Das Feld der Datenverarbeitungsfachleute hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erlebt. Neben den anerkannten Ausbildungsabschlüssen haben sich im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik über 200 unterschiedliche Tätigkeitsbezeichnungen herausgebildet. Der Beitrag informiert über vier neue Ausbildungsberufe in der Informations- und Kommunikationstechnik: den IT-System-Elektroniker, den Fachinformatiker mit den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung oder Systemintegration, den IT-System-Kaufmann und den Informatikkaufmann. Die Ausbildungsordnungen werden voraussichtlich am 1. August 1997 in Kraft treten.
Seit Anfang der 80er Jahre fordert die Wirtschaft die Aktualisierung des alten Berufsbildes Datenverarbeitungskaufmann aus dem Jahre 1969. Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) hat eine Umfrage bei den Ausbildungsbetrieben durchgeführt. Der Beitrag skizziert die wichtigsten Ergebnisse dieser Befragung.
Der Artikel stützt sich auf ein im Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführtes Forschungsprojekt, dessen Ziel es u.a. war, die derzeitigen und absehbaren Qualifikationsanforderungen, die Ausbildungssituation sowie die Abgrenzung zu anderen kaufmännischen Ausbildungsberufen zu beleuchten. Der Beitrag beschreibt das Berufsbild und die Ausbildungsinhalte aus dem Jahre 1969 und geht auf die Entwicklung seit 1980 ein. Dargestellt werden die Zahl der Ausbildungsverhältnisse, die schulische Vorbildung von Datenverarbeitungskaufleuten, ihr Einsatz im Betrieb, ihre Ausbildung in Betrieb und Berufsschule sowie ihre Qualifikationen. Die Lerninhalte entsprechen besonders im Qualifikationsbereich Datenverarbeitung, aber auch im kaufmännischen Bereich, nicht den Anforderungen. Ausgehend von der Darstellung dieser Defizite werden die zu berücksichtigenden Kernbereiche (Programmierung, Datenbanksysteme und Netzwerke, Standardanwendungen, betriebswirtschaftliche Inhalte usw.) einer Neuordnung dieses Berufes aufgezeigt. Die zukünftige Ausbildung von DV-Kaufleuten soll dabei die an Bedeutung gewinnenden Verbindungsfunktionen zwischen anwendungsunabhängiger Systementwicklung und aufgabenbezogener DV-Anwendung in den Fachabteilungen berücksichtigen.
Mit diesem Beitrag sollen Probleme der Umstellung der kaufmännischen Berufsausbildung auf die Anforderungen des Berufsbildungsgesetzes sowie erste Erfahrungen bei der Umsetzung neuer Ausbildungsordnungen einschließlich der Akzeptanz der neuen Ausbildungsmöglichkeiten unter den Berufsschülern am Beispiel einer Berufsschule dargestellt werden. Die Kommunale Berufsschule 2 Potsdam war und ist traditionell die größte Ausbildungsstätte für kaufmännische Berufe im Territorium des Landes Brandenburg. Sie entstand aus der Kaufmännischen Berufsschule Potsdam-Babelsberg, in der bis in die 70er Jahre die Berufe Industrie-, Bank- und Großhandelskaufmann sowie Facharbeiter für Schreibtechnik und Facharbeiter für Datenverarbeitung ausgebildet wurden. Auch nach der Einführung der "Grundberufe" im Jahr 1971 und der späteren Umwandlung in die Kommunale Berufsschule 2 bestimmte die kaufmännische Berufsausbildung mit den Berufen Wirtschaftskaufmann in drei Spezialisierungsrichtungen, Finanzkaufmann und Facharbeiter für Datenverarbeitung das Ausbildungsprofil der Schule. Auf der Grundlage dieses Profils sowie mit der gegebenen Fachkompetenz (Stamm von Lehrern mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung) soll die Schule nach den Vorgaben des Ersten Schulreformgesetzes für das Land Brandenburg das Kernstück eines neu zu errichtenden Oberstufenzentrums Wirtschaft und Verwaltung Potsdam bilden. Damit sollen in Zukunft alle kaufmännischen und Verwaltungsberufe sowie die Fachausbildung in diesen Bereichen unter dem Dach des Oberstufenzentrums II zusammengeführt werden.
