Science Center bieten die Möglichkeit, die Welt und ihre Phänomene mithilfe von interaktiven Exponaten zu erschließen. Darüber hinaus können Besucher/-innen auf spielerische Weise auch etwas über ihre eigenen Fähigkeiten lernen. Im Science Center experimenta in Heilbronn wird derzeit die Talentsuche auf Basis des in der Berufsberatung eingesetzten RIASEC-Modells weiterentwickelt, um sie stärker zur Erkundung berufsbezogener Fähigkeiten zu nutzen. Im Beitrag wird das Modell in seinen Grundlagen skizziert und die Umsetzung im Rahmen der Ausstellung aufgezeigt. Abschließend werden Potenziale dieses Angebots im Rahmen von Berufsorientierungsprozessen reflektiert.
Studien belegen regelmäßig die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung. Auch die Europäische Kommission nimmt mittlerweile das duale Ausbildungssystem als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa wahr. Doch das duale Ausbildungssystem in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen. Um die Begabungspotenziale noch besser auszuschöpfen und das lebenslange Lernen stärker als bisher zu fördern, gewinnt die Verknüpfung von Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung zunehmend an Bedeutung. Der Artikel macht einen Vorschlag zur kompetenzorientierten Beschreibung von Lerneinheiten, um die Anschlussfähigkeit von Bildungsgängen über die Ordnungsmittel zu sichern. In diesem Zusammenhang werden Ergebnisse des baden-württembergischen Projekts „Eurolevel“ zur Anrechnung vollzeitschulisch erworbener Kompetenzen auf eine duale Ausbildung vorgestellt.
Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Qualifizierungsinitiative "Aufstieg durch Bildung" zum Ziel gesetzt, alle Begabungen zur Entfaltung zu bringen und Aufstiegschancen für jeden zu eröffnen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im April 2008 gestartete Programm "Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten" leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Das Programm wird vom BIBB koordiniert und wissenschaftlich begleitet.
Unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen der Lehrlinge und der Diversifizierung der Zielgruppen auf der einen Seite stehen eine Differenzierung der Anforderungen in den Ausbildungsberufen und im Arbeitsleben gegenüber. Einheitliche Modelle der Berufsausbildung oder eine einheitliche Organisation kann es von daher nicht (mehr) geben. Die Berufsbildungspolitik hat dieser Ausgangslage durch differenzierte Gestaltungskonzepte Rechnung getragen. Ergänzend notwendig sind Förderkonzepte, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen Rechnung tragen. Dazu zählen auch eine verbesserte Diagnostik und mehr Flexibilität der Berufsschulen.
In dieser Ausgabe werden unterschiedliche Förderansätze vorgestellt: Angefangen von Ausbildungspatenschaften im Rahmen eines überregionalen Übergangsmanagement, der Ausbildung behinderter Menschen im "regulären" Berufsbildungssystem bis hin zu innovativen Konzepten zur Förderung und Qualifizierung älterer Langzeitarbeitsloser. Im Kommentar "Förderung durch Differenzierung" hebt Professor Dr. Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, hervor, dass ergänzende Förderkonzepte notwendig sind, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen der Auszubildenden Rechnung tragen. In der Rubrik Diskussion werden Ausbildungsbausteine als Modell zur Modernisierung des Berufsbildungssystems in den Blick genommen.
Der Beitrag präsentiert Teilergebnisse einer Schweizer Längsschnittstudie zur beruflichen Entwicklung überdurchschnittlich begabter Lehrlinge. Die 2004 gestartete Studie hat das Ziel, die Entwicklung beruflicher Leistungsexzellenz zu erklären. Dazu werden Begabungsprofile, Person- und Umweltmerkmale und ihr Einfluss auf die Leistungsexzellenz ermittelt. Im Mittelpunkt stehen die Schlüsselqualifikationen. Beruflich begabte Lehrlinge erzielen in drei Bereichen herausragende Schlüsselqualifikationen: in den berufspraktischen und allgemein bildenden Kenntnissen und Fertigkeiten, im selbstständigen Denken und in Arbeitstugenden wie Gewissenhaftigkeit, Verantwortungsbewusstsein oder Kritikfähigkeit. Besonders auffallend sind die ausgeprägten Geschlechtsunterschiede. Beruflich begabte weibliche Lehrlinge schätzen ihre Schlüsselqualifikationen zwar signifikant schlechter ein als ihre männlichen Kollegen, doch erzielen sie im Urteil der Lehrmeister hervorragende und damit deutlich bessere Ergebnisse.
Der Beitrag zum Thema Begabtenförderung wurde anlässlich der Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises gehalten. Der Autor plädiert für eine Entideologisierung von Elite, Begabtenförderung und Hochbegabung. Er geht von einem Bildungsbegriff aus, der die Entwicklung der Persönlichkeit umfasst, ebenso wie Beschäftigungsfähigkeit und verantwortliche Teilhabe an der Gesellschaft. Die Herausforderung an die Bildungspolitik bestehe darin, Chancengleichheit zu verwirklichen, d.h. gleiche Zugangsmöglichkeiten zu Bildungsangeboten schaffen, aber keineswegs Gleichmacherei. Begabtenförderung wird als individuelle Förderung, als eine Förderung von Biographien, jedem nach seinen Begabungen gerecht zu werden, gesehen. Notwendig seien gezielte Instrumente zur Förderung individueller Begabungen in den Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten. Begabtenförderung müsse als eine gesellschaftliche Investition verstanden werden.
Die Ministerin wurde zu den neuen Herausforderungen an die berufliche Bildung und zu ihren Erwartungen diesbezüglich an das Bundesinstitut für Berufsbildung befragt. Als vorrangige Aufgaben sieht sie 1. die Schaffung von mehr Flexibilität, Differenzierung und Praxisnähe der dualen Berufsausbildung, 2. die systematische Suche nach neuen Qualifikationsanforderungen und 3. die Identifizierung zukunftsfester Beschäftigungsfelder und Tätigkeitkeitsbereiche, in denen Ausbildungsberufe geschaffen werden können, mit denen die Chancen leistungsschwächerer Jugendlicher verbessert werden. Des weiteren wurden Fragen der Zusatzqualifikationen, die Förderung unterschiedlicher Begabungen, die Umsetzung handlungsorientierter Konzepte in die Prüfungspraxis und die Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation angesprochen. Vom Bundesinstitut für Berufsbildung werden ausgehend von den berufsbildungspolitischen Schwerpunkten der neuen Bundesregierung vorausschauende und kompetente Beiträge zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung erwartet. Neben der notwendigen Grundlagenforschung wird eine stärkere Praxisorientierung der Forschungsarbeit gewünscht.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.