Mit Einführung des Lernfeldkonzepts verband sich 1996 das Ziel, Unterricht entlang betrieblicher Geschäftsprozesse zu organisieren und so zu einer besseren Verknüpfung schulischen und betrieblichen Lernens beizutragen. Doch auch 20 Jahre später beziehen sich Lernprozesse in Schule und Betrieb kaum aufeinander. Dies belegt eine Interviewstudie, in der gefragt wurde, wie die beteiligten Akteure die Verknüpfung schulischen und betrieblichen Lernens wahrnehmen. Zentrale Ergebnisse werden im Beitrag vorgestellt. Auf dieser Grundlage wird für eine Ausdifferenzierung des Lernfeldkonzepts plädiert, was bezogen auf die Lernorte, den Lerngegenstand und die Lernprozesse der dualen Berufsausbildung veranschaulicht wird.
Der Beitrag nimmt das Verständnis von Kompetenz in den Verordnungen der dualen Ausbildung für den beruflichen Teil in den Fokus. Es wird dargestellt, auf welche Weise das Kompetenzverständnis in den Rahmenlehrplänen für den beruflichen Unterricht in den dualen Ausbildungsgängen formuliert wird. Die Grundlage für dieses Kompetenzverständnis wurde in der sogenannten Handreichung der KMK von 1996 gelegt. Diese Handreichung wird im ersten Abschnitt konzentriert dargestellt. Hierauf aufbauend werden im zweiten Abschnitt Herausforderungen skizziert, um schließlich im dritten Abschnitt zu der aktuellen Fassung der Handreichung von 2011 zu kommen. Auf diese Weise wird aufgezeigt, wie sich das Kompetenzverständnis verändert hat und wodurch diese Veränderung motiviert war. Dabei wird auch deutlich, dass in der Handreichung gleichzeitig drei Kompetenzansätze thematisiert werden.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport (SMK) führt seit dem Schuljahr 2007/2008 einen Schulversuch zur 'Neugestaltung der beruflichen Grundbildung kaufmännischer und verwandter Berufe' (BERG) durch. Unter Grundbildung wird dabei das erste Jahr der beruflichen Ausbildung in Vollzeitform im Rahmen des Berufsgrundbildungsjahrs (BGJ) und im dualen System verstanden. Der Schulversuch widmet sich der Frage, wie eine gemeinsame Grundbildung für kaufmännische Berufe bzw. Berufsgruppen gestaltet werden kann. Im Beitrag wird die Entwicklung eines nach Lernfeldern strukturierten Curriculums (inkl. Ziele, Inhalte, Stundentafeln mit entsprechenden Zeitrichtwerten) vorgestellt, das sich derzeit in der Erprobung befindet.
Der Soziologe BURKART LUTZ hat Mitte der 1970er Jahre die These vertreten, dass die berufliche Ausbildung 'zum Kernstück des gesamten Bildungssystems' werden müsste. Das Plädoyer für die berufliche Bildung darf dabei jedoch nicht als eine umstandslose Befürwortung der bestehenden Praxis beruflicher Bildung (miss-)verstanden werden. Worum es geht, ist das Prinzip des Lernens, das als handlungs-, aufgaben- und projektorientiert bezeichnet wird und bei dem Bildung sich nicht nur auf das 'to know what' (wissen), sondern auch auf das 'to know how' (können) bezieht. Die wesentliche Differenz zur schulischen und hochschulischen Bildung liegt darin, dass die Anwendung von Wissen als ein unverzichtbarer und gleichwertiger Bestandteil von Bildung angesehen wird. Der Beitrag greift dieses Plädoyer für die berufliche Bildung auf und führt es insbesondere mit Blick auf die Bildung an Hochschulen weiter.
