In jungen, überwiegend unternehmensbezogenen Dienstleistungsbranchen konnte sich die duale Berufsausbildung anfangs nur zögerlich entwickeln. Die Qualifizierung der Beschäftigten erfolgte hauptsächlich am Arbeitsplatz; unzureichend auch aus Sicht der Betriebe. Das BIBB- Forschungsprojekt "Ausbildungsmöglichkeiten in wachsenden Dienstleistungsbereichen" soll dazu beitragen, die duale Berufsausbildung dort zu stärken, wo zukunftssichere Arbeitsplätze zu erwarten sind. Dabei galt es u.a. zu ermitteln, wie sich die jungen Unternehmen an der Berufsausbildung beteiligten. Im Mittelpunkt der Analyse stand eine Bestandsaufnahme der Ausbildungsbeteiligung in Abhängigkeit von den Unternehmensstrukturen (Dienstleistungsbereich, Betriebsgröße, Unternehmensgründung). Die Ergebnisse der Studie zeigen eine hohe Ausbildungsbeteiligung in den befragten Betrieben, wobei die höchsten Anteile im IuK-Handwerk festgestellt wurden.
Im Dienstleistungssektor sind in den vergangenen Jahren deutliche Zuwächse bei den Arbeitsplätzen zu verzeichnen, die sich jedoch nicht im Angebot an Ausbildungsplätzen widerspiegeln. Ein Forschungsprojekt des BIBB will dazu beitragen, alle Chancen für die Erweiterung des Ausbildungsplatzangebots im Dienstleistungsbereich auszunutzen. Zentrales Ziel ist festzustellen, wie es gelingen kann, in den neuen unternehmensbezogenen Dienstleistungsbereichen Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen und die Ausbildungsbereitschaft bereits ausbildender Betriebe zu erhöhen. Des weiteren soll untersucht werden, welche Perspektiven für die Etablierung einer systematischen beruflichen Qualifizierung, wie sie das duale System der Berufsausbildung leistet, in diesen Branchen bereits bestehen oder entwickelt werden können. Ausgewählt wurden die Dienstleistungsbereiche Informations- und Kommunikationswirtschaft; Multimedia, Film; Call Center; Wirtschafts- und Unternehmensberatungen; Messe- und Veranstaltungstechnik; Handwerksbetriebe der Informationselektronik. Bisher liegen Ergebnisse aus Expertengesprächen und einer ersten Umfrage bei den Referenzbetrieben des BIBB vor, die der Beitrag vorstellt.
Seit Beginn der 1990er-Jahre wird ein verstärkter Rückgang der Ausbildungsbeteiligung junger Frauen im dualen System der Berufsausbildung nach BBiG/HwO beobachtet. Bis 2019 sank der Frauenanteil an allen Auszubildenden um mehr als fünf Prozentpunkte, im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel sogar um knapp acht Prozentpunkte. Welche Auswirkungen hat dies auf die berufsstrukturellen Entwicklungen? Im Beitrag wird auf Basis der Berufsbildungsstatistik aufgezeigt, wie sich das Verhältnis der von Männern oder von Frauen dominierten Berufe in den letzten drei Jahrzehnten verschoben hat. Überdies wird geprüft, welche Unterschiede im Ausbildungserfolg sich aus einer solchen Ungleichverteilung der Geschlechter ergeben können.
Mit dem boomenden Onlinehandel von Waren und Dienstleistungen wachsen branchenübergreifend Bedeutung und Umfang von E-Commerce. Neue Handlungsbereiche, Organisations- und Geschäftsmodelle treten in den Vordergrund. Um den steigenden Fachkräftebedarf im E-Commerce zu sichern, wurde ein neuer kaufmännischer Beruf geschaffen. Im Beitrag werden Hintergründe zur Neuordnung aufgezeigt und das Berufsprofil beschrieben.
Viele Studienmodelle des dualen Studiums haben den Nachteil, dass die Studierenden nur vergleichsweise kurze Zeiträume von vier Wochen bis maximal drei Monate am Stück im Unternehmen verbringen. Außerdem ist die inhaltliche Verzahnung von Theorie im Studium und in der Praxis bzw. Ausbildung im Unternehmen nicht immer optimal möglich. Um diese Nachteile auszugleichen, wurde mit dem Studienmodell des Bachelor-Studiengangs Systems Engineering ein Teilzeitstudienmodell mit digitalen Lehrmodellen und unternehmensbezogenen Projekten entworfen. Im Beitrag wird das Studienmodell vorgestellt und aufgezeigt, wie die Interessen der beteiligten Kooperationspartner bei der Entwicklung und Umsetzung Eingang finden.
