Die Möglichkeit, fachliches und sprachliches Lernen in beruflichen Handlungssituationen zu verknüpfen, macht den Betrieb zu einem interessanten Lernort, stellt Ausbilder/-innen aber auch vor besondere Anforderungen. Eine systematische Sprachvermittlung kann im Betrieb nicht erfolgen. Das Ausbildungspersonal wirkt aber als sprachliches Vorbild und kann Auszubildende durch eine sprachsensible Haltung unterstützen. Aus der Sicht von betrieblichen Ausbilderinnen und Ausbildern werden im Beitrag Situationen beschrieben, in denen es immer wieder zu Schwierigkeiten und Missverständnissen kommt. Zusammen mit Erfahrungen aus dem Stützunterricht Deutsch werden diese reflektiert, um daraus Anregungen für einen förderlichen Umgang mit Sprache im Betrieb zu abzuleiten.
Nicht alle jungen Leute, die eine Ausbildung beginnen bzw. beginnen wollen, sprechen so gut Deutsch, dass sie die damit verbundenen sprachlichen und kommunikativen Anforderungen bewältigen können. Wie ein BIBB-Forschungsprojekt zur Bedeutung des Migrationshintergrunds in der Ausbildung zeigt, ist das Ausbildungspersonal auf Schwierigkeiten, die sich daraus im betrieblichen Alltag ergeben können, in der Regel nicht vorbereitet. Damit sprachlich-kommunikative Fähigkeiten auch am Lernort Betrieb gefördert werden können, sollte das Ausbildungspersonal dafür sensibilisiert und qualifiziert werden.
Multinationale Unternehmen wählen Englisch als Unternehmenssprache, weil sie davon ausgehen, dass dieses als Lingua Franca die Kommunikation über sprachliche und kulturelle Differenzen hinweg erleichtere. Allerdings unterscheiden sich in interkulturellen Teams die Erwartungen an Kommunikation: so können alltägliche Äußerungen wie Bitten oder Rückfragen bereits als unhöflich verstanden werden, wenn muttersprachliche Muster des Bittens oder Fragens in die Fremdsprache übertragen werden. Mehrsprachige Teams stehen damit vor sprachlichen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, wenn eine effiziente Zusammenarbeit und Kommunikation möglich sein soll. Im Beitrag werden anhand eines Fallbeispiels mögliche Probleme in der Lingua-Franca-Kommunikation sowie Lösungsstrategien skizziert. Hierbei werden beobachtbare Sprachpraxis sowie Einschätzungen der Teammitglieder gegenübergestellt und die Rolle der Sprachpolitik des Unternehmens herausgestellt.
Seit der Gründung der Initiative "Diversity als Chance. Die Charta der Vielfalt der Unternehmen in Deutschland" im Dezember 2006 haben sich ihr 500 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen angeschlossen, darunter auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die "Charta der Vielfalt" ist eine Unternehmensinititiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration initiiert.
Wie das Miteinander in alters- und ethnisch gemischten Teams gefördert werden kann, war Gegenstand einer qualitativen Studie, die am DJI durchgeführt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass neben betriebsstrukturellen Maßnahmen interkulturell erfahrenen Nachwuchskräften in diesem Prozess eine große Bedeutung zukommt. Sie stellen ein Arbeitskräftepotenzial dar, das geeignet ist, die Kooperationsfähigkeit und Problemlösungskompetenz in interkulturell zusammengesetzten Belegschaften unterschiedlichen Alters zu fördern.
Globalisierungsprozesse bergen Chancen und Risiken für die ökologische, soziale und ökonomische Entwicklung. Sie ermöglichen einerseits Begegnung und Austausch zwischen den Kulturen. Andererseits sind menschenverursachte Klimaveränderungen mit existenziellen globalen Auswirkungen mittlerweile anerkannt und fordern rasches Gegensteuern, um die Lebensgrundlagen zu bewahren. Damit in Verbindung stehen Auseinandersetzungen um begrenzte Ressourcen; Elementarbedürfnisse vieler Menschen können nicht befriedigt werden, Migrationsprozesse nehmen an Bedeutung zu. Zukunftsgestaltung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfordert das Handeln aller - sowohl beruflich als auch privat. Das hier vorgestellte Projekt untersucht exemplarisch, welche Herausforderungen sich daraus für die Berufsarbeit und die Berufsbildungspraxis ergeben und identifiziert hierfür förderliche Forschungs- und Entwicklungsaufgaben.
Die Vielfalt der Kulturen sind auch im Berufsschulalltag vielfältige Herausforderungen für Schüler und Lehrer. Im Beitrag werden drei interkulturelle Trainings vorgestellt, Einblicke in die jeweiligen Evaluationen gegeben und ihre Einsetzbarkeit in Berufsschulen diskutiert. Der abschließende Ausblick auf neue Wege der Umsetzung interkultureller Trainings in Berufsschulen behandelt folgende Leitthemen: Möglichkeiten der Förderung interkultureller Kompetenzen der Lehrkräfte, die Entwicklung der Basiskompetenz Reflexionsfähigkeit und die Ermöglichung der Thematisierung dieser Kompetenzen im Unterricht.
Bei einer anhaltend hohen Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent bei Ausländern ist dieser Personenkreis in besonderer Weise auf berufliche Qualifizierung angewiesen. Bisher ist wenig bekannt über Faktoren, die für die Integration von Migranten in berufliche Weiterbildung förderlich oder hinderlich sind. In einem Forschungsprojekt untersucht das BIBB deshalb, welche speziellen Anforderungen an Trainer in der beruflichen Weiterbildung gestellt werden, wenn ihre Lerngruppen national gemischt sind und welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie benötigen, um damit angemessen umgehen zu können. Mit den Projektergebnissen könnte die Grundlage zur Erarbeitung einer Zusatzqualifikation für das Lehrpersonal in der beruflichen Weiterbildung gemischter Lerngruppen gelegt werden.
Trotz der vielfältigen Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten sind ihre Zugänge zu Angeboten der beruflichen Qualifizierung in Deutschland wesentlich niedriger als die der Personen ohne Migrationshintergrund. Die "Initiativstelle Berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten" (IBQM) im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) initiiert und begleitet neue Beratungsnetzwerke, Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die berufliche Qualifizierung von Migranten und vernetzt sie mit bereits bestehenden Netzwerken und Initiativen. Der Beitrag beschreibt die Ziele und Aufgaben der Initiativstelle (IBQM) und die Aktivitäten in den Handlungsfeldern (Lokale und regionale Netzwerke, Ausbildungsvorbereitung und außerbetriebliche Berufsausbildung/ABH, Betriebliche Berufsausbildung, Weiterbildung, Erhöhung der Ausbildungsanteile im öffentlichen Dienst, interkulturelles Lernen).
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