Bei der Neuordnung der Metallberufe und damit auch der Erarbeitung neuer Lehrpläne wurde den veränderten betrieblichen Anforderungen an den Facharbeiter von morgen Rechnung getragen. Enge, starre inhaltliche Vorgaben der bestehenden Ausbildungsordnungen und Lehrpläne, die technische Innovationen nicht im erforderlichen Umfang berücksichtigen konnten und somit als ausbildungshemmend bewertet wurden, sollten durch qualifikations- und kompetenzbeschreibende Pläne ersetzt werden. Der Beitrag stellt am Beispiel der industriellen Metallberufe dar, wie diese Erfordernisse bei der Erarbeitung der neuen Lehrpläne umgesetzt wurden.
Ein dreijähriger, gründlich vorbereiteter Neuordnungsprozess der Elektroberufe ist abgeschlossen. Die Neuordnung umfaßt die gesamte Breite des Berufsfeldes. Sie ist die Antwort der Berufsausbildung auf die veränderten Anforderungen an die Facharbeit, die sich durch flache Hierarchien in der Arbeitswelt, integrierte Aufgabenwahrnehmung, Teamarbeit, flächendeckender Einsatz der Informationstechnologie, Integration technischer Systeme, Facharbeit auf der Systemebene, globale Märkte und dynamische Entwicklung der Geschäftsfelder auszeichnen. Viel IT- und Kommunikationskompetenz sowie unternehmerisches Denken sind daher drei der wichtigsten Neuerungen in den neun modernisierten bzw. neu geschaffenen industriellen und handwerklichen Elektroberufen, die am 1. August in Kraft traten. Der Beitrag informiert über die Intentionen der Neuordnung und ihre Ergebnisse (Struktur und Aufbau) und die neue Form der Abschlussprüfung.
In dem Beitrag werden das Verfahren der Neuordnung, die Berufsstruktur der industriellen Elektroberufe, die gestreckte Abschlussprüfung und darin eingeschlossen die veränderten Prüfungsformen aus berufsschulischer Sicht reflektiert. Der Beitrag erläutert den berufspädagogischen Ansatz der Lernfelder, gibt für die neu geordneten Elektroberufe einen Überblick über die Lernfeldstruktur der KMK-Rahmenlehrpläne für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und beschreibt beispielhaft die Bestimmung von Lernfeldern aus betrieblichen Arbeitsprozessen in sozio-technischen Handlungssystemen.
Rezension zu: Lernfeld: Arbeitsprozess. Ein Studienbuch zur Kompetenzentwicklung von Fachkräften in gewerblich-technischen Aufgabenbereichen / Martin Fischer, Felix Rauner (Hrsg.)
Bei der Frage, ob das duale Berufsbildungssystem noch eine Zukunft habe, gehen die Meinungen seit Jahren auseinander. Auf der einen Seite besteht im Ausland hohes Interesse an diesem Berufsbildungsmodell. Auf der anderen Seite wird das duale System in Deutschland kritisch diskutiert. Die einen fragen skeptisch, ob das duale System noch Bestand habe, andere sprechen sogar von einem Auslaufmodell. Die Autoren sehen die Berufsausbildung nicht in der Krise, sondern im Wandel, im Ausbau und unter bestimmten Reformnotwendigkeiten. Dazu verweisen sie auf die Ziele, die Neuerungen bei den Ausbildungsordnungen und Lehrplänen der beruflichen Schulen sowie die Modelle zur Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule.
Das Lernfeldkonzept bietet die Chance, Lernsituationen zu gestalten, die eng mit der Lebens- und Berufswelt der Lernenden verknüpft sind und ihnen so einen besseren Zugang nicht nur zu den Inhalten, sondern vor allem zu beruflichem Handeln ermöglicht. Seine praktische Umsetzung ist jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten für alle Beteiligten verbunden. Die Autorinnen zeigen auf der Grundlage ihrer unterrichtlichen Erfahrungen mit dem Lernfeldkonzept in verschiedenen Ausbildungsberufen Möglichkeiten auf, wie diese Schwierigkeiten reduziert werden können. Dies geschieht am Beispiel der handlungstheoretischen Aneignungsdidaktik als Planungs-, Durchführungs- und Evaluationsinstrument für Berufsschulunterricht.
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