Die Fritsch GmbH in Steinwenden wurde 1949 als Elektrobetrieb gegründet. Heute beschäftigen Sie Fachkräfte aus vier Gewerken, hinzu kommt der kaufmännische Bereich. Der Familienbetrieb wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Die Aus- und Weiterbildung der eigenen Fachkräfte spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Welche Wege bei der Gewinnung und Qualifizierung von Auszubildenden und Beschäftigten verfolgt werden und wie Herausforderungen infolge der digitalen und sozial-ökologischen Transformation gemeistert werden, berichtet Julia Hunsicker in diesem Interview. Dabei richtet sie den Blick gerade auch auf die spezifischen Potenziale eines kleinen Betriebs.
Geregelte Aufstiegsfortbildung ist für den Aufstieg der Absolventen des dualen Systems zu mittleren und Fach- und Führungskräften auch bei Expansion der Hochschulabschlüsse eine entscheidende und zukunftsträchtige Basis. Jedoch sind die bisher für diesen Aufstieg erforderlichen Kompetenzen im Projektmanagement, für Führungsaufgaben, Aufgaben der Gestaltung betrieblicher Kommunikation und Kooperation und für strategische Aufgaben in der traditionellen Aufstiegsfortbildung noch zu wenig verankert gewesen. Neue Zielgruppen wie Abiturienten, Studienabbrecher, Hochschulabsolventen stellen zudem die Aufstiegsfortbildung vor weitere Herausforderungen und eröffnen ihr neue Möglichkeiten. Der Beitrag stellt die ordnungspolitisch wichtigsten Ergebnisse einer Untersuchung für die kaufmännische Aufstiegsfortbildung mit Schwerpunkt Fachwirt in den Dienstleistungsbranchen vor und gibt einen Ausblick auf die Perspektiven. Generell wurde festgestellt, dass die Aufstiegsfortbildung für die Professionalisierung der mittleren Fach- und Führungsfunktionen sowie die Qualifikationsversorgung des unternehmerischen Mittelstandes vielen Unternehmen nicht bewusst ist. Ein gezieltes Marketing für das Produkt Aufstiegsfortbildung sei erforderlich und Ziel und Qualität der Aufstiegsfortbildung besser auf die Situation dieser Zielgruppe auszurichten. Ihre Förderung erfordere öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse; hier müsse die Ordnungsarbeit verstärkt ansetzen.
In dem Beitrag setzen sich die Autoren mit den technischen, organisatorischen und qualifikatorischen Veränderungen und ihren Folgen für die berufliche Aus- und Weiterbildung auseinander, die mit den Begriffen E-Business oder E-Commerce, E-Procurement, E- Marketing, E-Shop und vielen anderen zu bezeichnen versucht werden. Beschrieben werden die veränderten Anforderungen in kaufmännischen Tätigkeitsfeldern, die Konsequenzen für das didaktisch-methodische Vorgehen und die Ordnung der Berufsbildung.
E-Commerce verändert zunehmend die Anforderungen an Kaufleute in allen Wirtschaftsbereichen. Trendergebnisse einer BIBB- Untersuchung zur kaufmännischen Qualifikationsentwicklung in sieben Branchen und Wirtschaftsbereichen zeigen, dass im elektronischen Geschäftsverkehr branchen- und berufsübergreifend fachlich, informationstechnische, sozial-kommunikative und methodische Basiskompetenzen gefordert sind. Diese könnten bereits während der Ausbildung branchenspezifisch moduliert vermittelt werden. Es sind weniger zusätzliche kaufmännische Fachkenntnisse, sondern Hybridqualifikationen und kaufmännisch orientierte Handlungskompetenzen gefordert. Die Untersuchung basiert auf unternehmensbezogenen Fallstudien und erstreckte sich auf die Transaktionssektoren Business to Business (B2B) und Business to Consumer (B2C). Im Fokus standen vor allem die Entwicklung der Kompetenzanforderungen und Qualifikationserfordernisse sowie der Konzepte und Probleme der Qualifizierung.
