Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit die im (Berufs-)Bildungssystem vorhandene geschlechtsspezifische Verteilung von Männern und Frauen auf Bildungsgänge von institutionellen Rahmenbedingungen des Bildungssystems beeinflusst wird. Dies wird im Beitrag für den Zugang zu vollqualifizierenden Bildungsgängen (Allgemein- und Berufsbildung) im Anschluss an die Sekundarstufe I anhand eines Vergleichs der Länder Deutschland, Norwegen und Kanada untersucht. Als Datenbasis für Deutschland kann dabei auf die BIBB-Übergangsstudie zurückgegriffen werden.
Mit der Forderung, die Möglichkeiten der Anrechnung und Anerkennung von außerhalb des Bildungssystems erworbenen Lernergebnissen in Deutschland zu verbessern, steigt die Bedeutung der dafür notwendigen Verfahren. Auch in anderen Ländern werden Verfahren zur Lernergebnisfeststellung eingesetzt, die auf eine Anrechnung oder Anerkennung von außerhalb des Bildungssystems erworbenen Lernergebnissen zielen. Im Beitrag werden beispielhaft schweizerische und norwegische Verfahren vorgestellt.
Seit Ende 2008 fördert die Europäische Kommission elf Pilotprojekte, die konkrete Umsetzungsvorschläge für eine Nutzung von ECVET in unterschiedlichen Bereichen der Berufsbildung entwickeln sollen. Eines dieser Projekte ist SME MASTER Plus, in dem der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Frankreich, Norwegen, Österreich und Slowenien die Möglichkeiten einer Anwendung im Rahmen der Meisterausbildung erprobt. Erste Umsetzungsschritte und Erfahrungen werden im Beitrag vorgestellt.
Kompetenzansätze sind das bevorzugte Paradigma nationaler und internationaler Bildungspolitiken für die neuen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. In der Umsetzung gilt es, hierfür geeignete Möglichkeiten zur Erfassung und Bewertung von Kompetenzen bereitzustellen. Zahlreiche Kompetenzbilanzen bieten bereits ein entsprechendes Instrumentarium an. Bei diesen steht zumeist die individuelle berufliche Orientierung und Weiterentwicklung im Vordergrund; sie basieren überwiegend auf einer multidimensionalen, eher analytischen Kompetenzkonzeption, bei der u.a. Wissen, Fertigkeiten, Einstellungen und Verhalten Dimensionen von Kompetenz abbilden. Das schweizerische Kompetenzmanagementsystem, die französische Kompetenzbilanz und die norwegische Realkompetanse-Dokumentation, die im Beitrag betrachtet werden, sind herausgehobene Beispiele der Entwicklung und Anwendung von Kompetenzbilanzen.
In Debatten um die Effizienz und Effektivität des deutschen Bildungssystems werden häufig Indikatoren genutzt, die den Bildungsstand der Bevölkerung im internationalen Vergleich abbilden. Je nachdem, welcher Indikator herangezogen wird, ergibt sich dabei ein anderes Bild. Auf der Basis von Eurostat-Daten befindet sich der Anteil der Jugendlichen mit mindestens einem Abschluss der Sekundarstufe II auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Mit knapp 73 Prozent ist Deutschland im europäischen Vergleich gemeinsam mit Spanien und Portugal am Ende der Rangliste zu finden. Auf der anderen Seite stehen Abschlussquoten für den Sekundarbereich II, die von der OECD in der jährlichen Publikation 'Bildung auf einen Blick' veröffentlicht werden. Hier liegt Deutschland 2004 mit einer Quote von 99 Prozent gemeinsam mit Norwegen an der Spitze der OECD-Länder (OECD, 2006). Im Beitrag werden die Berechnungsansätze und damit verbundene Interpretationsprobleme näher erläutert.
Der Geschäftsführer der Stiftung Aus- und Weiterbildung Rogaland, Stavanger, Norwegen, Ole Imsland, wurde über die aktuellen Reformen in der beruflichen Bildung befragt. Die Reform hat sich das Ziel gesetzt, ein Berufsbildungssystem aufzubauen, das sowohl den Bildungsbedürfnissen der Jugendlichen als auch den Interessen der Wirtschaft nach qualifizierten Mitarbeitern Rechnung trägt. Die Jugendlichen sollen vor allem auf ein lebenslanges Lernen vorbereitet werden, das sowohl Durchlässigkeit und sozialen Aufstieg als auch spätere Fortbildung und Umschulung erleichtert. Wichtigster Eckpunkt der Reform war, dass jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz vom Staat garantiert wird. Die Ausbildung ist modularisiert, jeweils erfolgreich durchlaufene Ausbildungsjahre werden zertifiziert. Die Schulen haben sich in Norwegen in ihrem Selbstverständnis gewandelt und sich stärker der Weiterbildung geöffnet; sie wurden zu Ressourcen-Zentren für die Regionen ausgebaut und bieten der Öffentlichkeit und der privaten Industrie Weiterbildung an.
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