Ein ganzheitlicher Bildungsauftrag ist laut Berufsbildungsgesetz Kernelement der Ausbildung im dualen System. Angesichts zunehmender Politikverdrossenheit und Populismus fragen sich ausbildende Betriebe verstärkt, welche Aspekte politischer Bildung sie vermitteln können, ohne Gefahr zu laufen, seitens der Auszubildenden als weltanschaulich tendenziös oder manipulativ wahrgenommen zu werden. Der Beitrag zeigt auf, welche Anknüpfungspunkte hierfür die seit 2021 geltenden Standardberufsbildpositionen bieten. Ziel ist es u. a., übergreifende Kompetenzen, die auch Teil der beruflichen Handlungsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt sind, über die gesamte Ausbildung zu fördern. Dazu gehören auch gesellschaftlich-demokratische Kompetenzen und Werte wie Partizipation, Diskursfähigkeit, Solidarität und Toleranz.
Zur Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit sind in den Ausbildungsordnungen Prüfungsanforderungen festgelegt. Sie können in bis zu fünf Prüfungsbereiche untergliedert sein, für die sowohl die nachzuweisenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten als auch die Prüfungsinstrumente und Prüfungszeiten vorgegeben sind. Für jeden Prüfungsbereich wird mindestens ein Prüfungsinstrument vorgeschrieben. Das Poster stellt diese Prüfungsinstrumente vor.
Anerkannte Ausbildungsberufe sind ein Garant für die Entwicklung beruflicher Handlungsfähigkeit von Fachkräften. Berufliche Qualifikationen unterliegen dabei einem stetigen Wandel und müssen sich an veränderte Gegebenheiten anpassen. Aber welche Faktoren lösen eine Modernisierung von Ausbildungsordnungen aus? Und welche Rolle spielt dabei etwa das Alter einer Ausbildungsordnung? Der Beitrag zeigt auf Basis erster Ergebnisse aus einem laufenden BIBB-Forschungsprojekt auf, welche möglichen Faktoren zur Indikatorenbildung für ein systematisches Monitoring zur Ermittlung eines Modernisierungsbedarfs von Aus- und Fortbildungsberufen in den Blick genommen werden können.
Berufsbildung hat den Auftrag, berufliche und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit gleichermaßen zu fördern. Service Learning – Lernen durch Engagement – stellt hierfür ein didaktisches Format dar, bei dem curriculare Inhalte mit zivilgesellschaftlichem Engagement verknüpft werden. Im Beitrag werden die didaktischen Grundlagen von Service Learning vorgestellt und anhand eines Beispiels aus der berufsschulischen Praxis illustriert. Die Wirksamkeit des Lernformats für die Entwicklung der Auszubildenden wird abschließend aufgezeigt.
Digitalisierte Prüfungsauswertung verspricht Effizienz und Objektivität. Was aber, wenn mit den automatisierten Prüfungen Fehler im System einhergehen? Wer verantwortet diese? Nachfolgend wird aufgezeigt, welche Wirkungen die Automatisierung auf Prüfungsergebnisse hat. Diese werden vor dem Hintergrund des Leitbilds beruflicher Handlungsfähigkeit im dualen System kritisch beleuchtet.
Die rechtlichen Grundlagen für die Bestimmung der Ausbildungsziele haben sich im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Dies betrifft etwa die neue Zielsetzung der Vermittlung beruflicher Handlungsfähigkeit, wie sie das BBiG 2005 definiert. Während die Ordnungsmittel genau beschreiben, wie sich die Ausbildung zur Zielerreichung zu vollziehen hat, bleiben die Hinweise zur Prüfungsdurchführung eher im Ungefähren. Ein Problem ist die Auflösung des Spannungsfelds von Qualität und Ökonomie der Prüfung. Nach Darlegung der rechtlichen Grundlagen widmet sich der Beitrag diesem Spannungsfeld.
Im Rahmen einer IHK-Ausbildungsprüfung hat der eher praktische Prüfungsbereich einen besonderen Stellenwert: Der Nachweis beruflicher Handlungsfähigkeit kann von Auszubildenden in berufstypischen Handlungen erbracht bzw. vom Prüfungsausschuss im direkten Kontakt mit den Prüflingen festgestellt werden. Warum gerade praktische Zwischen- und Abschlussprüfungen besonderen Anforderungen genügen müssen, wird im Folgenden aus Sicht der IHK-Organisation näher erläutert.
Mehr als eine halbe Million junger Menschen nehmen jährlich an einer Abschlussprüfung in der beruflichen Ausbildung teil. Sie treten damit den Nachweis an, über die im erlernten Beruf erforderlichen Fachkenntnisse und Fähigkeiten zu verfügen. Doch wie lässt sich der erfolgreiche Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit feststellen?
Die Beiträge in dieser Ausgabe befassen sich mit Anforderungen an die Gestaltung und Durchführungen von Prüfungen – angefangen bei der Erstellung von Prüfungsaufgaben, über die Wahl der Prüfungsformen und -instrumente bis hin zur Bewertung von Prüfungsleistungen. Auch Fragen der Rekrutierung und Qualifizierung von Prüferinnen und Prüfern werden in den Blick genommen.
Neuordnung der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Achtzigerjahren. Günter Cramer, Klaus Heimann und Hermann Schmidt im Interview mit Friedrich Hubert Esser
Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört zu den Meilensteinen in der jüngeren Berufsbildungsgeschichte. Sie ist ein hervorragendes Beispiel, um zu verdeutlichen, warum das duale System ein „lernendes System“ ist: Das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Praxis in Neuordnungsprojekten war und ist die beste Voraussetzung dafür, die gewaltige Komplexität, die mit der Entwicklung von anspruchsvollen Berufen für ausbildungsintensive Wirtschaftsbereiche einhergeht, in praxisorientierte Lösungen zu überführen. Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört heute noch zu den Referenzbeispielen für innovative Ordnungsarbeit. Die mit ihr verfolgten berufspädagogischen Ziele – insbesondere die Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit – werden aktuell in den Ansätzen für eine kompetenzorientierte Berufsausbildung fortgeschrieben. Aus dem Rückblick, in dem Wegbereiter und Gestalter bedeutsame Aspekte dieses Projekts noch einmal nachzeichnen, lässt sich vieles für die Lösung von Herausforderungen in der Ordnungsarbeit mitnehmen.
Man geht grundsätzlich davon aus, dass Lernen aus Fehlern am Arbeitsplatz bei der Entwicklung beruflicher Handlungsfähigkeit eine zentrale Rolle spielt. Ob Fehler im Arbeitsprozess für Auszubildende auch Lerngelegenheiten bieten, sollte dabei erheblich von der Qualität des Handelns des betrieblichen Ausbildungspersonals in der konkreten Fehlersituation abhängen. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag über ein Forschungsprojekt berichtet, das die Kompetenz von Ausbilderinnen und Ausbildern beim lernwirksamen Umgang mit Fehlern von Auszubildenden in betrieblichen Arbeitssituationen in den Blick nimmt. Die Analysen sind im Hotel- und Gastgewerbe angesiedelt.
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