Analysiert werden zwei Datenquellen, die der Beurteilung der Ausbildungsbeteiligung von Betrieben in der Bundesrepublik zugrunde liegen: die Arbeitsstättenzählung (vom 25.05.1987) und die periodische Beschäftigtenstatistik. In beiden Statistiken werden als Ausbildungsbetriebe diejenigen erfaßt, die zum Meldezeitpunkt Auszubildende beschäftigen. Ein Vergleich der beiden Quellen ergibt eine nahezu gleich große Zahl von Auszubildenden, aber eine höhere Zahl der Ausbildungsbetriebe nach der Arbeitsstättenzählung. Der Beitrag erläutert die abweichenden Zahlenwerte und nennt Gründe für die rückläufige Ausbildungsbeteiligung der Betriebe.
Zu den Aufgaben des Berufsbildungsberichts gehört die Vorausschätzung der im laufenden Jahr zu erwartenden Ausbildungsstellenbilanz. Der Bericht stellt die Ergebnisse der Prognoseberechnung für das Ausbildungsjahr 1993/1994 dar und erläutert die mit der Nachfrageprognose verbundenen Probleme und Unwägbarkeiten. Ferner werden die Prognosemodelle und Prämissen, die hinter den Vorausschätzungen stehen, für die alten und neuen Bundesländer beschrieben.
Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Der Fortbildungsberuf »Geprüfter Konstrukteur und Geprüfte Konstrukteurin« von 1994 ist inhaltlich überholt und hat in der heutigen betrieblichen Praxis eine geringe Bedeutung. Eine BIBB-Voruntersuchung im Tätigkeitsfeld der Konstruktion kommt zu der Empfehlung, die Fortbildungsordnung zu modernisieren. Allerdings sollten damit zusätzliche konzeptionelle Überlegungen zur Steigerung der Attraktivität des Fortbildungsberufs verbunden werden. Hierzu wurde ein erstes Konzept erarbeitet, das in seinen Grundzügen in diesem Beitrag vorgestellt wird.
Auf den Philippinen beteiligen sich Betriebe seit 1994 an der Ausbildung. Allerdings ist ihre Beteiligungsrate gering und die duale Ausbildung nicht im Fokus der staatlichen Akteure. Mehr Transparenz von Kosten und Nutzen betrieblicher Ausbildung könnte dazu beitragen, gezielte bildungspolitische Entscheidungen zur Stärkung dieses Qualifizierungswegs zu initiieren und empirisch zu begründen. Der Beitrag stellt zentrale Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse sowie Befragungsergebnisse vor, die abschließend mit Blick auf mögliche Handlungsempfehlungen reflektiert werden.
Der Prozess der Internationalisierung stellt neue Herausforderungen an die berufliche Bildung. Seit 1994 ist internationale Berufsbildungsarbeit gesetzlicher Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die hohe politische Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit sowie die quantitativ und qualitativ wachsenden Herausforderungen an die internationale Berufsbildungsforschung und -praxis machen deshalb eine strategische Ausrichtung der internationalen Aktivitäten des BIBB, eine Weiterentwicklung des vorhandenen Know-hows, die Sicherung einer hohen Professionalität von Entwicklungsmethoden und -instrumentarien für die internationale Berufsbildungsberatung sowie ein internationales Bildungsmarketing erforderlich. Das Strategiepapier liefert dazu einen konzeptionellen Beitrag. Auf der Basis einer aktuellen Standortbestimmung der Anforderungen an das BIBB werden unter Spiegelung veränderter Rahmenbedingungen die Ziele für die mittelfristigen Aktivitäten des BIBB im internationalen Kontext präzisiert und strategisch wie operativ konkretisiert. Die Konzeption bezieht sich auf alle Bereiche des BIBB, sie schliesst auch die Aufgaben der "Nationalen Agentur Bildung für Europa" mit ein. Das Papier liegt in deutscher und englischer Sprache vor.
Die Anforderungen an die Internationalität und Europaorientierung bei der Gestaltung der beruflichen Bildung nehmen zu. Als wichtiger Faktor des internationalen Standortwettbewerbs stehen die nationalen Bildungs- und Berufsbildungssysteme, deren Qualität und Innovationsfähigkeit auf dem Prüfstand. Seit 1994 ist internationale Berufsbildungsarbeit gesetzlicher Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Der Beitrag nennt Aktivitäten des BIBB in den vergangenen Jahren, die dazu dienten, ein eigenes Kompetenzprofil in der internationalen Berufsbildung aufzubauen, und umreisst die Schwerpunkte der internationalen Arbeit des BIBB. Die Konzeption zur Weiterentwicklung der internationalen Arbeit bezieht sich auf alle Bereiche des BIBB. Gefordert wird darüber hinaus die Entwicklung einer nationalen Gesamtstrategie, in der die Akteure der internationalen Berufsbildungsarbeit eingebettet sind. Der Artikel liegt auch in polnischer Sprache vor, er wurde in der polnischen Zeitschrift "Edukacja ustawiczna Doroszych" (Erwachsenenbildung) Heft 2/2001 veröffentlicht.
