Die Sommersitzung des Hautpausschusses fand unter Leitung von Dr. Thomas Koppe, Beauftragter der Arbeitgeber, statt. Im Mittelpunkt der Sitzung standen zwei Themenschwerpunkte: Zum einen besuchte Bundesbildungsministerin Karin Prien den Hauptausschuss für einen bildungspolitischen Austausch. Zum anderen wurde beraten, wie Ordnungsverfahren beschleunigt und überflüssige Bürokratie abgebaut werden können.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit! Eine Weisheit, die deutlich macht, dass eine stetige Wandlungsbereitschaft und -fähigkeit notwendig ist, um mit neuen bzw. veränderten Anforderungen des Wirtschafts- und Arbeitslebens Schritt zu halten. Grundsätzlich gilt dies auch für das Prüfungswesen. Im Beitrag wird aufgezeigt, welche Veränderungen auf der gesetzlichen und untergesetzlichen Ebene, im Bereich der Ordnungsmittel sowie in der konkreten Umsetzungspraxis in den letzten fünf Jahren angestoßen oder vollzogen wurden, um den Herausforderungen im Prüfungswesen zu begegnen.
Angesichts einer menschengemachten Verschiebung ökologischer Gleichgewichte und sozialer Benachteiligungen kommt dem Thema Nachhaltigkeit in Ordnungsmitteln eine wachsende Bedeutung zu. Allerdings fehlt bislang ein systematischer Ansatz, um Nachhaltigkeit berufsspezifisch zu identifizieren. Im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)" wurde ein Themen- und Kompetenzraster entwickelt und erprobt, um relevante Aspekte von Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Am Beispiel der Modernisierung des Ausbildungsberufs Hauswirtschafter/-in wird skizziert, wie dieses Raster eingesetzt werden kann.
Der Umweltschutzgedanke hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als inhaltlicher Mindeststandard in Ausbildungsrahmenplänen, Rahmenlehrplänen und in der Regel auch in Prüfungsanforderungen der dualen Berufsausbildung etabliert. Aber wie wird er konkret in Prüfungsaufgaben aufgegriffen? Ausgehend von BIBB-Hauptausschussempfehlungen und der Standardberufsbildposition »Umweltschutz« in Ausbildungsrahmenplänen wird im Beitrag die Verankerung des Themas in Ordnungsmitteln und Prüfungsaufgaben exemplarisch in vier anerkannten Ausbildungsberufen beschrieben. Abschließend folgen Überlegungen zur Weiterentwicklung des Themas in Richtung Nachhaltigkeit.
Die rechtlichen Grundlagen für die Bestimmung der Ausbildungsziele haben sich im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Dies betrifft etwa die neue Zielsetzung der Vermittlung beruflicher Handlungsfähigkeit, wie sie das BBiG 2005 definiert. Während die Ordnungsmittel genau beschreiben, wie sich die Ausbildung zur Zielerreichung zu vollziehen hat, bleiben die Hinweise zur Prüfungsdurchführung eher im Ungefähren. Ein Problem ist die Auflösung des Spannungsfelds von Qualität und Ökonomie der Prüfung. Nach Darlegung der rechtlichen Grundlagen widmet sich der Beitrag diesem Spannungsfeld.
Zu den klassischen Instrumenten zur Sicherung von Ausbildungsqualität gehören die verbindlichen Ordnungsmittel, in denen inhaltliche und zeitliche Standards für die Ausbildung festgelegt sind. Insbesondere in der kleinbetrieblichen Ausbildungspraxis stößt die Anwendung von Ausbildungsplänen häufig jedoch an auftragsbedingte Grenzen. Im Beitrag wird mit der Strukturierungstafel ein Instrument zur Sicherung der Prozessqualität in der Ausbildung vorgestellt, das die Standards herkömmlicher Ordnungsmittel berücksichtigt, gleichzeitig Anlässe zum betrieblichen Austausch über Ausbildungsverläufe und über Notwendigkeiten zur Qualitätsverbesserung liefert.
Der Innovationskreis berufliche Bildung (IKBB) beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 2007 beschlossen, dass Wirtschaft und Gewerkschaften „ab sofort“ vor jeder Neuordnung eines Einzelberufs die Zusammenführung mit anderen Berufen in Berufsgruppen „prüfen“ sollen, um eine deutliche Steigerung von Berufsgruppen „in den nächsten fünf Jahren“ auch praktisch zu erreichen. Da nach Auffassung des BMBF offensichtlich bei einigen Akteuren noch Vorbehalte gegen eine Bildung von formalen, d. h. in Ordnungsmitteln festgelegten Berufsgruppen bestehen, soll das Thema systematisch und mit Nachdruck vorangetrieben werden, um nicht nur den Empfehlungen des IKBB Rechnung zu tragen, sondern auch um Betrieben, Auszubildenden und Schulen die möglichen Vorteile aufzuzeigen. Allerdings ist dabei auch auf mögliche Hindernisse und Befürchtungen hinzuweisen, die bei der Bildung von formalen Berufsgruppen entstehen können.
Studien belegen regelmäßig die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung. Auch die Europäische Kommission nimmt mittlerweile das duale Ausbildungssystem als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa wahr. Doch das duale Ausbildungssystem in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen. Um die Begabungspotenziale noch besser auszuschöpfen und das lebenslange Lernen stärker als bisher zu fördern, gewinnt die Verknüpfung von Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung zunehmend an Bedeutung. Der Artikel macht einen Vorschlag zur kompetenzorientierten Beschreibung von Lerneinheiten, um die Anschlussfähigkeit von Bildungsgängen über die Ordnungsmittel zu sichern. In diesem Zusammenhang werden Ergebnisse des baden-württembergischen Projekts „Eurolevel“ zur Anrechnung vollzeitschulisch erworbener Kompetenzen auf eine duale Ausbildung vorgestellt.
Zentrales Merkmal des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) ist die Orientierung an Lernergebnissen, und damit an dem, was jemand nach Absolvierung eines Lernprozesses kann und in der Lage ist zu tun. Eine konsequente Umsetzung dieser Lernergebnisorientierung hat erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung der staatlich anerkannten Aus- und Fortbildungsregelungen. Im Beitrag wird aufgezeigt, wie ein Weg zur kompetenzorientierten Gestaltung der Ordnungsmittel aussehen kann. Hierzu werden Leitlinien für die Erarbeitung kompetenzorientierter Ordnungsmittel auf der Grundlage vorliegender Befunde aus Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des BIBB vorgestellt.
Einzelne Regionen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Strukturen und Schwerpunkte in der Berufsausbildung. Betrachtet werden eingangs Faktoren, die die Herausbildung und Gestaltung von regionalen Ausbildungslandschaften beeinflussen. In einem zweiten Schritt wird am Beispiel der Mikrotechnologie untersucht, ob und inwiefern sich in den einzelnen Regionen unterschiedliche Ausbildungsbedarfe zeigen und wie auf diese reagiert wird. Diskutiert werden schließlich Flexibilitätsspielräume in den Ordnungsmitteln sowie erforderliche Maßnahmen, um diese zu nutzen bzw. auszubauen.
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