Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt »BBVET – Boosting business integration through joint VET« entwickeln und erproben fünf Partnerländer unter den Bedingungen unterschiedlicher europäischer Berufsbildungssysteme ein strukturell, curricular und didaktisch verzahntes Ausbildungsjahr in zwei Bildungsgängen. Im Beitrag werden das jeweilige Vorgehen sowie Fragen der Vergleichbarkeit von Ausbildungsniveaus und -zeiten, aber auch der Einbeziehung der verantwortlichen Akteure als Herausforderungen für eine grenzüberschreitende Fachkräftequalifizierung dargestellt.
Grenzregionen stehen vor besonderen Herausforderungen, bieten aber auch besondere Chancen bei der Umsetzung europäischer Bildungs- und Beschäftigungspolitik. Ein Ansatz, diese für eine zukunftsorientierte Bildungs- und Regionalentwicklung zu nutzen, ist das Konzept der Lernenden Region. Am Beispiel des grenzüberschreitenden Bildungsnetzwerks PONTES wird dargestellt, wie dieses Konzept in der deutsch-polnisch-tschechischen Euroregion Neisse-Nisa-Nysa umgesetzt wird, um die Grenzregion zu einem leistungsfähigen transnationalen Bildungsraum zu entwickeln.
Die Erweiterung der Europäischen Union setzt die Grenzregionen zu Polen und Tschechien einem verstärkten strukturellen Anpassungsdruck aus. Wachstumspotenziale und Standortvorteile können nur durch verstärkte grenzüberschreitende Wirtschaftsbeziehungen realisiert werden. Hier ist auch die berufliche Bildung gefordert. 'Chance Grenzregion' als Teil des Ausbildungsstrukturprojektes 'Regio-Kompetenz-Ausbildung' will hier Regionalentwicklung, Qualifizierung und Beschäftigung über die Grenzen hinaus befördern. In den Regionen gibt es eine Reihe transferfähiger 'Beispiele guter Praxis' für die grenzüberschreitende Ausbildungskooperation, die im Beitrag vorgestellt werden.
Die Autoren skizzieren die Aufgaben und Projekte sowie Perspektiven der europäischen Berufsbildungsforschung im Bundesinstitut für Berufsbildung. Die auf Europa bezogene Berufsbildungsforschung konzentriert sich im wesentlichen auf zwei Felder: die Analyse der Ziele, Konzepte und Instrumente der EU-Politik (Forschungsfeld A) und den internationalen Vergleich von Strukturen und Konzepten der beruflichen Bildung im Hinblick auf Fragen der Weiterentwicklung des deutschen Berufsbildungssystems (Forschungsfeld B). Angesichts vieler gemeinsamer Herausforderungen an die berufliche Bildung in den EU-Mitgliedstaaten sollte die grenzüberschreitende Berufsbildungsforschung verstärkt und weiter ausgebaut und ihr Potential für die nationale Berufsbildungspolitik und -praxis noch stärker genutzt werden.
Für eine bessere Bildung in Deutschland setzt Bundesbildungsministerin Karin Prien auf klare Ziele, eine datenbasierte Steuerung und eine stärkere rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit. Wie hat dies Eingang in den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD gefunden und welche Impulse finden sich darüber hinaus, um bestehende Herausforderungen in der Berufsbildung anzugehen? Im BWP-Interview erläutert Bundesbildungsministerin Prien die Ziele ihres neu zugeschnittenen Ministeriums und was jetzt zu tun ist.
Deutschland und die Schweiz sind in Sachen gegenseitiger Berufsanerkennung näher zusammengerückt. Seit September 2021 besteht ein erleichtertes Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung von Berufen. Ziel ist es, qualifizierten deutschen und schweizerischen Fachkräften die Berufsausübung und Weiterbildung im jeweils anderen Land zu erleichtern sowie die grenzüberschreitende Mobilität zu fördern. Im Beitrag werden die konkrete Ausgestaltung des Abkommens, die Unterstützungsaufgaben des BIBB sowie deren Umsetzungsstand dargestellt.