Die sich derzeit in den neuen Bundesländern vollziehende notwendige Umstrukturierung der Wirtschaft geht mit massenhaften Problemen einher; welche vor allem auch den kaufmännisch-verwaltenden Sektor berühren. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, in der kaufmännischen Berufsausbildung so schnell wie möglich, sowohl inhaltlich als auch methodisch, den veränderten Bedingungen Rechnung zu tragen. Bei der Umsetzung der neuen Ausbildungsordnungen in die betriebliche Praxis kristallisierten sich sehr schnell folgende Haupt-Problemfelder heraus:
1. Finanzierung der betrieblichen Berufsausbildung,
2. Ausbildung der Ausbilder,
3. Praktische Ausbildungsinhalte,
4. Sicherstellung der Arbeits- und damit Ausbildungsplätze, bedarfsgerechte Ausbildungsplanung und -Organisation,
5. Umgang mit modernen Informationsverarbeitungssystemen.
Im folgenden sollen einige Erfahrungen, die bei der Ausbildung in den Berufen Industriekaufmann/-frau, Datenverarbeitungskaufmann/-frau sowie Bürogehilfe/Bürogehilfin diesbezüglich gesammelt wurden, dargestellt werden.
In neueren oder noch in der Neuordnung befindlichen Ausbildungsberufen wird der Anspruch erhoben, dass die Informationstechniken als Hilfsmittel der berufsbezogenen Aufgabenbewältigung starke Berücksichtigung finden sollen. Außerdem wird eine umfassende Handlungskompetenz durch die Förderung der sogenannten Schlüsselqualifikationen angestrebt. Ziel dieses Beitrags ist es, Überlegungen zur Umsetzung dieses Anspruches anzustellen. Zentrale These des Autors ist, dass ein kompetenter Umgang mit Informationstechniken die Nutzung dieses dynamischen Potentials einschließen müsse.
Von einer generellen Technikfeindlichkeit kann bei der heutigen Jugend nicht gesprochen werden. Die Jugendlichen stehen den neuen Technologien (insbesondere der Datenverarbeitung) grundsätzlich positiv gegenüber. Dies gilt insbesondere, wenn sie schon einmal mit Computern zu tun hatten. Allerdings findet sich auch keine "blinde" Computerbegeisterung - was manche "Fortschrittsideologen" zu düsteren Zukunftsperspektiven für unsere Wirtschaft veranlaßt. Weder "Chip-Chip: Hurra!" noch "Chips: Nein, danke!" charaktarisiert die Einstellung der Jugend, sondern eher ein besonnenes "Chip-Chip: Nun ja!". Damit wird zum Ausdruck gebracht, daß bei den akzeptierten neuen Technologien auch die möglichen negativen Folgen - insbesondere der damit verbundenen Rationalisierung - gesehen werden.
Der DV-Kaufmann gehört zu den wenigen kaufmännischen Berufen, die seit lnkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes 1969 keiner Neuordnung unterworfen wurden. Dabei orientiert sich dieser Beruf weitgehend an dem Arbeitsmittel EDV, das bisher einer anhaltend raschen und tiefgreifenden Entwicklung unterlag. ln der Wirtschaft ist das Bild, das man sich vom Datenverarbeitungskaufmann macht, verbreitet sehr lückenhaft mit der Folge der Tendenz zu Fehleinschätzungen seiner Qualifikation. Über wichtige Ergebnisse der Untersuchung sowie über Probleme künftiger Berufsgestaltung soll hier zusammenfassend berichtet werden.
Die EDV ist ein zentraler Faktor für den Wandel der kaufmännisch-verwaltenden Berufstätigkeiten. Zu deutlichen Veränderungen scheint es dabei weniger im arbeitsinhaltlichen Bereich als vielmehr in wesentlichen Merkmalen der Arbeitssituation der Beschäftigten zu kommen. Während der Kernbestand fachlicher Tätigkeiten und Kenntnisse der kaufmännischen und verwaltenden Berufe offensichtlich nicht an Bedeutung verliert und von EDV-spezifischen Tätigkeiten und Qualifikationen nicht abgelöst, sondern lediglich ergänzt wird, ist insbesondere im Bereich der Arbeitsbelastungen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen festzustellen. Dies ist jedoch nicht als unmittelbare Folge der Datentechnik zu interpretieren, sondern vielmehr Ausdruck der Form, in der die Technik eingesetzt und die Arbeitsorganisation gestaltet wird.
Die Ausbildungsordnungsforschung kann z. Z. noch kein wissenschaftlich in sich geschlossenes Instrumentarium zur Konstruktion von Ausbildungsordnungsentwürfen anbieten. Am Beispiel der technisch-zeichnerischen Ausbildungsberufe sollen existierende Forschungsansätze auf ihre Realisierbarkeit überprüft sowie praxis- und problemorientiert angewendetwerden. Dabei muß sowohl der "Ist-Zustand" als auch die zukünftige Entwicklung berücksichtigt werden. Der Aufsatz stellt einen Abriß der mit diesem Ziel durchgeführten Forschungsarbeiten dar.
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