Da das Angebot an Ausbildungsstellen trotz steigender Bewerberzahlen seit 1992/93 kontinuierlich gesunken ist, wurde das Ausbildungsverhalten der westdeutschen Betriebe zu einem Befragungsschwerpunkt im IAB-Betriebspanel 1995. Mit den Ergebnissen dieser Arbeitgeberbefragung zum 30.06.1995 ist es möglich, das faktische Potential an Ausbildungsbetrieben der Wirtschaft und der Verwaltungen im Ausbildungsjahr 1994/95 differenziert nach Branchen und Betriebsgrößenklassen abzubilden. Der Beitrag stellt die Ausbildungsaktivitäten der Betriebe von 1993 bis 1997 nach Betriebsgrößen dar und beschreibt das Ausbildungsangebot der Betriebe. Eingegangen wird auch auf die Zahl der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge, die Nichtbesetzung von Ausbildungsstellen, die Anzahl der erfolgreichen Ausbildungsabschlüsse und Übernahmequoten sowie die Maßnahmen der Betriebe zur Anbindung ihrer Auszubildenden an den Betrieb.
In den neuen Ländern sind seit 1992 zunehmend mehr junge Erwachsene nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung ohne Beschäftigung. Meldeten sich nach vorsichtigen Schätzungen 1992 16 Prozent, 1993 24 Prozent und 1994 27 Prozent aller neu ausgebildeten Fachkräfte unmittelbar nach Lehrende arbeitslos, so stieg diese Quote im Jahr 1995 auf über ein Drittel. Im Westen lag sie 1995 bei ca. 19 Prozent. Auch für 1996 ist kaum mit einer Verbesserung der Arbeitsmarktchancen ostdeutscher Ausbildungsabsolventen zu rechnen.
Der Beitrag untersucht die Gruppe der jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung. Im Mittelpunkt stehen Überlegungen, statistische Angaben und Schätzungen zum Anteil der Ausbildungsabbrecher. Im Ergebnis wird festgestellt, dass der Jahrgangsanteil von Jugendlichen ohne Ausbildungsabschluss ungefähr bei 16 Prozent liegt. Rund 80 Prozent der Jugendlichen ohne Ausbildungsabschluss sind Ausbildungsabbrecher; die größte Gruppe machen die Ausbildungsabbrecher aus dem dualen System aus.
Meldungen über wachsende Aufwendungen der Unternehmen für die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter kennzeichnen die 80er und 90er Jahre. Wieviel Zeit und Geld Privatpersonen für ihre Weiterbildung aufwenden, war bis heute unbekannt. Die Bereitschaft von Privatpersonen, Kosten für die berufliche Weiterbildung selber zu tragen, ist von einer Vielzahl sozioökonomischer Faktoren abhängig. Die Wirkung solcher Faktoren auf Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung steht im Mittelpunkt des Beitrages. Grundlage für diese Analyse ist eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu "Individuellen Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung". Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigte, dass wachsende Teilnehmerzahlen in der beruflichen Weiterbildung als Ausdruck einer allgemeinen positiven Grundeinstellung gegenüber Bildungsmaßnahmen gesehen werden kann. Neben den Aufwendungen der Wirtschaft leisten die Teilnehmer einen erheblichen Eigenbetrag für ihre berufliche Qualifizierung. Die Vorstellung von eher geringen Ausgaben, die die einzelnen zu tragen haben, muß angesichts der ermittelten individuellen Kosten beruflicher Weiterbildung revidiert werden. Hinter den allgemeinen Durchschnittskosten für Weiterbildung je Teilnehmer von 1053 DM (West) und 848 DM (Ost) verbergen sich oft unterschiedliche Eigenbeiträge. So investierte z.B. durchschnittlich jeder einzelne aus der Gruppe der Facharbeiter nach seinen Angaben 75 (West) bzw. 65 Prozent (Ost) eines monatlichen Nettoeinkommens 1992 in seine Weiterbildung.
Der vom Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung im Sommer 1992 beschlossene Rahmenlehrplan zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung sollte einem Beschluss des Hauptausschusses gemäß einer Bewährungsprobe unterzogen werden und in einer einjährigen Erprobungsphase seine Praxistauglichkeit beweisen. Die Erprobung wurde durch einen Beirat wissenschaftlich begleitet. Der Beitrag berichtet über die Ergebnisse der Erprobung und zieht Schlußfolgerungen für die weitere Arbeit. So sprach sich bspw. der Beirat dafür aus, die Ausbildung der Ausbilder langfristig handlungsorientiert weiterzuentwickeln. So sollte die Überarbeitung des Rahmenstoffplan mit den bisher gemachten einzelnen Änderungsvorschlägen nicht abgeschlossen werden, sondern die Sachgebietsstrukturen sollten weiter überarbeitet werden, um Vorschläge für eine handlungsorientierte Lehrgangsstruktur und darauf abgestimmte Prüfungsverordnungen zu entwickeln.
