In der kaufmännischen Ausbildung der Wieland-Werke AG, Ulm, wird ein Auszubildenden-Rückmeldesystem (ARSY) praktiziert, das der modernen Forderung nach Rückmeldung beobachteten Verhaltens entspricht. Nicht die Beurteilung zurückliegender Leistungen, sondern das Gespräch über erlebte Entwicklung und Chancen für Verbesserungen stehen im Vordergrund. Auszubildende erhalten nach jedem Abteilungsaufenthalt detaillierte Rückmeldungen über ihren jeweils erreichten Stand im Hinblick auf Fertigkeiten, Wissen und Verhalten. Durch Partizipation aller an der Ausbildung Beteiligten ist ein systematisches, praktikables und transparentes Feedbacksystem entstanden, das zu grosser Akzeptanz auf allen Seiten geführt hat. In dem Beitrag werden Konzept, Projektverlauf und realisiertes Feedbacksystem vorgestellt und abschliessend Hinweise zur Übertragbarkeit des Konzeptes gegeben.
Lehrvertragsausbildung ist eine berufliche Bildung, die in Verbindung mit praktischen Aufgaben am Arbeitsplatz durchgeführt und durch theoretischen Unterricht ergänzt wird. Der Lehrvertrag ist ein zwischen dem Auszubildenden und dem Arbeitgeber abzuschliessender befristeter Arbeitsvertrag. Die Position der Ausbildung auf Lehrvertragsbasis im finnischen Berufsbildungssystem hat sich in den 90er Jahren gefestigt und soll weiter ausgebaut werden. Es ist beabsichtigt, sie als gleichberechtigte Alternative zu den übrigen Bildungswegen zu entwickeln. Der Beitrag informiert über Rahmenbedingungen, Finanzierung, Leistungsbewertung dieser Ausbildung und gibt abschliessend einen Ausblick auf die Entwicklung.
Computer sind aus Beruf und Ausbildung in fast allen Wirtschafts- und Dienstleistungsbereichen nicht mehr wegzudenken. Auch gibt es immer weniger Ausbildungen, in denen nicht in irgendeiner Form der Umgang mit diesem Werkzeug vermittelt wird. Dagegen wird in Prüfungen nur bei wenigen Berufen verlangt, dass am Computer gearbeitet wird. Wenn die Prüfung aber der Erfassung beruflicher Handlungskompetenz dienen soll, geht kein Weg an der Entwicklung computergestützter Prüfungsmethoden vorbei. Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt deshalb ein Forschungsprojekt zu neuen computergestützten Prüfungsformen durch. Der Beitrag gibt einen Überblick über den Stand der Entwicklung und über bereits vorliegende Erfahrungen, auf die man bei der Erarbeitung neuer Prüfungsmethoden zurückgreifen kann.
Der Beitrag befasst sich mit dem berufspädagogischen Kern der Neuordnung der industriellen Metallberufe. Es werden Konsequenzen für die betriebliche Ausbildungsorganisation sowie Fragestellungen zur Evaluationsforschung und erste Ergebnisse der Neuordnung aufgezeigt.
Die Problematik ,,Lernerfolgskontrollen in der betrieblichen Ausbildung'' wurde aufgegriffen, da es künftig auch in den neuen Ländern der einzelbetrieblichen Entscheidung überlassen bleibt, ob, wie und wie oft der Lernfortschritt der Auszubildenden in der betrieblichen Ausbildung ermittelt wird. Entsprechende Verpflichtungen, wie sie in der DDR durch das Berücksichtigen der Vorleistungen (Vorzensur) bei Abschlußprüfungen und mit der Führung der Lehrlingsbegleitmappe erwuchsen, sind bei der Ausbildung nach BBiG/HwO und auf der Grundlage der Ausbildungsordnungen nicht mehr gegeben. Die sich daraus ergebende veränderte Problemlage des Ausbildungspersonals und Untersuchungsergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbildung, die die Problematik der Lernerfolgskontrollen tangieren, sind der Anlaß, um im folgenden einige Denkanstöße zu Lernerfolgskontrollen allgemein, zur Ermittlung von berufsübergreifenden Qualifikationen und zur Zwischenprüfung zu geben. Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich vor allem um die in vielfältigen Modellversuchen erprobten neuen Lernmethoden, deren Anwendung insbesondere auch auf die Entwicklung berufsübergreifender Qualifikationen abzielt, und um Erkenntnisse zur Zwischenprüfung.
