Eine steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze prägt den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ergreifen Betriebe neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen und zu halten. Zu den arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumenten, die hier ansetzen, gehört insbesondere die Assistierte Ausbildung als Förderinstrument für benachteiligte Jugendliche. Die Unterstützungsleistungen richten sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Betriebe. Im Beitrag wird untersucht, wie Betriebe von der zeitlichen und personellen Entlastung profitieren und inwiefern die Unterstützung zur Stabilisierung und Verbesserung des Ausbildungsverhältnisses beiträgt.
Die im österreichischen Berufsausbildungsgesetz vorgesehene Möglichkeit der Lehrzeitverlängerung soll für benachteiligte Jugendliche die Chance erhöhen, einen regulären Ausbildungsabschluss zu erreichen. Die im Beitrag vorgestellten Zahlen zu Inanspruchnahme und späterem Arbeitsmarkterfolg zeigen, dass sich diese Option als erfolgreich erwiesen und im dualen System in Österreich etabliert hat.
Flexibilisierung und Durchlässigkeit beruflicher Bildung haben sich längst als Dauerziele auf der bildungspolitischen Agenda etabliert, zielen jedoch vorrangig auf die duale Berufsausbildung. Dabei ist ein Bedarf auch im berufs- und ausbildungsvorbereitenden Bereich festzustellen – und zwar für jene jungen Menschen, die den Übergang in die duale Berufsausbildung (noch) nicht bewältigen konnten. Im Beitrag werden Erkenntnisse aus dem Projekt QBi vorgestellt, in dem Qualifizierungsbausteine für die dualisierte Ausbildungsvorbereitung (AV) an verschiedenen Schulstandorten in Nordrhein-Westfalen erprobt und angepasst wurden. Hier stellt sich vor allem die Frage, wie mehr curriculare und pädagogisch-didaktische Flexibilisierung erreicht werden kann, die Raum für Individualisierung und Subjektorientierung lässt.
Im Projekt »LernBAR – Lernen auf Basis von Augmented Reality – Ein inklusives Ausbildungskonzept für die Hauswirtschaft« werden die Potenziale neuer Technologien aufgegriffen, um arbeitsprozessbezogene Lernangebote zu entwickeln, die Menschen mit Lernschwierigkeiten unterstützen. Der Beitrag beschreibt Chancen und Herausforderungen von digitalen Lernansätzen für diese Personen und nimmt neben der technologischen auch die didaktische Ebene in den Blick.
Rezension zu: Lehrbetriebsverbünde - Integration von benachteiligten Jugendlichen in ein neues Modell der dualen Berufsausbildung in der Schweiz. Nicolette Seiterle, Budrich UniPress Ltd., Opladen/Berlin/Toronto 2017.
Eine außerbetriebliche Ausbildung ist Chance und Risiko zugleich. Sie ist insofern als Chance zu sehen, als ein berufsqualifizierender Abschluss erreicht werden kann. Gleichzeitig birgt eine besondere Ausbildungsform Risiken, weil damit Marginalisierungstendenzen einhergehen und die Gefahr wächst, nach der Ausbildung nicht erfolgreich in eine Erwerbstätigkeit einzumünden. Daher ist es von Interesse zu erfahren, wie junge Erwachsene selbst ihre Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) erleben. Der Beitrag stellt hierzu ausgewählte Ergebnisse einer explorativen Befragung vor. Dabei wird insbesondere die BaE im Kontext weiterer Bildungsziele und -perspektiven untersucht.
Die Schweiz verfolgt das bildungspolitische Ziel, dass 95 Prozent aller jungen Menschen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erwerben. Mit der Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) war beabsichtigt, benachteiligten Jugendlichen einen ersten qualifizierenden Abschluss zu ermöglichen, der sie befähigt, sich einerseits im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und andererseits in eine weiterführende Ausbildung einzusteigen. Im Beitrag werden die EBA-Berufe anhand allgemeiner Kennzahlen beschrieben. Danach wird ein differenzierter Blick auf kurz- und mittelfristige Inklusionseffekte geworfen und reflektiert, welches Inklusionspotenzial dieser Ausbildungstyp bietet.
Aus bildungs- und beschäftigungspolitischer
Sicht wird dem lebenslangen
Lernen hohe Bedeutung zugewiesen.
So haben sich Bund und
Länder zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr
2015 eine Weiterbildungsbeteiligung
der Erwerbsbevölkerung von 50 Prozent
– gemessen an den Daten des
Adult Education Survey (AES) – zu
erreichen. Dabei geht es auch darum,
die Teilnahme bildungsbenachteiligter
Gruppen zu erhöhen. Neben der
Weiterbildung, wie sie in der nationalen
Berichterstattung zum deutschen
AES abgegrenzt wird, gibt es
jedoch noch andere Formen des Lernens
Erwachsener. Hierzu vermittelt
der Beitrag einen Überblick und geht
gleichzeitig der Frage nach, ob es
darüber gelingen kann, Ungleichheiten
abzubauen.
Das Haus der Berufsvorbereitung Bonn/Rhein-Sieg bietet in einem einjährigen Praxislehrgang benachteiligten Schülerinnen und Schülern der Region die Möglichkeit, sich während ihrer Schulzeit auf eine Ausbildung im dualen System vorzubereiten. Den Jugendlichen soll die Chance auf einen Ausbildungsplatz und damit auf ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis eröffnet werden. Darüber hinaus haben ausbildende Unternehmen der Region die Möglichkeit, ausbildungsreife Jugendliche zu rekrutieren, die ihnen auch nach der Ausbildung als engagierte Facharbeiter/-innen zur Verfügung stehen. Der Beitrag berichtet von Erfahrungen und Herausforderungen der berufspädagogischen Arbeit.
Rezension zu: Übergänge in eine neue Arbeitswelt? Blinde Flecke der Debatte zum Übergangssystem Schule–Beruf / Maja S. Maier; Thomas Vogel (Hrsg.), Springer VS, Wiesbaden 2013
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