Der Beitrag informiert über die zu erwartenden Veränderungen in der Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten. Er geht zunächst auf die bisherige Ausbildung ein und berichtet dann über ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, dessen Ziel die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen zur Neuordnung des Ausbildungsberufs war. Durch Veränderungen in der Geschäftspolitik, in den Aufgaben der Beschäftigten und durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken haben sich neue fachspezifische und fachübergreifende Qualifikationsanforderungen ergeben, die prüfungsrelevant zu vermitteln sind. Das Projekt untersucht die Ausbildungssituation, die Verwertung der erworbenen Qualifikationen, die Entwicklungen bei den Sozialversicherungsträgern sowie die Vorstellungen des Ausbildungspersonals zu Ausbildungsinhalten und -organisation. Bedingt durch die notwendige Aufnahme neuer spezifischer Ausbildungsinhalte, die besonders die Krankenkassen berühren, wird der Ausbildungsberuf Sozialversicherungsfachangestellter künftig nach fünf Fachrichtungen zu spezialisieren sein.
Der wirtschaftliche Konjunktureinbruch, die strukturelle Krise der Industrie und die Einführung neuer Produktionskonzepte in den Unternehmen führten in jüngerer Zeit zu einem starken Personalabbau. Damit sanken auch die Chancen junger Fachkräfte, im Anschluß an die Ausbildung eine adäquate Beschäftigung zu finden. Im Rahmen einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung im November/Dezember 1993 beschrieben 4.358 westdeutsche Absolventinnen und Absolventen der Jahre 1990 bis 1993 ihre Erfahrungen an der "zweiten Schwelle". Demnach verschlechterten sich Umfang und Art der betrieblichen Übernahmeangebote bereits ab 1992 spürbar, insbesondere für Fachkräfte aus Metall- und Elektroberufen. Trotz der erneuten Probleme brachten die Befragten der dualen Berufsausbildung deutliche Wertschätzung entgegen.
Überbetriebliche Ergänzungslehrgänge sind fester Bestandteil der Berufsausbildung im Handwerk. Die Akzeptanz dieser Lehrgänge beruht weitgehend darauf, wie die Handwerksbetriebe die Kompetenz der überbetrieblichen Ausbilder einschätzen. Die Beurteilung durch die Auszubildenden erfolgt vorrangig vor dem Hintergrund der Ausbildungssituation im Herkunftsbetrieb. Aus Sicht der Auszubildenden wird die Notwendigkeit überbetrieblicher betriebsergänzender Ausbildungsphasen bestätigt. Inwieweit die überbetrieblichen Lehrgänge ihren betriebsergänzenden Bildungsauftrag tatsächlich einlösen können, dürfte auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, betriebliche und überbetriebliche Ausbildung miteinander enger zu verzahnen. Überlegungen dazu schließen die Darstellung der empirischen Ergebnisse ab.
In den letzten Jahren änderte sich die Schulabgängerstruktur und mit ihr die früher überragende Bedeutung der Hauptschule. Zwischen 1970 und 1990 hat sich die Zahl der Abiturienten an Gymnasien, vor allem aber auch an beruflichen Schulen stark erhöht. Der Beitrag geht auf die Veränderungen im Sekundarbereich II ein und betrachtet außerdem die Entwicklung der dualen Ausbildung im o.g. Zeitraum.
In den letzten zehn Jahren haben mehr als eine Million Erwerbspersonen an Prüfungen teilgenommen, die von den Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern u.a. durchgeführt wurden. Diese Form der Weiterbildung, die von Computerlehrgängen bis zu Meisterprüfungen reicht, ist daher von großer Bedeutung. Durch Reduzierung der AFG-Förderung sind die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren nicht mehr angestiegen, nachdem in den 80er Jahren ein erhebliches Wachstum zu verzeichnen war. Starke Rückgänge sind in den Bereichen zu verzeichnen, in denen traditionell Frauen die Prüfungen ablegen wie Schreibtechnik und Fremdsprachen.
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