauptberuflichen Kollegen sind die wesentlichen strukturellen Komponenten dieses Modellversuchs.
Die Entwicklung und Durchführung eines Berufsförderungsjahres für Jugendliche, die noch nicht als ausbildungsreif gelten, bot für die Voith-Berufsbildungsstätte in Heidenheim Anlaß (und auch den relativen Freiraum), den in der eigenen Grund- und Fachausbildung verfolgten berufspädagogischen Ansatz im Bereich der Berufsvorbereitung abzurunden. Diese Bemühungen werden seit September 1983 als Modellversuch des Bundes wissenschaftlich begleitet.
Im Folgenden wird versucht, aus der Sicht der sogenannten "subjektbezogenen" Berufstheorie einige Überlegungen zu Problemen der Berufskonstruktion beizutragen. Diese Überlegungen beanspruchen nicht, die alltäglichen Handlungsbedingungen jener zu berücksichtigen, die Berufsbilder und Ausbildungsordnungen entwickeln, sondern sie wollen gerade im Gegenteil auf eine Reihe von übergreifenden Fragen und Perspektiven der Berufskonstruktion aufmerksam machen, die sich aus der Sicht dieses berufssoziologischen Ansatzes ergeben.
Seit Januar 1979 führt die Firma Philips, Wetzlar, ein Förderungsprogramm zur Verbesserung der Beschäftigungs- und -Ausbildungschancen solcher Jugendlicher durch, die am Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind. Dieses Programm wird seit Januar 1980 als anerkannter Modellversuch des Bundes mit zweijähriger Laufzeit weiterentwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet. Kernstück des Projekts ist die Verbindung produktiver Arbeit mit einem handwerklich-künstlerisch orientierten Förderunterricht auf waldorfpädagogischer Grundlage.
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