Sowohl die Politikdidaktik als auch die Berufs- und Wirtschaftspädagogik fordern seit Jahrzehnten die Integration des Politisch-Demokratischen in die berufliche Bildung. Auch die Kultusministerkonferenz hebt als Lernziel die Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökonomischer, ökologischer und individueller Verantwortung hervor. Gleichwohl bestehen nach wie vor vielfach Umsetzungsdefizite. Der Beitrag verfolgt das Ziel, das Verhältnis von beruflicher Handlungskompetenz und Demokratiekompetenz konzeptionell zu bestimmen. Anhand von zwei Praxisbeispielen werden das Politische des Beruflichen und didaktisch-methodische Zugänge für die Lernorte aufgezeigt. In der abschließenden Reflexion werden konzeptionelle und bildungspolitische Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen ausgesprochen.
In seinem Beitrag in der Rubrik "Wiederentdeckt - neu gelesen" widmet sich der Autor einem Aufsatz von Ernst Ross aus dem Jahr 1993: "Computerunterstütztes Lernen. Ein bildungsökonomisches und didaktisches Patentrezept?".
Der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft ist ein zentrales Element der deutschen Klimapolitik. Der Beitrag fasst die Ergebnisse zweier BIBB-Projekte zusammen, die die Auswirkungen des Wasserstoffhochlaufs auf den Gesamtarbeitsmarkt und auf das duale Berufsbildungssystem untersuchen. Neben zu erwartenden positiven ökonomischen Impulsen und Beschäftigungseffekten zeigt sich, dass bestehende Ausbildungsberufe bereits gute Ausgangsbedingungen für wasserstoffbezogene Tätigkeiten bieten, es aber passgenauer Qualifizierungsangebote bedarf.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Das Bundeskabinett hat am 9. Oktober 2019 einen Gesetzesentwurf beschlossen, der darauf abzielt, die sogenannte Meisterpflicht für zwölf der 52 Handwerke, die derzeit zulassungsfrei betrieben werden können, wieder einzuführen. Eckpunkte der rechtlichen, ökonomischen und wirtschaftspädagogischen Diskussion um die Wiedereinführung der Meisterpflicht werden im Beitrag dargelegt. Zunächst wird ausgeführt, unter welchen Voraussetzungen eine Meisterpflicht rechtlich überhaupt zulässig ist. Dann wird aus wirtschaftspädagogischer Perspektive die Bedeutung der Meisterprüfung für die Ausbildungsleistung im Handwerk erläutert.
Strukturen und Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft sind ständigen technologischen Veränderungen und Entwicklungen unterworfen. Allerdings ist nicht klar, wo genau die Ursachen für diese Veränderungen liegen und wer sie antreibt. Auch auf die Frage, welche langfristigen Wirkungen zu erwarten sind, gibt es keine eindeutige Antwort. In Interviews mit zwölf internationalen Theoretikerinnen und Theoretikern unterschiedlicher Denkrichtungen über die Verknüpfungen von technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung soll eine Debatte zur Beantwortung dieser Fragen eröffnet werden.
Die zunehmende Digitalisierung von Arbeit gilt heutzutage als einer der zentralen Megatrends sozioökonomischer Wandlungsprozesse. Vor diesem Hintergrund greift der Beitrag aus einer subjektbezogenen Perspektive den Zusammenhang zwischen digitalisierungsbedingten Veränderungen der Arbeit und den Kompetenzen der Beschäftigten auf und stellt hierzu Forschungsergebnisse aus einem laufenden Projekt vor. Demnach zeigen sich branchenübergreifend steigende Kompetenzanforderungen bei wachsender Komplexität im Einzelhandel einerseits und Dequalifizierungstendenzen in der Logistik andererseits. Abschließend wird reflektiert, wie Weiterbildungsprogramme diese Entwicklungen aufgreifen und die Bedeutung menschlicher Handlungsqualitäten auch unter Bedingungen digitalisierter Arbeit in den Fokus rücken können.
Gesellschaftlicher, ökonomischer und technologischer Wandel haben häufig Auswirkungen auf das Bildungssystem und auf den Arbeitsmarkt. Die Entwicklungen von Qualifikationen für Tätigkeiten und Berufe zu beobachten und zu analysieren, ist seit Bestehen des BIBB neben der Ordnungsarbeit eine der Kernaufgaben des Instituts. Ziel der Qualifikationsentwicklungsforschung ist die systematische Beobachtung und Analyse von beruflichen Arbeitsmarktentwicklungen aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Datenzugängen, um Veränderungen und Anpassungsprozesse frühzeitig erkennen zu können. Im Beitrag wird dieses Forschungsfeld am Beispiel der Tätigkeiten im Bereich Erneuerbare Energien methodisch sowohl aus der Sicht der Erwerbstätigen wie auch der Betriebe beschrieben und es werden einige Ergebnisse dargestellt.
Über die Integration von Asylsuchenden in Berufsbildung und Beschäftigung ist aufgrund der fehlenden Datenlage für Deutschland bislang wenig bekannt. In der neuen IAB-SOEP-Migrationsstichprobe werden unter anderem auch Personen befragt, die als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind und denen es gelungen ist, in Deutschland zu bleiben. Der Beitrag geht der Frage nach, was diese Personengruppe kennzeichnet und welche Faktoren ihre Integration in den deutschen Arbeitsmarkt begünstigen. Vorangehende Untersuchungen haben gezeigt, dass Investitionen in Bildung und Spracherwerb in Deutschland eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind. So wird ebenfalls untersucht, in welchem Maß diese Investitionen wiederum mit dem Bildungsniveau der Asylsuchenden zusammenhängen.
Das Suchen nach Sicherheit kennzeichnet ein Grundbedürfnis, das in Ostdeutschland in der Phase des Systemumbruchs und der anschließenden ökonomischen Transformationskrise vorherrschte. Sicherheitsstreben war und ist jedoch auch in Westdeutschland traditionell weit verbreitet. Damit war der Boden bereitet für ein gesamtdeutsch anerkanntes soziales Kulturmuster, in welchem die Traditionslinien des autoritären Wohlfahrtsstaats der DDR und des demokratischen Sozialstaats der Bundesrepublik zusammengeführt wurden. Der Beitrag zeigt beispielhaft, wie sich im Laufe von 25 Jahren in Ost und West bestehende Einstellungen einander angenähert haben.
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