Teamfähigkeit von Auszubildenden soll bereits in der Ausbildung eingeschätzt und gezielt gefördert werden. Im Rahmen eines Modellversuchs des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde ein "Flexibles Inventar zur Einschätzung und Förderung des Teamverhaltens" (TEAM-FIT) entwickelt, das nun in einem überbetrieblichen Transfer erprobt und evaluiert wird. Das Instrumentarium besteht aus vier Modulen, die das allgemeine Teamverhalten innerhalb der Ausbildung, die Integration der Auszubildenden in eine betriebliche Gruppe, das Teamverhalten zwischen Gruppennormen und Veränderungsprozessen und das Führungsverhalten von Ausbildern im Hinblick auf ihren Umgang mit den Auszubildenden während der Gruppenarbeit erfassen.
Für gewaltsame Delinquenz bei Jugendlichen, die in der Berufsausbildung stehen oder Facharbeiter sind, spielt der Gruppenzusammenhang eine große Rolle. Gewaltsames Handeln wird in diesem Artikel als Bewältigungsstrategie der Identitätsentwicklung im Jugendalter verstanden, die heute unter den Bedingungen der Individualisierung der Gesellschaft stattfinden muss. Die besonderen Möglichkeiten der Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, der "Dekomposition" von Denken, Fühlen und Handeln bei den gewaltbereiten Jugendlichen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt. Angestrebt wird eine Ich-Stärkung durch die Verbesserung von Realitätswahrnehmung, Reflexionsfähigkeit und den Aufbau echter Sozialbeziehungen und die Festigung des Vertrauens in die eigene Entwicklungsfähigkeit.
Im Hintergrund des Modellversuchs steht die Situation von Auszubildenden in Ostdeutschland, die nach der Wende mit einer drastischen verschlechterten Lehrstellenlage sowie vielfältigen Umbruchserlebnissen konfrontiert sind. Verunsicherung und Orientierungslosigkeit führen häufig zu aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen, zum Teil gepaart mit rechtsextremen Ideologien. Im Rahmen des Modellversuchs soll die Berufsausbildung so gestaltet werden, dass die Gewaltneigung der Jugendlichen reduziert und alternative Umgangsformen gefördert werden. Durch das Lernen an realen Arbeitsaufgaben werden persönlichkeitsfördernde Bildungsprozesse verwirklicht, wobei der Schwerpunkt auf entdeckendem, selbstgesteuertem und kooperativem Lernen liegt. Der Beitrag beschreibt das Konzept einer Ausbildung, die persönlichkeitsfördernd und sozialintegrierend angelegt ist, und skizziert erste Ergebnisse des Modellversuchs.
Bei der Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit und Gewalt ist die Ausbildungspraxis in Betrieben und berufsbildenden Schulen wichtiger denn je. Die Praxis zeigt, dass in Betrieb und Berufsschule viel zur Verständigung von ausländischen und deutschen Jugendlichen getan werden kann. Die Integration ausländischer Jugendlicher in anerkannten Ausbildungsberufen ist daher weiter zu fördern und zu erleichtern. Die dargestellten Beispiele gewerkschaftlicher Aktivitäten gegen Ausländerhass und Rechtsextremismus sind zum Bestandteil der täglichen gewerkschaftlichen Arbeit geworden.
Seit Januar 1980 führt das BIBB ein Projekt zur Entwicklung von Ausbildungsmitteln für den Einzelhandel durch. Unter Beteiligung von Betrieben unterschiedlicher Größe werden Ausbildungsmittel zunächst für die Bereiche Textil/Bekleidung und Lebensmittel erarbeitet und erprobt. Der inhaltliche Schwerpunkt der gegenwärtigen Projektarbeit liegt im Verkauf. Erklärtes Ziel des Projekts ist es, Ausbildungsmittel und Vermittlungsformen anzubieten, die es den Auszubildenden ermöglichen, Arbeits- und Handlungsfähigkeit für praktische Situationen im Verkaufsalltag zu erwerben.
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