Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Wie bereits bei früheren technologischen Innovationen stellen sich erneut Fragen nach Ersetzung (Substitution) respektive Ergänzung (Augmentation) menschlicher Arbeit. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen die Nutzung von KI für Arbeitsergebnisse aus Beschäftigtensicht hat. Hierzu werden aktuelle Befragungsdaten des Projekts Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) ausgewertet und auf Ebene von Berufshauptgruppen der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) differenziert. Im Ergebnis zeigt sich eine unterschiedliche Exposition der Berufe sowie eine relevante Korrelation von Substitutions- und Augmentationseffekten.
Von Oktober 2016 bis Juni 2019 hat der Bau Bildung Sachsen e.V. das Pilotprojekt „Verknüpfung der Stufenausbildung in der Bauwirtschaft mit der Methode des Building Information Modeling“ umgesetzt. Zentrales Element ist eine digitale Modellsiedlung mit Fachmodellen zur erkenntnisunterstützenden Visualisierung von Lehrgangsaufgaben. Der Beitrag informiert über den Stand sowie die Herausforderungen bei der Einführung digitaler Bauwerksinformationsmodelle als Methode in die überbetriebliche Ausbildung (ÜBA).
Der Lernort Arbeitsplatz bietet vielfältige Lerngelegenheiten, die bewusst oder unbewusst nicht nur berufliche Kompetenzen im engeren Sinn, sondern langfristig auch weite Teile der Persönlichkeit beeinflussen. Jedoch sind nicht alle Arbeitsplätze per se lernförderlich. Für die Ausbildung am Arbeitsplatz spielt die Qualität der übertragenen Arbeitsaufgaben neben der direkten Unterweisung eine entscheidende Rolle. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Merkmale die Lernförderlichkeit übertragener Arbeitsaufgaben beeinflussen.
Betriebliche Modellversuche haben den Boden bereitet für die heutigen modernen Berufsbilder und die damit verbundenen Ausbildungsordnungen. Sie haben eine in vielen Betrieben vorhandene hoch moderne, international anerkannte, betriebliche Ausbildung entwickeln helfen. Sie haben die immer besser organisierte integrative Arbeit von Betrieben und Berufsschulen bewirkt. Insgesamt haben sie die Attraktivität der beruflichen Ausbildung maßgeblich erhöht. Dass sie auch außerhalb Deutschlands nachhaltige Wirkung zeigen, wird im Artikel am Beispiel des Einsatzes von Lern- und Arbeitsaufgaben für eine am Arbeitsprozess orientierte und dem selbständigen Lernen verpflichtete Berufsbildung erläutert. Die Beispiele kommen aus Malaysia, Usbekistan und China.
Seit 1998 ist eine neue Verordnung zur Prüfung des Industriemeisters Metall in Kraft. Kern der neuen Prüfung ist, dass im Prüfungsteil zu den handlungsspezifischen Qualifikationen nicht mehr nach Fächern und fachteiligem Wissen geprüft wird, sondern anhand von sog. betrieblichen Situationsaufgaben. Der Beitrag stellt Ergebnisse einer Befragung von Prüfungsteilnehmern zur Qualität der Vorbereitungslehrgänge dar, die die Umsetzung von Handlungsorientierung in der Fortbildung verdeutlichen.
Seit mehr als 10 Jahren fördern das BIBB und das BMBF in Modellversuchen Aspekte der Neupositionierung von ausserbetrieblichen Bildungsträgern zu Bildungsdienstleistern. Ausgangspunkt waren die Bildungsbedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien. Der Schritt vom Bildungsträger zum Bildungsdienstleister signalisiert den Weg vom Standardangebot (Lehrgänge, Seminare) zu spezifischen, an die betrieblichen Bedürfnisse angepassten Dienstleistungen (etwa Lern- und Arbeitsaufgaben). In dem Beitrag werden einige Aspekte und Trends skizziert, die aufzeigen sollen, wie sich Bildungsdienstleister neu positionieren müssen.
