Angesichts des viel diskutierten Fachkräftemangels stehen qualifizierte Frauen als Arbeitsmarktressource hoch im Kurs. Eine bessere Nutzung dieser Ressource benötigt jedoch zweierlei: individuelle Unterstützungsangebote für Frauen nach der Familienphase und die Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen für einen gelingenden Wiedereinstieg. Eines von vielen Projekten, das aktuell daran arbeitet, ist »Perspektive Wiedereinstieg (PWE) Göttingen« an der VHS Göttingen Osterode gGmbH.
Unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen der Lehrlinge und der Diversifizierung der Zielgruppen auf der einen Seite stehen eine Differenzierung der Anforderungen in den Ausbildungsberufen und im Arbeitsleben gegenüber. Einheitliche Modelle der Berufsausbildung oder eine einheitliche Organisation kann es von daher nicht (mehr) geben. Die Berufsbildungspolitik hat dieser Ausgangslage durch differenzierte Gestaltungskonzepte Rechnung getragen. Ergänzend notwendig sind Förderkonzepte, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen Rechnung tragen. Dazu zählen auch eine verbesserte Diagnostik und mehr Flexibilität der Berufsschulen.
In Deutschland werden ältere Menschen vom Arbeitsmarkt systematisch ausgeschlossen. Im Beitrag werden Lösungswege einer "Good-Practice" für eine adäquate Integrationsförderung der am Arbeitsmarkt am stärksten benachteiligten Zielgruppe aufgezeigt. Im Rahmen einer Initiative Perspektive 50plus "Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" wird in Nürnberg das Konzept der AktivFirma nach der Methode der Arbeitsfabrik erfolgreich erprobt. Erste Ergebnisse zeigen eine positive Bilanz. Neben dem direkten Übergang in eine Beschäftigung gibt es besondere Fortschritte im Bereich der sozialen Integration.
Das betriebliche und überbetriebliche Ausbildungspersonal sieht sich kontinuierlich mit modifizierten und neuen Anforderungen konfrontiert und bedarf professioneller Unterstützung. Die zwei vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) angebotenen Dienste Ausbilderförderung (AF) und Foraus.de beinhalten ausgewählte Hilfen zur Gestaltung der betrieblichen Ausbildung, bieten zusätzliche Lerngelegenheiten sowie die Chance zu einem tagesaktuellen Informations- und Erfahrungsaustausch. Der Beitrag gibt einen Überblick über das Leistungsangebot dieser Dienste und nennt zukünftige Themen und Schwerpunkte der Ausbilderförderung, die sich insbesondere auf die Gruppen der Ausbildungsverantwortlichen (auch im Sinne von Multiplikatoren) und Ausbildungspersonal ohne formale Kenntnisse und Abschlüsse richten sollen.
Zu den benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind alle diejenigen zu zählen, die ohne Berufsausbildung und -abschluss bleiben (mit Ausnahme der Behinderten). Ihre Ausbildung kann in betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und in beruflichen Schulen erfolgen. Anhand konkreter Vorschläge zur Flexibilisierung, Individualisierung, Binnendifferenzierung und Modularisierung wird eine neue, zusammenhängende, in sich schlüssige Konzeption zur Verbesserung der Benachteiligten-Ausbildung vorgestellt. Die Entwicklung eigener Ausbildungsgänge für besonders leistungsschwache Jugendliche wird abgelehnt. Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen soll immer auf die komplette Facharbeiter-, Gesellen- oder Fachangestelltenqualifikation abzielen. Die Wege dorthin müssen flexibel, stufenartig, differenziert und individualisiert gestaltet werden.
Das ehemalige Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft hat 1990 mit einem Qualifizierungsprogramm für das Personal der beruflichen Bildung in den ostdeutschen Bundesländern (Programm Personalqualifizierung Ost (PQO)) begonnen, dessen Förderung 1992 auf das Bundesinstitut für Berufsbildung übergegangen ist. Der Beitrag informiert über Ziele, Fördergrundsätze und Förderschwerpunkte des Programms PQO. Er gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand und die daraus abgeleiteten künftigen Entwickungslinien.
Der Beitrag befasst sich mit der Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen, die weder einen anerkannten Berufsabschluss erworben haben noch sich in einer Ausbildung befinden. Er nennt die Gründe für die Ausbildungslosigkeit, zeigt die Probleme dieser Personengruppen am Arbeitsmarkt auf und untersucht verschiedene Qualifizierungsstrategien. Dargestellt werden verschiedene Möglichkeiten des arbeitsbezogenen Lernens. Am Beispiel des Programmentwurfs "Arbeit und Berufsausbildung kombinieren" werden ausgewählte Kriterien für eine solche Qualifizierung erläutert. Abschließend wird auf ein Vorhaben des BIBB zur berufsbegleitenden Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen hingewiesen, das neben der fachlichen Betreuung von Modellversuchen auf die Förderung von nachgeholten Ausbildungsabschlüssen im Rahmen von Beschäftigung abzielt.
Berufliche Qualifizierung und Eingliederung Behinderter in qualifizierte Berufsarbeit und/oder Berufe stößt nach wie vor auf erhebliche Schwierigkeiten. Sie betreffen zunehmend auch das Vorfeld der Berufsausbildung - und hier insbesondere berufsvorbereitende bzw. berufsfördernde Maßnahmen. Schwierigkeiten bereiten vor allem die traditionellen Anpassungsfunktionen berufsfördernder Bildungsmaßnahmen. Sie können angesichts von beruflichen Qualifkationsentwicklungen und einem für Behinderte zunehmend "geschlossenen" Arbeitsmarkt kaum mehr als funktional angesehen werden. Dadurch erlangt insbesondere die strukturell-organisatorische und die methodisch-didaktische Qualität von Förderungsmaßnahmen eine hohe Bedeutung. Erste Hinweise auf die Qualität der Berufsförderung Behinderter geben Zwischenergebnisse aus einem Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, über die im Beitrag berichtet wird.
Die Werkstatt für Behinderte ist eine Einrichtung zur Eingliederung Behinderter in das Arbeitsleben. Sie bietet Behinderten einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Die Werkstatt für Behinderte stellt eine Arbeitswelt dar, die sowohl durch berufliche als auch durch soziale Rehabilitationsaufgaben bestimmt ist. Aus dieser Doppelfunktion ergibt sich häufig ein Zielkonflikt: Die Rehabilitationsmittel der Werkstatt, nämlich durch Arbeit, Tätigsein, Anleiten, Ausbilden zu rehabilitieren, überlagern das Rehabilitationsziel, die Eingliederung in die Gesellschaft. Der Beitrag skizziert die Situation, in der Rehabilitanden und Rehabilitationsfachkräfte in Werkstätten für Behinderte arbeiten und lernen, und entwickelt Forderungen für eine Verbesserung der Bedingungen in den Werkstätten.
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