Als zentraler Bestandteil des Gesundheitssystems haben Medizinische Fachangestellte (MFA) insbesondere in der aktuellen Pandemiesituation eine hohe Systemrelevanz. Auszubildende für diesen Beruf zu gewinnen und langfristig zu halten, ist folglich ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Anhand von Daten einer Online-Umfrage wird in diesem Beitrag beleuchtet, welche konkreten Belastungen sich für diese Zielgruppe während der Ausnahmesituation der Corona-Pandemie ergeben und welche Rolle sie für die Arbeitszufriedenheit der Auszubildenden spielen.
Sprachverwendung in Schrift und in sozialer Interaktion ist für kaufmännische Berufe wesentlich. Das zeigt dieser Beitrag mit Verweisen auf die Geschichte der kaufmännischen Berufe und Inhaltsanalysen aktueller kaufmännischer Ausbildungsordnungen. Vorgestellt werden Erkenntnisse aus dem BIBB-Forschungsprojekt "Gemeinsamkeiten und Unterschiede kaufmännisch-betriebswirtschaftlicher Aus- und Fortbildungsberufe (GUK)", die die Bedeutung von Sprache für kaufmännisches Handeln veranschaulichen. Hierbei wird deutlich, dass für die professionelle Ausübung kaufmännischer Tätigkeiten die auf Sprache basierende Kontrolle komplexer Geschäftsprozesse sowie die kommunikative Vermittlungstätigkeit zentral sind. Deren systematische Vermittlung wird jedoch überwiegend in den arbeitsplatzfernen Sprachunterricht der Berufsschule delegiert.
Die Europäische Union hat das Jahr 2009 zum Jahr der Kreativität und Innovation erklärt und macht damit den engen Zusammenhang zwischen der Wissensgesellschaft, Innovationsfähigkeit und internationaler Konkurrenzfähigkeit deutlich. Aber welche Anforderungen stellt der betriebliche Innovationsprozess an die Mitarbeiter/-innen im Detail? Wenn Innovationsprozesse in zunehmendem Maße arbeitsteilig ablaufen, müssen dann nicht soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit eine zentrale Rolle spielen? Der Beitrag verortet die häufig inflationär benutzten Begriffe Innovation und Kreativität in ihren wissenschaftlichen Kontexten und trägt damit zu ihrer Versachlichung bei. Zudem geht der Autor der Frage nach, auf welche Weise entsprechende Schlüsselkompetenzen in der allgemeinen und beruflichen Bildung gefördert werden können.
Die Bedeutung informell erworbener Kompetenzen für die Bewältigung der beruflichen Anforderungen ist unbestritten und wird durch empirische Untersuchungen gestützt. Aber die Bemühungen, zusammenhängende Verfahren für die Bewertung und Anerkennung dieser Lernleistungen zu entwickeln und zu etablieren, stehen in Deutschland erst am Anfang: Zertifizierungssysteme sind ausschließlich im Bereich der formalen allgemeinen und beruflichen Bildung von Bedeutung. Zugleich gibt es eine fast unüberschaubare Zahl unterschiedlicher Projekte, Programme und regionaler Initiativen, mit dem Ziel, Konzepte zur Bewertung der Kompetenzen, die vom Einzelnen in Weiterbildung, in Arbeit oder im sozialen und privaten Umfeld erworben wurden, zu entwickeln und anzuwenden. Der Beitrag stellt Aspekte aus Untersuchungen zur Rolle des informellen Lernens vor und erörtert alternative Modelle für die Entwicklung eines umfassenden Zertifizierungssystems.
In sozialen Einrichtungen wie auch der Aus- und Weiterbildung wird es als zunehmend notwendig erachtet, Maßstäbe und Standards für die Sicherung und Kontrolle der Qualität einzuführen. Insbesondere im wachsenden Weiterbildungssektor stellt sich die Frage nach der Qualität. Um diese einschätzen zu können, ist die Evaluation der bereits bestehenden und neu entwickelten Bildungsangebote eine notwendige Voraussetzung. Wie die Evaluation einer Bildungsmaßnahme durchgeführt und inwieweit damit eine wesentliche Grundlage für die Qualitätssicherung geschaffen werden kann, wird im Beitrag am Beispiel des "Weiterbildenden Fernstudiums Angewandte Sozialwissenschaften" gezeigt. Ziele und Konzeption der Evaluation, Datenerhebung und Evaluationsergebnisse werden dargestellt.