Im Rahmen des Forschungsprojektes "Berufsbildender Fernunterricht: ein Beitrag zur didaktischen Verbesserung des Angebots" hat das Bundesinstitut für Berufsbildung 65 Fernunterrichtsteilnehmer und - als Kontrastgruppe - 51 Direktunterrichtsteilnehmer, die eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme berufsbegleitend belegt hatten, anhand von Intensivinterviews danach gefragt, welche Motive sie zur Weiterbildung veranlaßt haben, wie sie die gewählten Lehrgänge beurteilen und ob sie das Gelernte beruflich verwerten. Außerdem wurden (Weiter-)Bildungsverantwortliche von sieben Firmen mit insgesamt 10 Firmenniederlassungen in die Untersuchung mit einbezogen. Aus den Ergebnissen werden didaktische und methodische Vorschläge zum Einsatz von Fernunterricht entwickelt.
Im Forschungsprogramm '80/'81 des BIBB wird ein Projekt "Prüfungen in der beruflichen Erwachsenenbildung" durchgeführt . Die hier dargestellten Probleme und Lösungsansätze konzentrieren sich auf die zentrale Frage: Wie können berufliche Prüfungen für Erwachsene so organisiert werden, daß sie den besonderen Lern-, Arbeits- und Lebensbedingungen erwachsener Menschen entsprechen? Allgemeine Zielsetzung und methodische Verfahrensweisen desProjekts bleiben in dieser Darstellung unberücksichtigt. Basis unserer Ausführungen sind Expertengespräche und Sachverständigengespräche mit Wissenschaftlern und Praktikern sowie mit Mitgliedern von Prüfungsausschüssen.
Die Modellversuche nach dem System "Contrôle continu" begannen 1975 in den Berufsfeldern ELEKTRO (Eiektroanlageninstallateur) und METALL (Betriebsschlosser, Maschinenschlosser) sowohl im schulischen als auch im betrieblichen Bereich in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland. Ziel der mit Frankreich abgestimmten Modellversuche ist die Entwicklung und Erprobung eines Systems laufender ausbildungsbegleitender Leistungsnachweise. Während sich die Durchführung des Modellversuchs in Frankreich ausschließlich auf schulische Ausbildungsstätten erstreckt, wird das System "Contrôle continu" auf deutscher Seite im dualen System erprobt. Damit bietet sich Gelegenheit, die Problematik der Abstimmung schulischer und betrieblicher Ausbildung und Leistungsbewertung als zusätzliches Untersuchungsthema in den Versuch einzubeziehen.
Ausgehend von den Modellversuchen "Contrôle continu" in der Bundesrepublik Deutschland werden verschiedene Aspekte der organisatorischen Gestaltung eines Prüfungssystems mit ausbildungsbegleitenden Leistungsnachweisen behandelt. Es wird auf die Bedeutung der Systemziele und des gewünschten Standardisierungsgrades der Prüfungsorganisation hingewiesen. Die gegenwärtig in den Modellversuchen angewandten Regelungen werden vor dem Hintergrund theoretischer Oberlegungen beschrieben.
Ausgehend von der Unterscheidung zwischen der Feststellung und der Bewertung einer Lernleistung werden drei Bewertungsmodelle kurz skizziert, die sich besonders hinsichtlich des verwendeten Vergleichsmaßstabs unterscheiden: die kriteriumsorientierte (ausbildungszielorientierte), die normorientierte und die prozeßorientierte (ausbildungsprozeßorientierte) Leistungsbewertung. Für berufliche Prüfungen wie Zwischen- und Abschlußprüfungen in der beruflichen Erstausbildung sind eher ausbildungszielorientierte Bewertungen angebracht, ein normorientiertes Vorgehen ist etwa bei Eignungsuntersuchungen bzw. Ausleseprüfungen notwendig, während Lernfortschrittskontrollen mehr eine ausbildungsprozeßorientierte Bewertung erfordern. Diese Modelle führen auch zu einem unterschiedlichen Vorgehen, wenn man Lernleistungen in der beruflichen Bildung bewerten muß.
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