In Russland erschwert das weitgehende Fehlen kleiner und mittlerer handwerklicher Unternehmen die Entwicklung marktwirtschaftlicher Strukturen. Eines der Haupthemmnisse bei der Herausbildung einer breiten handwerklichen Unternehmerschaft ist die mangelnde fachliche Qualifikation. Hier setzt das 1994 von der Handwerkskammer Düsseldorf initiierte Modellprojekt "Handwerksförderung durch Berufsbildung in Russland" an. Das im Rahmen des TRANSFORM Beratungsprogramms vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geförderte Projekt wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Im Ergebnis des Modellversuchs wurde eine Modellschule der handwerklichen Berufsbildung gegründet, die mit Verabschiedung des Moskauer Handwerksgesetzes rechtlich verankert ist. Im Bereich des Handwerks und handwerklicher Ausbildung hat Moskau damit Modellfunktion für ganz Russland gewonnen.
Das zentrale Problem des mexikanischen Wirtschafts- und Berufsbildungssystems ist die Unter- und Fehlqualifizierung der Bevölkerung. Seit 1994 wird in Mexiko im Rahmen des durch die Weltbank geförderten Projekts "Modernisierung der technischen Bildung und der beruflichen Befähigung" ein modulares Zertifizierungs- und Qualifizierungssystem eingeführt, dessen Ziel die Ausrichtung des Berufsbildungssystems an den Anforderungen des Arbeitsmarktes ist. Die ausserhalb des formalen Bildungssystems erworbenen Berufserfahrungen sollen anerkannt und die Arbeitgeber verstärkt in die Gestaltung der beruflichen Bildung und in den Zertifizierungsprozess eingebunden werden. Die berufliche Bildung erfährt damit eine grundsätzliche Neuorientierung: weg von einem angebots- hin zu einem nachfrageorientierten Modell. Der Beitrag skizziert die zentralen Ziele der Reform sowie deren Umsetzung und diskutiert abschliessend die Übertragbarkeit der mexikanischen Erfahrungen in Schwellenländer.
Stellt der Besuch einer voll qualifizierenden Berufsfachschule eine vollwertige Alternative zur Ausbildung im dualen System dar? Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung nach. 1250 Absolventen von Berufsfachschulen, die 1994 ihren Berufsabschluss erworben haben, wurden über ihren Berufsweg befragt. Einbezogen waren die Berufsbereiche naturwissenschaftliche Assistenten, kaufmännische Assistenten und personenbezogene Dienstleistungsberufe sowie Abgänger von höheren Handelsschulen. In dem Beitrag werden Ergebnisse zu den Erfahrungen von Absolventen vier Jahre nach Abschluss der Ausbildung vorgestellt, zudem wird von einem Erfahrungsaustausch zwischen Alt- und Neuabsolventen berichtet sowie die mit dem Bildungsgang verbundenen Chancen aus der Sicht der ausbildenden Schulen eingeschätzt.
Der Geschäftsführer der Stiftung Aus- und Weiterbildung Rogaland, Stavanger, Norwegen, Ole Imsland, wurde über die aktuellen Reformen in der beruflichen Bildung befragt. Die Reform hat sich das Ziel gesetzt, ein Berufsbildungssystem aufzubauen, das sowohl den Bildungsbedürfnissen der Jugendlichen als auch den Interessen der Wirtschaft nach qualifizierten Mitarbeitern Rechnung trägt. Die Jugendlichen sollen vor allem auf ein lebenslanges Lernen vorbereitet werden, das sowohl Durchlässigkeit und sozialen Aufstieg als auch spätere Fortbildung und Umschulung erleichtert. Wichtigster Eckpunkt der Reform war, dass jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz vom Staat garantiert wird. Die Ausbildung ist modularisiert, jeweils erfolgreich durchlaufene Ausbildungsjahre werden zertifiziert. Die Schulen haben sich in Norwegen in ihrem Selbstverständnis gewandelt und sich stärker der Weiterbildung geöffnet; sie wurden zu Ressourcen-Zentren für die Regionen ausgebaut und bieten der Öffentlichkeit und der privaten Industrie Weiterbildung an.
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