Computer und Internet spielen für Selbstlernprozesse eine besondere Rolle. Auch Bildungsbenachteiligte müssen selbstständig lernen können, wenn sie nicht von ökonomischer und sozialer Partizipation abgeschlossen werden sollen. Die Förderung benachteiligter Zielgruppen muss die Förderung von Lernkompetenz einschliessen. Ansätze hierfür erprobt das Bremer Projekt "Leila" als Teil des Modellprogramms "Lebenslanges Lernen" der Bund-Länder-Kommission (BLK). Dabei spielen Computer und Internet als Lernmedien eine zentrale Rolle. Sie dienen der Herausbildung von Basiskompetenzen für lebenslanges Lernen. Der Beitrag untersucht, welche Möglichkeiten die IuK-Medien als Lernmedien für Benachteiligte bieten, wo ihre Stärken und wo die Gefahren liegen.
Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen sowohl Deutschland als auch die Niederlande stehen, ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifikations- und Kompetenzentwicklung unbestritten. Favorisiert werden in beiden Ländern Konzepte, die die Selbststeuerung und Selbstorganisation beruflicher Weiterbildung und ihre Integration in betriebliche Personal- und Organisationsentwicklungsstrategien ermöglichen. Unterschiede zwischen beiden Ländern bestehen jedoch in der Rolle des Staates im Weiterbildungssektor. Während die Weiterbildung in Deutschland weitgehend den Marktteilnehmern überlassen bleibt, ist von der niederländischen Regierung eine breite Initiative gestartet worden, um lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
In einer empirischen, qualitativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden Erwerbstätige aus sechs verschiedenen Berufsbereichen nach typischen und wichtigen Alltagssituationen gefragt, in denen Anforderungen an soziale Kompetenz eine Rolle spielen. Die geschilderten beruflichen Alltagssituationen gliedern sich in Kontakt- und Kommunikationssituationen, Kooperationssituationen, Problemsituationen und Konfliktsituationen. Der Beitrag nennt Beispiele für typische Anforderungen an die soziale Kompetenz in den einzelnen Arbeitssituationen und diskutiert eine Definition, die Bedeutung und die Geschlechtsspezifik von sozialer Qualifikation. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Problemen und Möglichkeiten der Vermittlung sozialer Qualifikation in der Aus- und Weiterbildung.
Für gewaltsame Delinquenz bei Jugendlichen, die in der Berufsausbildung stehen oder Facharbeiter sind, spielt der Gruppenzusammenhang eine große Rolle. Gewaltsames Handeln wird in diesem Artikel als Bewältigungsstrategie der Identitätsentwicklung im Jugendalter verstanden, die heute unter den Bedingungen der Individualisierung der Gesellschaft stattfinden muss. Die besonderen Möglichkeiten der Berufsausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, der "Dekomposition" von Denken, Fühlen und Handeln bei den gewaltbereiten Jugendlichen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt. Angestrebt wird eine Ich-Stärkung durch die Verbesserung von Realitätswahrnehmung, Reflexionsfähigkeit und den Aufbau echter Sozialbeziehungen und die Festigung des Vertrauens in die eigene Entwicklungsfähigkeit.
Der Beitrag beschreibt Gründe, Zielgruppen, Inhalte und Methoden eines Modellversuchs, in dessen Mittelpunkt die Reduzierung des Gewaltpotentials unter Jugendlichen steht. In dem Modellversuch geht es im Rahmen der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen darum, wie in der Ausbildung persönlichkeitsbildende und sozial integrierende Potentiale entwickelt und gefördert werden können. Als methodische Ausgangsbasis dienen Arbeitsformen der Projektmethode, in denen ein hoher Anteil interdisziplinärer, interkultureller, kooperativer und sozialer Anforderungen gestellt wird. Mit diesem Ausbildungskonzept ist auch zugleich eine umfassendere Ausbilderrolle verknüpft, die mit entsprechenden Weiterbildungsangeboten entwickelt wird.
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