Im Rahmen der BIBB/IAB-Erhebung 1991/92 wurden auch die Personen erfaßt, zu deren Aufgaben die Ausbildung von Lehrlingen gehört. Ihre Erwerbssituation wird untersucht und mit den Angaben der übrigen Befragten verglichen. Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige beteiligen sich an der Qualifizierung von Auszubildenden. Die überwiegend männlichen Ausbilder sind schulisch und beruflich deutlich besser qualifiziert als Nichtausbilder und interessieren sich stärker für Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind tendenziell härter, die an sie gestellten Arbeitsanforderungen vielseitiger als die anderer Arbeitnehmer, und ihre wöchentliche Arbeitszeit ist überdurchschnittlich hoch. Trotzdem äußern sich Ausbilder deutlich zufriedener über ihre Tätigkeit.
Die Übernahme des dualen Berufsbildungssystems West in den neuen Ländern stellte das Ausbildungspersonal vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Im August 1990 begann die Förderung der Qualifizierung des Personals der beruflichen Bildung in Ostdeutschland. Vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBW) wurden dafür bis 1992 rund 50 Mio. DM bereitgestellt. Was konnte dieses Programm bewirken? Welche Rolle spielte es im Transformationsprozess? Wie haben Ostdeutsche und Westdeutsche diesen Prozess unterstützt? Der Beitrag geht diesen Fragestellungen nach und zeigt aus der Rückschau Erkenntnisse und Erfahrungen auf.
Der Aufbau eines Netzes von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten im östlichen Teil Deutschlands ist berufsbildungspolitisch eine sehr bedeutsame Aufgabe, die wesentlich höhere konzeptionelle Anforderungen stellt, als dies bei der Schaffung überbetrieblicher Ausbildungskapazitäten in den alten Bundesländern der Fall war. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wird im folgenden beschrieben, welche Probleme aus heutiger Sicht zu meistern sind, was bei der Förderung ÜBS in den neuen Bundesländern zu bedenken ist und was gefördert werden kann.
Das ehemalige Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft hat 1990 mit einem Qualifizierungsprogramm für das Personal der beruflichen Bildung in den ostdeutschen Bundesländern (Programm PQO) begonnen, dessen Förderung 1992 auf das Bundesinstitut für Berufsbildung übergegangen ist. Der folgende Beitrag informiert über Ziele, Fördergrundsätze und Förderschwerpunkte des Programms PQO. Er gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand und die daraus abgeleiteten künftigen Entwicklungslinien.
Seit 1992 veröffentlicht die OECD indikatorenbasierte Informationen über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den OECD-Staaten im Rahmen der Publikation „Bildung auf einen Blick“. Die Ergebnisse der Veröffentlichung werden fortlaufend aktualisiert und ermöglichen die Einordnung des nationalen Bildungssystems im internationalen Vergleich. Zugleich bilden sie eine Grundlage für die internationale Bildungsdiskussion. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den konzeptionellen Rahmen für die Indikatoren, die Entscheidungsprozesse bei der Auswahl der Indikatoren, die Abgrenzung beruflicher Bildung im Sekundarbereich II einschließlich darauf aufbauender Beispielindikatoren. Anschließend wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
Im September 1992 erhielt das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung die Aufgabe, im Rahmen des Beratungsprogramms TRANSFORM der Bundesregierung Massnahmen auf dem Gebiet der beruflichen Bildung in den Staaten Mittel- und Osteuropas durchzuführen, zu begleiten und zu evaluieren. Der Beitrag berichtet über Erfahrungen aus dem mittlerweile in der Abschlussphase befindlichen Vorhaben und zeigt Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit auf. Insbesondere wird ein Pilotprojekt vorgestellt, das die Erfahrungen aus TRANSFORM für künftige Beratungsleistungen des BIBB nutzbar machen wird. Die Beratung des BIBB zielte darauf, die Entwicklung handlungs- und praxisorientierter Formen der Aus- und Weiterbildung sowie neuer Qualifikationsprofile zu unterstützen.
