Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale Zielgruppe der Berufsbildung. Doch werden Ihre Sichtweisen und Anliegen auch angemessen wahrgenommen? Welche Themen sind für junge Menschen wichtig? Welche Belastungen nehmen sie wahr? Wie blicken sie auf ihre Zukunft und welche Erwartungen und Forderungen stellen sie an unser Bildungs- und Beschäftigungssystem? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir vier junge Menschen interviewt, die in Jugendverbänden oder -organisationen ihrer Generation eine Stimme im öffentlichen Raum geben.
Mit der Covid-19-Pandemie und anderen aktuellen gesellschaftlichen Krisen verdichten sich die Erkenntnisse, dass das Wohlbefinden vieler junger Menschen stärker beeinträchtigt ist. Dies betrifft sowohl die körperliche Konstitution als auch das psycho-soziale Erleben und soziale Aspekte. So zeigen Studien ein stärkeres Stresserleben junger Menschen sowie die Zunahme von Einsamkeitserfahrungen. Bildungsverläufe, insbesondere auch Übergänge in die berufliche Bildung, sind von diesen Begleiterscheinungen geprägt. Vor diesem Hintergrund sind Akteure in Schule, Ausbildung und Beruf gefragt, diese Begleiterscheinungen in den Blick zu nehmen. Die im Beitrag präsentierten Ergebnisse der JuCo-V-Studie möchten hierfür sensibilisieren.
Angesichts steigender Studierendenzahlen geht dieser Beitrag der Frage nach, welche Schüler/-innen trotz Hochschulzugangsberechtigung die Aufnahme einer Berufsausbildung planen. Auf Basis der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) wurden Faktoren identifiziert, die bei Schülerinnen und Schülern der zwölften Klasse einen solchen Plan begünstigen. Dabei zeigte sich, dass neben Einflüssen des sozialen Umfelds auch der Berufsorientierungsprozess sowie die Kosten-, Nutzen- und Chanceneinschätzungen der Jugendlichen relevant sind. Auf Basis dieser Ergebnisse werden abschließend Anregungen für die Berufsorientierung abgeleitet.
Nach dem Bildungsboom der frühen 1970er Jahre haben sich die Lebensentwürfe von Frauen stark verändert. Aufgrund ihrer verbesserten Qualifikation versuchen Frauen seit den 1980er Jahren vermehrt, nach einer Familienphase wieder in die Erwerbsarbeit einzusteigen. Der Beitrag skizziert das Thema Berufsrückkehrerinnen und fokussiert die Problematik der Wiedereinsteigerinnen im ländlichen Raum. Dargestellt wird eine aktuelle Maßnahme zur Unterstützung der Berufsrückkehr im Landkreis Gießen.
Die berufliche und soziale Integration der Aussiedler, vor allem der Aussiedlerfrauen, stellt unsere Gesellschaft vor schwierige Aufgaben. Der Beitrag widmet sich den Voraussetzungen und Problemen der beruflichen und sozialen Integration von Aussiedlerfrauen und beleuchtet ausgewählte Maßnahmen wie z.B. Sprachkurse. Die Darstellung beruht auf Ergebnissen von Gesprächen mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Arbeitsverwaltung und Multiplikatoren vor Ort sowie auf mündlichen Befragungen von Aussiedlerfrauen im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts "Integration von Aussiedlern durch Weiterbildungsmaßnahmen unter Berücksichtigung fachübergreifender Kompetenzen".
Ein empirischer Vergleich der Berufssituation und des Berufserfolgs jüngerer Frauen und Männer in qualifizierten Angestelltenberufen des kaufmännisch-verwaltenden Bereichs
Frauen haben in der Allgemeinbildung und der Berufsausbildung in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und gegenüber den Männern immens aufgeholt. Die bildungsmäßigen Verbesserungen schlagen sich jedoch nicht in entsprechenden Verbesserungen der beruflichen Situation von Frauen, d. h. in der Angleichunq an die berufliche Situation der Männer nieder. Noch immer liegen die Frauen im Einkommen und in der beruflichen Position im Durchschnitt weit hinter den Männern. Das wird in der Regel darauf zurückgeführt, daß viele Frauen aufgrund familiärer Verpflichtungen teilzeitbeschäftigt sind oder die Erwerbsarbeit unterbrechen und eine geringere Beschäftigungsdauer bzw. -erfahrung vorzuweisen haben. Im folgenden soll zunächst noch einmal kurz der Bildungsanstieg der bundesrepublikanischen Frauen und Mädchen veranschaulicht werden. Dann wird anhand eines empirischen Vergleichs des Berufserfolgs qualifizierter junger Frauen und Männer der Frage nachgegangen, ob die Faktoren Bildung, Arbeitszeitumfang und Beschäftigungsdauer für die berufliche Situation bzw. für die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern ausschlaggebend sind. Wäre dem so, müßten gleich gut qualifizierte jüngere Frauen und Männer, die im erlernten Beruf vollzeitbeschäftigt sind, gleichgestellt sein.
In dem Beitrag wird untersucht, inwieweit soziale Faktoren für die hohen Abbruchsquoten bei der Umschulung Langzeitarbeitsloser mitverantwortlich sind. Hierzu werden die Ergebnisse von Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen mit 39 Umschülern referiert. Es zeigte sich, daß vor allem dort Lernprobleme auftreten, wo der Zwang zu einem zusätzlichen Gelderwerb und beengte räumliche Verhältnisse bestehen. Ferner wirken sich eine mangelhafte sozialpädagogische Betreuung, Kommunikationsprobleme mit dem Arbeitsamt und die Belastung durch eine Kinderbetreuung negativ aus. Abschließend werden Verbesserungsvorschläge gemacht.
Technischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandel verändern immer rascher unsere Arbeitswelt und verlangen nach einer Anpassung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter an die ständig steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz. Die personalen Leistungsvoraussetzungen werden somit immer wichtiger im Unternehmensgeschehen. Dies gehört zum Aufgabenbereich der betrieblichen Bildungspolitik. Nachfolgend werden anhand von Beispielen die unternehmensbezogenen Einflußfaktoren auf bildungspolitische Planungen und Entscheidungen unter den Bedingungen des Strukturwandels skizziert und abschließend Anregungen für die Berufsbildungsforschung genannt.
Der Aufsatz versucht, die Komplexität der Zusammenhänge zwischen Jugendkriminalität, Jugendarbeitslosigkeit und Berufsausbildung ansatzweise aufzuzeigen. Dabei wird die Unzulänglichkeit einer statistischen Zusammenhangsprüfung zwischen Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität angesichts der gegenwärtigen Materiallage belegt. Weder die interne noch die externe Validität derartiger formal-statistischer Untersuchungen scheint in hinreichendem Maße gegeben. Es wird die These aufgestellt, daß Arbeitslosigkeit und delinquentes Verhalten zwei Faktoren neben anderen in einem komplexen Feld kumulierender Defizite sind. Diese kumulierte biographische Benachteiligung ist typisch für die Lebenssituation sozialer Randgruppen.
Es werden Ergebnisse zu Teilnehmerbelastungen in beruflichen Weiterbildungsveranstaltungen aus einer Erhebung des BIBB in Hessen vorgestellt und mit Daten aus verschiedenen Umschulungsuntersuchungen in Beziehung gesetzt. Als ein besonderer Belastungsfaktor sind Lernprobleme anzusehen; sie werden in ihren einzelnen Ausprägungen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu größeren Arten von Lernproblemen dargestellt und nach kognitiven, motivationalen und affektiv-sozialen Schwerpunkten gegliedert.
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