Digitale Übersetzungstools, neue Medien sowie eine zunehmende Bedeutung von Projektarbeit haben in den letzten Jahren die Tätigkeit von Übersetzerinnen und Übersetzern verändert. Der Beitrag beschreibt, welche neuen Anforderungen sich für ihr Kompetenzprofil im Kontext digitaler Veränderungen ergeben und wie die Ausgestaltung von neuen Qualifikationsinhalten und Prüfungsformen im Rahmen der modernisierten Fortbildung umgesetzt wurde.
Die fortschreitende Digitalisierung der Produktion und des Dienstleistungsbereichs schürt die Angst vor Arbeitsplatzverlusten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Gesamteffekt auf die Beschäftigung relativ gering ausfällt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die Art der Arbeit grundlegend wandelt. So üben Beschäftigte mit zunehmender Anwendung digitaler Technologien anspruchsvollere Tätigkeiten aus. Die Effekte des Einsatzes digitaler Technologien werden in diesem Beitrag aus Sicht der Betriebe untersucht. Dabei wird auf Daten einer aktuellen Zusatzbefragung des BIBB-Qualifizierungspanels zurückgegriffen.
Der rasante Transformationsprozess der Berufsausbildung im Rahmen der Wiedervereinigung – gestartet mit der Übernahme des Berufsbildungsgesetzes für die DDR zum 1. September 1990 – hatte nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Berufsbildungspraxis in den neuen Bundesländern, sondern rückblickend auch weitreichende berufsstrukturelle Veränderungen zur Folge. Wie diese Entwicklungen im Hinblick auf die Tertiarisierung der dualen Berufsausbildung aussehen und welche unterschiedlichen Auswirkungen sich für Frauen und Männer in Ost- und Westdeutschland daraus ergeben, wird in diesem Beitrag untersucht.
Inhaltliche Schwerpunkte der Sommersitzung des Hauptausschusses, der unter Vorsitz von ELKE HANNACK tagte, waren die Initiativen zur Beratung und Gewinnung von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern für die Berufsausbildung, das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) und dessen mögliche Auswirkungen auf den Bildungsbereich und Bildungsdienstleistungen sowie die Vorbereitung auf die bevorstehende erneute Evaluierung des BIBB durch den Wissenschaftsrat.
Der Begriff Cleantech steht für die Verknüpfung von ökologischen und ökonomischen Anliegen. Er hat sich in den letzten Jahren zu einer strategischen Lösung für die globalen Umwelt- und Ressourcenprobleme entwickelt. Für die Schweizer Wirtschaft stellt der Cleantech-Bereich ein enormes Wachstumspotenzial dar, entsprechend sind kompetente Fachleute gefragt. Doch wie werden die notwendigen Inhalte vermittelt und Kompetenzen aufgebaut? Sind die jungen Berufsleute fit für die Anforderungen einer grünen Wirtschaft? Diesen Fragen ist das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in einer umfangreichen Studie nachgegangen. Dazu wurden über 200 Bildungs pläne der beruflichen Grundbildung analysiert. Im Beitragwerden die methodischen Schritte und die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Darüber hinaus wird die Dynamik aufgezeigt, wie sich ein ursprünglich traditioneller Beruf im Kontext von technologischen Innovationen, neuen Märkten, Produkten und Dienstleistungen modernisiert und weiterentwickelt.
Auf Initiative der Heidelberger Dienste gGmbH, einem sozialen Dienstleistungsunternehmen der Stadt Heidelberg, wurde im Jahr 2007 die Gründung eines Bündnisses für Familie angestoßen. Ziel war es, auf lokaler Ebene konkrete Verbesserungen für Familien zu erzielen, und dabei u. a. auch Unternehmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sensibilisieren. Im Beitrag wird das Qualifizierungsangebot "Beruf und Familie. Mein Leben" vorgestellt, in dem Auszubildende von Unternehmen in Heidelberg und der Metropolregion Rhein-Neckar dabei unterstützt werden, ihre Wünsche nach Karriere und Familie alltagstauglich miteinander zu vereinbaren.
Soziale Kompetenzen haben gerade in personenbezogenen Dienstleistungsberufen, bei denen der Umgang mit Menschen im Vordergrund steht, einen großen Einfluss auf die erfolgreiche Ausübung der Tätigkeit. In den Gesundheits- und Pflegeberufen betrifft dies neben der Abstimmung im Team in erster Linie den Umgang mit Patientinnen und Patienten, deren Erleben und Verhalten häufig von Ängsten, Sorgen oder Schmerzen geprägt ist. „Immer freundlich bleiben“ – das ist eine Anforderung, die in Experteninterviews häufig genannt wird. Doch was verbirgt sich hinter dieser einfachen Formel? Der Beitrag beschreibt, auf welchem Weg das Projekt CoSMed Antworten auf diese Frage sucht, um die sozialen Kompetenzen von Medizinischen Fachangestellten messbar zu machen.
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