Die Berufsbildungsforschung ist durch eine Vielzahl an Akteuren, Forschungsfeldern, Gegenständen, Fragestellungen und Entwicklungsaufgaben charakterisiert. Sie besitzt demnach ein sehr breites Profil, das sich zusehends ausdifferenziert. Ihr zentraler Anspruch ist es, den Zusammenhang von Beruf, Erwerbsarbeit und Bildung zu erforschen.
Diese Aufgaben profilieren nicht erst seit den 1960er-Jahren ihr Selbstverständnis. Vielmehr reicht ihre Geschichte bis in die vorindustrielle Zeit zurück. Welche Leitmotive die Entwicklung des Selbstverständnisses der Berufsbildungsforschung seit der Industrialisierung Deutschlands maßgeblich beeinflussten, wird im Beitrag an zwei Beispielen beleuchtet, die auf je eigene Weise berufsbildungsgeschichtlich bis in die Gegenwart bedeutsam sind: das Kaiserreich und die Zeit der national sozialistischen Diktatur.
Dem dualen Studium wird das Potenzial zugesprochen, eine wichtige Rolle bei der Kompetenzentwicklung für Berufe des 21. Jahrhunderts zu spielen. Bislang sind duale Studiengänge vor allem ein deutsches Phänomen. Derzeit trifft dieses Studienmodell jedoch vermehrt auf das Interesse von ausländischen Bildungsakteuren, die gezielt nach Modellen zur besseren Verknüpfung akademischer und berufspraxisbezogener Lernerfahrungen suchen. Anhand der Länder Frankreich und Brasilien werden allgemeine Bedingungen für einen erfolgreichen Transfer dieses Studienmodells und Möglichkeiten der binationalen Kooperation analysiert.
Ein wesentliches Merkmal entwickelter Berufsbildungssysteme ist die Existenz von Ordnungsvorgaben. Berufliche Bildung funktioniert nach bestimmten Regeln und Ordnungsprinzipien und unter Beteiligung von Akteuren aus Staat und Wirtschaft. Damit werden wichtige Qualitätsstandards erfüllt und wird eine überbetriebliche Vergleichbarkeit sichergestellt. Was heutzutage beinahe selbstverständlich erscheint, war vor rund 100 Jahren keineswegs so. Das Deutsche Kaiserreich – noch geprägt durch Jahrhunderte der Kleinstaaterei – war weit von solchen Vereinheitlichungstendenzen entfernt.
Im Beitrag wird die Entwicklung der Ordnung von Berufen seit Beginn des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet. Dies erfolgt mit Blick auf die Akteure und das Zusammenspiel wirtschaftlicher und staatlicher Interessen, durch die dieses korporatistische Modell wesentlich geprägt ist.
Studien belegen regelmäßig die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung. Auch die Europäische Kommission nimmt mittlerweile das duale Ausbildungssystem als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa wahr. Doch das duale Ausbildungssystem in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen. Um die Begabungspotenziale noch besser auszuschöpfen und das lebenslange Lernen stärker als bisher zu fördern, gewinnt die Verknüpfung von Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung zunehmend an Bedeutung. Der Artikel macht einen Vorschlag zur kompetenzorientierten Beschreibung von Lerneinheiten, um die Anschlussfähigkeit von Bildungsgängen über die Ordnungsmittel zu sichern. In diesem Zusammenhang werden Ergebnisse des baden-württembergischen Projekts „Eurolevel“ zur Anrechnung vollzeitschulisch erworbener Kompetenzen auf eine duale Ausbildung vorgestellt.
Maßnahmen der Berufsvorbereitung sind wichtige Instrumente der Rekrutierung von Nachwuchskräften. Dies kann an zusätzlicher Relevanz gewinnen, wenn die Durchlässigkeit zwischen der Berufsausbildungsvorbereitung und der Berufsausbildung gesteigert wird. Die Deutsche Bahn hat sich an der Betrachtung ebendieser Schnittstelle in der Pilotinitiative DECVET des BMBF beteiligt. Im Beitrag wird beschrieben, wie über die Definition von Lernergebniseinheiten und mithilfe eines Kompetenzfeststellungsverfahrens die Erreichung der Lernergebniseinheiten überprüft werden können. Dies stellte die Basis für eine Anrechnung von Leistungen dar. Deutlich wird, dass damit Instrumente vorliegen, mit denen die Transparenz und die Qualität der Bildungslandschaft insgesamt deutlich gesteigert werden können.
Betriebe haben in vielfältiger Art und Weise Einfluss auf das Lernen Erwachsener. Sie sind sowohl Lernorte, Bildungsanbieter als auch Bildungsfinanziers. Im Prozess der Arbeit wird zufällig oder gezielt gelernt, vor allem größere Betriebe bieten eigene interne Kurse im Unternehmen an oder finanzieren ihren Beschäftigten die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen bei externen Bildungsanbietern. In diesem Beitrag wird auf der Grundlage der europäischen Unternehmensbefragung CVTS untersucht, welche Lernformen in der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland und in Europa vorherrschen und ob das Angebot in den vergangenen Jahren in Deutschland in der Mehrzahl der Unternehmen vielfältiger geworden ist.
Zu der Frage, wie die EU Empfehlung zur Einrichtung nationaler Qualifikationsrahmen in deutsches Recht umgesetzt werden kann, hat das BMBF ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Inhalt und Ergebnisse des Gutachtens werden im Folgenden kurz vorgestellt und erläutert.
Berufliche Weiterbildung hat nicht nur einen Markt in Deutschland. Deutsche Angebote stoßen zunehmend auf Resonanz bei Partnern und Kunden im Ausland. Aber nicht jeder Bildungsanbieter ist schon fit für den internationalen Wettbewerb. Deutsche Bildungsdienstleister gezielt auf ausländische Märkte vorzubereiten, ist das Ziel von iMOVE, der Informations- und Beratungsstelle für deutsche Weiterbildungsanbieter, die 2001 vom Bundesbildungsministerium (BMBF) eingerichtet wurde. Im Rahmen einer von iMOVE durchgeführten Delegationsreise testeten deutsche Bildungsdienstleister im November 2002 die Märkte im Baltikum. Welchen Bedarf, welches Interesse und welche Erwartungen die Partner vor Ort haben, resümiert der Beitrag.
Wirtschaftliche Diversifizierungsprozesse und aktuelle Initiativen zur Restrukturierung der Arbeitsmärkte in den Ländern der arabischen Halbinsel erzeugen einen wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften, der mit der vorhandenen Bildungsinfrastruktur nicht zu bewältigen ist. Informationsveranstaltungen der Arbeitsstelle iMOVE (international Marketing of Vocational Education) beim BIBB im Frühjahr 2003 in Ländern der Golfregion sollten daher für Deutschland als kompetenten Partner in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie für Qualifizierungsangebote "made in Germany" werben. Der Beitrag beschreibt einführend die Arbeitsmarktsituation in der Golfregion und berichtet dann über die Aktivitäten und Perspektiven eines deutschen Berufsbildungsmarketings.
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