Die Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Berufsbildungsforschung, die eine Bilanz zur Situation, den Hauptaufgaben und dem Förderungsbedarf der Berufsbildungsforschung im alten Bundesgebiet darstellt, ist eine wichtige Informationsquelle mit handlungsaufforderndem Charakter auch für die Berufspädagogen in den neuen Bundesländern. Sie bietet eine Grundlage für den Vergleich von Forschungsschwerpunkten, methodologischen Positionen und Ergebnissen und hilft so, Gemeinsamkeiten und Unterschiede auch im Hinblick auf eine kritische Aufarbeitung der Berufsbildungsforschung in der ehemaligen DDR zu bestimmen. Ein Vergleich berufspädagogischer Aussagen zeigt unterschiedliche paradigmatische Ansätze, aber auch beträchtliche Gemeinsamkeiten. Im Zentrum der Forschung des alten Bundesgebietes und der DDR standen im wesentlichen übereinstimmend Beruf, Persönlichkeitsbildung und Prozeßgestaltung. Im Zusammenhang mit der in der DDR dominierenden zentralistischen Einflußnahme auf Wissenschaftsplanung, Kontrolle und Abrechnung der Forschungsergebnisse ergaben sich Vereinseitigungen in der methodologischen und theoretischen Anlage vieler Forschungen. Sie mußten sich einer Ideologie verpflichtet fühlen. Die berufspädagogische Lehre und Forschung an den Hochschulen des neuen Bundesgebietes befindet sich im Zusammenhang mit der Übernahme der bundesdeutschen hochschulrechtlichen Bestimmungen, ihrer länderspezifischen Differenzierung und den damit verbundenen personellen und finanziellen Konsequenzen in einer totalen Umbruchsituation und läßt sich übergreifend kaum bilanzieren. Künftige Forschung sollte sehr sensibel auf die wirklichen Bedürfnisse im neuen Bundesgebiet reagieren und dabei weder alte noch neue Dirigismen zulassen.
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