Im Rahmen des europäischen ADAPT-Projektes Re-Use wurden der Recyclingsektor untersucht und eine Studie zu "Arbeit, Beschäftigung und Qualifikation" im Sektor erstellt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die Beschäftigungsstrukturen, die Vielfalt der Arbeitsaufgaben, der Aufgabenwandel am Beispiel ausgewählter Betriebe, die Arbeits- und Geschäftsprozesse und die Aus- und Weiterbildungskonzpetionen der Betriebe. Im Beitrag werden der Aufgabenwandel (Spartenvielfalt, Kundenorientierung, Technikentwicklung) und daraus resultierende Konsequenzen für die Qualifizierung der Mitarbeiter im Recyclingsektor dargestellt. Die Autoren stellen zusammenfassend fest, dass in der Kreislaufwirtschaft verstärkt Qualifizierungsprozesse von unten etabliert werden müssen. Die Implementierung einer Berufsausbildung, ergänzt um Weiterbildungskonzepte, sollte angestrebt werden; es sind Konzepte zu entwickeln, die direkt an den Arbeitsprozessen anknüpfen und/ oder Lernen am Arbeitsplatz ermöglichen.
In der Region Wilhelmshaven ist im Bereich der industriellen Metall- und Elektroberufe durch den Modellversuch "GoLo" (Gestaltungsorientierte Berufsbildung im Lernortverbund) ein regionaler Berufsbildungsdialog angestoßen worden. Ausbildung wird dort im Verbund von Klein- und Mittelunternehmen in enger Verbindung mit der Berufsschule von Ausbildern und Lehrern gemeinsam konzipiert und durchgeführt. Dabei ergänzen sich die verschiedenen Berufsbildungspartner in der Ausbildung, so daß ihre Schwächen weitestgehend ausgeglichen werden und die Nutzung der jeweiligen Stärken zu einer qualitativen Verbesserung der Ausbildung führt. Das Wilhelmshavener Beispiel zeigt, wie die Umsetzung der Leitidee einer gestaltungsorientierten Berufsbildung mit Hilfe von integrierenden Lern- und Arbeitsaufgaben im Lernortverbund gelingt.
Im Hintergrund des Modellversuchs steht die Situation von Auszubildenden in Ostdeutschland, die nach der Wende mit einer drastischen verschlechterten Lehrstellenlage sowie vielfältigen Umbruchserlebnissen konfrontiert sind. Verunsicherung und Orientierungslosigkeit führen häufig zu aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen, zum Teil gepaart mit rechtsextremen Ideologien. Im Rahmen des Modellversuchs soll die Berufsausbildung so gestaltet werden, dass die Gewaltneigung der Jugendlichen reduziert und alternative Umgangsformen gefördert werden. Durch das Lernen an realen Arbeitsaufgaben werden persönlichkeitsfördernde Bildungsprozesse verwirklicht, wobei der Schwerpunkt auf entdeckendem, selbstgesteuertem und kooperativem Lernen liegt. Der Beitrag beschreibt das Konzept einer Ausbildung, die persönlichkeitsfördernd und sozialintegrierend angelegt ist, und skizziert erste Ergebnisse des Modellversuchs.
Im vorliegenden Beitrag. der sich an Mitglieder yon Prüfungs- und Aufgabenerstellungsausschüssen sowie an Ausbilder wendet, werden Vorschläge dargestellt, wie man schriftliche Aufgaben für Prüfungen und betriebliche Lernerfolgskontrollen besser gestalten könnte. Eine Möglichkeit dazu sind "praxisbezogene" Aufgaben, deren Aufbau, Verwendung und Entwicklung anhand von Beispielen aus einem Modellversuch in der Druckindustrie erläutert werden. Grundlagen und Aufbauprinzip für diese Aufgaben sind immer konkrete Situationen aus der Berufspraxis und die Arbeitsaufgaben,die dabei jeweils zu lösen sind. Verwendungsmöglichkeiten bestehen u.a. bei beruflichen Prüfungen wie Zwischen- und Abschluß-/Gesellenprüfungen, bei der Prüfungsvorbereitung sowie bei Lernerfolgskontrollen im Betrieb und in überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Bei der Aufgabenentwicklung wird von Praxissituationen und deren Beschreibung ausgegangen, wobei ein inhaltlicher Bezug von Prüfungen und Lernerfolgskontrollen angestrebt wird. Die hier skizzierten Vorschläge sind auch für andere Ausbildungs- und Prüfungsbereiche anwendbar.
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