Der niederländische Qualifikationsrahmen (NLQF) wurde 2011 als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) eingeführt. Im Januar 2025 wurde er gesetzlich verankert. Im Beitrag wird dargestellt, wie sich der NLQF auf die Stärkung der Transparenz von Qualifikationen, die Standardisierung und Steuerung in den formalen und nicht-formalen Bildungsbereichen und auf Initiativen zum lebenslangen Lernen auswirkt und wie sein Zukunftspotenzial in einer sich entwickelnden Bildungslandschaft einzuschätzen ist.
Die COVID-19-Pandemie wird als historischer Einschnitt und starke Verunsicherung wahrgenommen, insbesondere auch wegen der Folgewirkungen auf die Wirtschaftsdynamik und damit verbunden auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung des Zukunftshorizonts der Gesellschaft. Wie ist die biografische Perspektive davon betroffen? Wie verändern sich speziell die Zukunftsvorstellungen junger Menschen am Anfang des Berufslebens?
Vor welchen Herausforderungen steht die Berufsbildung und welcher bildungspolitische Handlungsbedarf ergibt sich daraus? Zu fünf Themen – Attraktivität der dualen Ausbildung, Passungsproblemen am Ausbildungsmarkt, Integration geflüchteter Menschen, Qualifizierung in der digitalen Wirtschaft und Berufsschulen als dualer Partner – hat die BWP-Redaktion Mitglieder des Ausschusses »Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung« der im Bundestag vertretenen Parteien um Statements gebeten. Sie bieten einen Überblick über unterschiedliche Schwerpunktsetzungen in den parteipolitischen Positionen und Programmen.
Vom 13. bis 15. März 2017 finden die 19. Hochschultage Berufliche Bildung statt. Gastgeber ist – nach 2002 zum zweiten Mal – das Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik der Universität zu Köln, das Fachvertreter/- innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis der Berufsbildung in die Metropole am Rhein einlädt. Im Interview geben die diesjährigen Ausrichter Einblicke in ein attraktives Programm.
Die Zahl der Flüchtlingskinder und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern nach Deutschland kommen, ist so hoch wie noch nie. Deren Betreuung und Beschulung stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen, die im Beitrag beschrieben werden. Eine sozialpädagogische Begleitung und Investitionen in passende Bildungs- und Unterstützungsangebote für junge Flüchtlinge scheinen vor diesem Hintergrund unabdingbar.
Die europäische Bildungszusammenarbeit hat die Phase einer folgenlosen Bildungsdiplomatie, in der Beschlüsse und Empfehlungen ohne Auswirkungen auf die nationale Bildungspolitik blieben, hinter sich gelassen. Ihre Wirkungen werden für die Gestaltung der Bildungspolitik in den EU-Mitgliedstaaten immer relevanter und müssen von allen Akteuren berücksichtigt werden. Dennoch ist ihre unmittelbare Wirksamkeit auf die spezifische Struktur der Bildungssysteme und die Inhalte von Bildung bis heute begrenzt. Der Beitrag skizziert die Genese und wesentlichen Entwicklungslinien der europäischen Bildungszusammenarbeit. Auch wenn die Globalisierung und Entwicklung europäischer Arbeitsmärkte ihre zentralen Antriebskräfte sind, hat sie zugleich in den vergangenen Jahren an Eigenständigkeit gewonnen.
Der demographische Wandel wird ab 2010 zu einem Nachwuchsmangel führen. Den geburtenstarken Jahrgängen folgen geburtenschwache Jahrgänge als Berufsanfänger. Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) hat die Folgen dieser Entwicklung für die Zukunft der Berufsausbildung gemeinsam mit Experten untersucht. Das Ergebnis sind Handlungsempfehlungen für eine gemeinsame Zukunftsstrategie von Betrieben, Berufsschulen sowie Auszubildenden und deren Eltern. In einem "Pakt" für berufliche Ausbildung sollten die Beteiligten enger zusammenarbeiten und dabei Ansätze finden, wie traditionelle Werte und Tugenden Gegenstand einer zukunftsorientierten Ausbildung sein können.
In Ostdeutschland bestehen nach wie vor beträchtliche Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Bund und ostdeutsche Länder stellten im Jahre 2005 erneut Mittel für 14.000 zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsplätze im Rahmen des Ausbildungsplatzprogramms Ost bereit. Hiermit soll Jugendlichen eine berufliche Zukunftsperspektive eröffnet und dem absehbaren Fachkräftemangel der ostdeutschen Betriebe entgegengewirkt werden. Ein optimaler Einsatz der Mittel muss sichergestellt werden. Ausbildungsabbrüche und Fehlqualifizierungen gilt es zu vermeiden. Der Beitrag zeigt, wie die Programmteilnehmenden selbst ihre Ausbildung beurteilen. Hieraus ergeben sich wichtige Hinweise für notwendige Verbesserungen des Programms. Die Daten resultieren aus einer Ende 2004 vom BIBB durchgeführten Befragung der Teilnehmenden im 2. Ausbildungsjahr des Ausbildungsplatzprogramms. Gefragt wurde, wie die Teilnehmer wichtige qualitätsrelevante Aspekte ihrer Ausbildung einschätzen, ob sie ihren Berufswunsch realisieren konnten, wie zufrieden sie mit der Ausbildung sind, welche Probleme auftraten, ob sie schon an Ausbildungsabbruch gedacht haben und inwieweit die Ausbildung eine "Warteschleife" war.
Prüfungen können Motor, Unterstützer, aber auch Bremser und Hemmschuh eienr Systementwicklung sein. In den letzten 30 Jahren haben Prüfungen für das Ausbilden in Berufen sowohl die eine wie die andere Rolle eingenommen. In der ersten Dekade noch ein zentrales Mittel zum Ausbau der Qualitätssicherung in der Berufsausbildung, gerieten sie in der Folgezeit zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Der sich rundum modernisierenden dualen Berufsausbildung stand eine sich wenig ändernde Prüfungspraxis gegenüber. In den letzten fünf Jahren ist Bewegung in dieses Feld gekommen. Innovationen bei Prüfungsformen und Prüfungsstrukturen haben den traditionellen Rahmen großenteils ausgereizt. Die bisher eingeleiteten Neuerungen im Prüfungswesen sind daher nicht Abschluss, sondern eher Ausgangspunkt für einen überfälligen Reformprozess." Der Beitrag gibt einen Überblick über bisher eingeleitete Innovationen in der Prüfungspraxis und skizziert abschließend Reformoptionen für die Zukunft (gestreckte Abschlussprüfung, prozessorientierte Prüfung, Verknüpfung von öffentlich-rechtlichen Prüfungen mit privatwirtschaftlicher Zertifizierung).
Bei der Frage, ob das duale Berufsbildungssystem noch eine Zukunft habe, gehen die Meinungen seit Jahren auseinander. Auf der einen Seite besteht im Ausland hohes Interesse an diesem Berufsbildungsmodell. Auf der anderen Seite wird das duale System in Deutschland kritisch diskutiert. Die einen fragen skeptisch, ob das duale System noch Bestand habe, andere sprechen sogar von einem Auslaufmodell. Die Autoren sehen die Berufsausbildung nicht in der Krise, sondern im Wandel, im Ausbau und unter bestimmten Reformnotwendigkeiten. Dazu verweisen sie auf die Ziele, die Neuerungen bei den Ausbildungsordnungen und Lehrplänen der beruflichen Schulen sowie die Modelle zur Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule.
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