Ausgehend von betrieblichen Erfahrungen und Diskussionen auf Fachtagungen untersuchen die Autoren die Frage der Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten in Call Centern und geben eine erste bildungspolitische Einschätzung. Es werden Qualitätsanforderungen an die berufliche Weiterbildung formuliert und ein gewerkschaftliches Weiterbildungskonzept für Beschäftigte in Call Centern vorgestellt. Die gewerkschaftliche Qualifizierungspolitik verfolgt das Ziel einer Fortbildungsregelung. Die Weiterbildungslehrgänge sollten bundeseinheitlich, zumindest vergleichbar und den qualitativen und bildungspolitischen Standards gerecht werden. Gefordert wird eine breite kaufmännische Grundbildung zur Sicherung der beruflichen Mobilität.
In dem Beitrag werden, ausgehend von den neuen Anforderungen an ein innovatives und kundenorientiertes Handwerk, die Rolle der Unternehmer- und Meisterfrauen im Betrieb und ihre Qualifikationen anhand empirischer Ergebnisse aus einem Modellversuch des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) dargestellt und analysiert. Die Untersuchungen zeigen, dass die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Mitarbeit der Meisterfrauen durch überwiegend hohe Qualifikationen gewährleistet sind. Mehr als zwei Drittel verfügen über entsprechende Bildungsabschlüsse (42 Prozent haben eine kaufmännische Lehre absolviert, 12 Prozent eine Handwerkslehre und 12 Prozent verfügen über einen Berufsfachschulabschluss). Es mangelt jedoch an gezielter fachlicher Weiterbildung. Aus der Sicht des BIBB ergibt sich ein deutlicher Fortbildungs-Nachholbedarf für Meisterfrauen und deren Dienstleistungstätigkeit. Der Modellversuch "Unternehmerfrauen" soll diesem Mangel abhelfen.
Der wirtschaftliche Erfolg von Handwerksbetrieben wird wesentlich durch die kompetente Erledigung kaufmännischer Aufgaben, die Personalführung und die Kundenbetreuung bestimmt. Diese Aufgabe übernimmt überwiegend die Ehefrau, die dafür häufig keine adäquate Ausbildung besitzt und von den Handwerkskammern auch nicht angeboten bekommt. Diese Lücke will der im Beitrag vorgestellte Modellversuch schließen. Es wird ein berufsbegleitendes, handlungsorientiertes modulares Bildungsangebot entwickelt, das möglichst in einheitliche Regelungen münden soll. Die erste Stufe der kaufmännischen Qualifizierung vermittelt die Grundkenntnisse und führt zum Abschluss "Bürokauffrau", die zweite Stufe qualifiziert zur kaufmännischen Führungskraft mit dem neuen Fortbildungsabschluss "Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk". Erprobt wird der Modellversuch in Rheinland-Pfalz und in Bayern.
Der Beitrag beschreibt die Situation der in der ehemaligen DDR kaufmännisch ausgebildeten Facharbeiter und begründet die Notwendigkeit einer staatlich anerkannten Nachqualifizierung für diese Berufsgruppe. Die Aussagen der Autoren basieren auf Untersuchungen des Bundesverbands Deutscher Privatschulen und des Zentrums für Unternehmensführung mit Neuen Technologien, dessen Projekt vom BIBB wissenschaftlich begleitet wird. Im letzten Teil des Textes werden inhaltliche Ansätze für eine berufsorientierte Nachqualifizierung aufgezeigt.
Auf der Basis von rechnergestützten Betriebsstrukturen und unter Einbeziehung einer Qualifizierungsberatung wird die Entwicklung und Erprobung eines Qualifikationstransfers zwischen den überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ) Waren und Elmshorn durchgeführt. Diese Projekt wird aus Mitteln des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft im Rahmen des Programms "Innovationstransfer Berufsbildung in der Wirtschaft" gefördert. Zielgruppe sind Ausbilder, Weiterbildungspersonal und Auszubildende, Umschüler und Weiterbildungsteilnehmer des ÜAZ Waren sowie regionale Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, die im Umschulungs- und Fortbildungsbereich aktiv sind.
Seit März 1991 wird vom Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität Köln ein Modellversuch zur Entwicklung und Erprobung selbstgesteuerter Weiterbidungsformen im Handwerk durchgeführt. Kooperationspartner sind die Handwerkskammern in Kassel und Köln sowie die Akademie des Zimmerer- und Holzbaugewerbes in Kassel. Es sollen Konzepte zur selbstgesteuerten Qualifizierung von Bürofachkräften zur PC-gestützten Abwicklung von kaufmännischen Aufgaben entwickelt und erprobt werden. Der Aufsatz skizziert die empirischen Ausgangsvoraussetzungen sowie das konzeptionelle Design des Modellversuchs.
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