In der Fachöffentlichkeit und politischen Aufmerksamkeit markiert das Jahr 2000 den Übergang von der beruflichen Umweltbildung zur Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung". Die in Rio 1992 beschlossene Agenda 21 hat das Prinzip der Nachhaltigkeit zu einem alle Lebensbereiche umfassenden Leitbild des Wirtschaftens erklärt, wozu auch Berufsbildung einen wichtigen Beitrag leisten kann. Die thesenartig vorgetragenen Überlegungen stehen im Kontext einer Reihe insbesondere bildungspolitisch motivierter Klärungsprozesse und Massnahmen.
Vor anderthalb Jahrzehnten, in den Jahren 1982 bis 1986, stand das berufliche Bildungssystem vor ähnlichen Herausforderungen, wie sie gegenwärtig angesichts einer angespannten Lehrstellensituation zu bewältigen sind. Der Beitrag untersucht die Entwicklung des Übergangs von den allgemeinbildenden Schulen in die betriebliche Berufsausbildung unter den Bedingungen wachsender Schulentlassjahrgänge und steigender Arbeitslosigkeit. Die Veränderungen der Übergangsquoten (Anteile eines Jahrgangs, die in eine betriebliche Berufsausbildung einmünden) im Zeitverlauf, Bildungsbereitschaft und Übergangsverhalten sowie der Übergang einzelner Gruppen (Ausländer, Frauen) werden betrachtet. Beide Krisen am Lehrstellenmarkt, die gegenwärtige wie die der Jahre 1984/85 resultieren aus einer ähnlichen Problemkonstellation: Ein demographisch bedingter Anstieg der Schulentlassjahrgänge und hohe Arbeitslosigkeit. Betroffen von den negativen Veränderungen sind vor allem schulisch geringer qualifizierte Jugendliche, Ausländer und Frauen.
Die Betreuung und Pflege alter Menschen entwickelt sich zu einem bedeutenden Arbeitsfeld im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens. Insbesondere die Altenpflege ist jedoch davon betroffen, dass ein großer Teil des ausgebildeten Fachpersonals den Beruf wieder verlässt. Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung zu Berufseinmündung und Berufsverbleib in der Altenpflege vor, die vom BIBB zwischen 1992 bis 1997 durchgeführt wurde. Absolventen von Altenpflegeschulen wurden nach ihren Berufswahlmotiven, ihrer Zufriedenheit mit der Ausbildung sowie nach ersten Erfahrungen in der Berufspraxis und ihren weiteren beruflichen Plänen befragt. Ausbildungsqualität, Professionalität beruflicher Bildung und die Dauer des Berufsverbleibs müssen danach in unmittelbarem Zusammenhang gesehen werden. Eine alarmierende Berufsflucht quittiert die aus der Balance geratene Verbindung zwischen beruflicher Bildung und Arbeitswirklichkeit.
Die Modellrechnung befasst sich mit der Frage, ob sich ein höherer beruflicher Bildungsabschluss finanziell lohnt. Die dazu herangezogenen Daten basieren auf einer repräsentativen Querschnittserhebung von 24.000 Erwerbstätigen in den alten Bundesländern, der BIBB/IAB-Erhebung von 1991/1992. Die Brutto-Monatseinkommen werden für unterschiedliche Qualifikationsgruppen bis zu einem fiktiven Lebensalter aufsummiert. Die längeren Ausbildungs- und Ausfallzeiten während des Berufslebens werden dabei berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachhochschul- und Hochschulausbildungsgänge auch rein finanziell eine lohnende Investition darstellen.
Auf der Basis einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung (BIBB/IAB-Erhebung 1991/92) wird untersucht, welche Karrierewege den Abiturienten in Bezug auf Einkommen, beruflicher Zufriedenheit und Arbeitsplatzsicherheit den größten Erfolg versprechen. Erwerbstätige Abiturienten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden den Abiturienten gegenübergestellt, die nach dem Abitur andere Optionen wahrgenommen haben. Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Abiturienten, die keine weiteren formalen Abschlüsse erworben haben, waren am häufigsten arbeitslos bzw. in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Diejenigen, die nach dem Abitur eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolviert haben, erzielen zwar die niedrigsten Einkommen, ihre Arbeitsmarktchancen scheinen aber relativ günstig zu sein. Eine Doppelqualifikation (Berufsausbildung plus Hochschulstudium) bringt zwar keine finanziellen Vorteile, doch bezüglich der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der beruflichen Zufriedenheit schneiden die Doppeltqualifizierten besser ab als Akademiker ohne Zusatzqualifikation.
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