Durch Energiepartnerschaften mit Wasserstoff-Erzeugerländern will Deutschland die Energiewende schaffen. Diese Partnerschaften umfassen auch Weiterbildungen für örtliche Fachkräfte. Der Beitrag stellt ein Beispiel für einen solchen Wissenstransfer aus der Kooperation mit Wasserstofferzeugern in Chile vor.
Ein deutsch-thailändisches Projekt der Berufsbildungszusammenarbeit entwickelte über drei Jahre hinweg ein Konzept zur beruflichen Bildung in Thailands Galvanikindustrie. Die besondere Projektkonstellation und regelmäßige Evaluationsaktivitäten stellten dabei sicher, dass auch die Projektpartner selbst nicht auslernten. Der Beitrag beschreibt, wie Evaluationsaktivitäten zur Projektsteuerung beitragen und bilanziert abschließend erfolgreiche Strategien.
Die dritte Sitzung des Hauptausschusses im Jahr 2022 fand unter Leitung von Dr. Sandra Garbade, Beauftragte der Länder, statt. Beraten wurden unter anderem die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt und die Aktivitäten des BIBB mit Blick auf geflüchtete Menschen aus der Ukraine.
Aufgabe der Ausbilder/-innen ist es, den Fachkräftenachwuchs für den digitalen Wandel fit zu machen. Weiterbildung hilft ihnen dabei, diese Aufgabe zu meistern. Das NETZWERK Q 4.0, ein BMBF-gefördertes Projekt, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in enger Zusammenarbeit mit 13 Bildungswerken der Wirtschaft und zwei weiteren Trägern beruflicher Bildung umgesetzt wird, erstellt passende Angebote für genau diesen Bedarf. Dieser Beitrag stellt vor, wie im NETZWERK Q 4.0 Qualifizierungsbedarfe ermittelt und mittels eines Design-Thinking-Prozesses in qualitätsgesicherte Weiterbildungsangebote übersetzt werden. Abschließend werden die bisherige Rezeption der Weiterbildungen betrachtet und weiterer Anpassungsbedarf perspektivisch aufgezeigt.
Von Juli bis Dezember 2020 hatte Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Nach Bildung der neuen EU-Kommission war eine zentrale Aufgabe in dieser Zeit, die Ergebnisse des strategischen Rahmens für die Zusammenarbeit in der Berufsbildung ("Europa 2020") zu resümieren und neue Prioritäten für die nächsten zehn Jahre zu definieren. Der Beitrag zieht eine erste Bilanz, wie dies unter den Bedingungen der Corona-Pandemie gelungen ist.
„Das Berufsbildungssystem ist in der Krise!“ Die Anlässe für solche Äußerungen sind vielfältig und führ(t)en immer wieder dazu, bestehende Strukturen, insbesondere die Ordnungsarbeit der beruflichen Bildung, in Frage zu stellen – so auch in der im Herbst 2020 veröffentlichten Denkschrift von Dieter Euler und Eckart Severing. Vor diesem Hintergrund gibt der Beitrag Einblicke in die Ordnungsarbeit am BIBB und zeigt auf, wie es durch konsensuale Zusammenarbeit gelingt, Berufe im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel zu entwickeln. Dabei wird verdeutlicht, wie Ordnungsarbeit neue Entwicklungen frühzeitig erkennt, zeitnah in Ausbildungsberufe integriert und so gestaltet, dass sie langfristig und in der Fläche ausgebildet werden können.
In Jugendberufsagenturen arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts, des Jobcenters und der Agentur für Arbeit unter einem Dach zusammen. Sie bieten gemeinsam Rat suchenden jungen Menschen Unterstützung aus einer Hand an. Erfolgsmodelle sind zumeist in Großstädten zu finden. Der Beitrag zeigt auf, wie eine rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit auch in einem Flächenland erfolgreich etabliert werden kann, und stellt hierzu Umsetzungsstand und Gelingensbedingungen vor. Wichtig ist, dass die Entwicklung der Strukturen regionalisiert erfolgt, d. h. unter Einbindung der Institutionen vor Ort und Beachtung der regionalen Besonderheiten.
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