Innovationen in der beruflichen Bildung, die im Rahmen der Digitalisierung in Schule und Betrieb erfolgen, drohen letztendlich zu scheitern, wenn sie nicht auch im Prüfungssystem abgebildet werden. In diesem Sinne befasst sich der Beitrag mit der Konzeption eines prozess- und stakeholderorientierten Prüfungsmodells für die berufliche Bildung zur Organisation und Durchführung von Prüfungen sowohl für Zwischen- und Abschlussprüfungen (Prüfungen auf zentraler Ebene) als auch für betriebliche und schulische Lernerfolgskontrollen (dezentrale Ebene). Die Potenziale digitaler kaufmännischer Zwischen- und Abschlussprüfungen mit der LUCA Office Simulation werden anhand eines Umsetzungsbeispiels skizziert. Im Ausblick wird reflektiert, welche Aspekte die Potenziale des digitalen Prüfens in der beruflichen Bildung aktuell noch einschränken.
Mit der zunehmenden Outcome-Orientierung im Bildungssystem rücken auch der Wert von Weiterbildung und damit Methoden und Verfahren ins Zentrum der Diskussion, die es ermöglichen, Lernerfolge zu messen und zu bewerten. Im Beitrag wird erörtert, wie Lernerfolgsanalysen konzipiert werden können und welche Messmethoden und Instrumente im Weiterbildungskontext dafür praktikabel sind. Abschließend folgt ein Ausblick auf die ökonomische Bewertung von Lernerfolgen.
Rezension zu: Wer bestimmt den Lernerfolg? Leistungsbearteilung in projektorientierten Lernarrangements / Frank Elster, Zorana Dippl, Gerhard Zimmer (Hrsg.)
Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema, ob und inwieweit Aspekte mündlicher Kommunikation, die im Berufsalltag von Technischen Zeichnern relevant sind, in beruflichen Prüfungen und Lernerfolgskontrollen berücksichtigt werden können und sollen. Aufgrund neuer Erkenntnisse wird die Frage nach der Berechtigung einer mündlichen Teilprüfung bzw. mündlichen Lernerfolgskontrolle für Technische Zeichner kritisch erörtert. Es wird nahegelegt, die Diskussion über eine mündliche Prüfung nicht abzuschließen. Im einzelnen werden die notwendigen kommunikativen Arbeitsbeziehungen innerhalb und außerhalb des Zeichen- und Konstruktionsbüros aufgezeigt. Welche Relevanz die Kommunikation für den Ausbildungsprozess besitzt, wird exemplarisch anhand von Lernzielen aus der Verordnung erläutert, die direkt oder indirekt auf mündliche Kompetenz hinweisen.
Der Beitrag behandelt Funktionen und Ziele der Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung, beschreibt Instrumente und Verfahren, zugrunde gelegte Qualitätskriterien und Zertifizierungsinhalte sowie bisherige Erfahrungen mit den verschiedenen Ansätzen. Analysiert werden im einzelnen die Stärken und Schwächen von Gütesiegelverbünden sowie die Stärken und Schwächen der ISO-Zertifizierung. Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich die ISO- Zertifizierung auf verbindliche Verfahren der Überprüfung konzentriert und die Diskussion inhaltlicher Qualitätskriterien vernachlässigt, während sich die Gütesiegelverbünde auf die Entwicklung inhaltlicher Qualitätskriterien konzentrieren und den Einsatz verbindlicher Kontrollverfahren vernachlässigen. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz, zur Professionalisierung des Bildungspersonals, zum Ausbau der Selbstkontrolle und zur externen Kontrolle beruflicher Weiterbildung.
Betriebe sind in Deutschland die quantitativ bedeutsamsten Träger beruflicher Weiterbildung. Um mehr über diesen wichtigen Weiterbildungssektor zu erfahren, wurde Infratest Sozialforschung vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft mit der Untersuchung 'Betriebliche Weiterbildung' beauftragt, die 1994 abgeschlossen wurde. Der Beitrag behandelt drei inhaltliche Schwerpunkte: Aspekte der Bedarfsermittlung und Planung betrieblicher Weiterbildung, Zusammenhänge zwischen arbeitsplatzbezogenen Rahmenbedingungen und der Weiterbildungsteilnahme sowie Ansätze zur Erfolgsbeurteilung und Qualitätskontrolle betrieblicher Weiterbildung. Abschließend werden Trends der betrieblichen Weiterbildung skizziert.
In dem Beitrag werden die Grundlagen der Qualitätssicherung von Weiterbildungsmaßnahmen und die Kernpunkte der Förderungspraxis skizziert. Seit Inkrafttreten des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) hat die Qualitätssicherung drei Entwicklungsphasen durchlaufen: In der ersten Phase (1969-1975) erfolgte Qualitätssetzung und -sicherung der AFG-geförderten Weiterbildung vor allem über die Professionalisierung, die durch die Abschlüsse angestrebt wurde. In der zweiten Phase (1976-1989) wurde zum einen ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelter Begutachtungskatalog eingesetzt, zum anderen wurden von der Bundesanstalt für Arbeit 1989 Qualitätsstandards für die Fortbildung und Umschulung (FuU-Qualitätsstandards) verabschiedet, die ein umfassendes Qualitätsförderungs- und -sicherungskonzept repräsentieren. Die dritte Entwicklungsphase der Qualitätssicherung ist im wesentlichen geprägt von administrativen Maßnahmen mit dem Ziel einer Marktbereinigung, d.h. das bisherige Qualitätskonzept wurde ausgestaltet und durch zahlreiche Einzelregelungen ergänzt. Abschließend werden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungsinstrumentariums anhand der bisherigen AFG-Standards und internationaler Normen diskutiert und konkrete Vorschläge zur künftigen Qualitätssicherung entwickelt.
Wachsende Aufwendungen für Weiterbildung und aktive Arbeitsmarktpolitik begründen ein zunehmendes Interesse an Ansätzen zur Evaluierung der Effektivität entsprechender Programme. Der Beitrag untersucht die Ziele von Weiterbildung und geht auf die Problematik der Kosten und Erträge von Weiterbildungsmaßnahmen ein. Die Ziele sind Bezugspunkt einer Evaluierung von Weiterbildung, denn nur über die konkreten Ziele läßt sich die Effektivität eines Weiterbildungsprogramms bestimmen. Als zweiter Punkt werden die Kosten dem Nutzen eines Programms gegenübergestellt. Im letzten Teil des Beitrags wird über Evaluierungsstudien für Weiterbildungsprogramme aus den USA berichtet, die dem engeren Konzept einer Kosten-Nutzen-Analyse folgen.
Im Beitrag werden die wichtigsten Entwicklungen besprochen, die sich in den letzten zehn Jahren im niederländischen Lehrlingswesen für Jugendliche und in dessen Umfeld vollzogen haben. Dabei unterscheiden die Autoren parallel zu drei Zeitabschnitten, Beginn, Mitte und Ende der 80er Jahre, einige inhaltliche Probleme und Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme. Ihre Darstellung bezieht sich insbesondere auf Veränderungen, die im Verlauf des Jahrzehnts im Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach Lehrstellen im Lehrlingswesen eingetreten sind oder eintreten sollten.
Die Problematik ,,Lernerfolgskontrollen in der betrieblichen Ausbildung'' wurde aufgegriffen, da es künftig auch in den neuen Ländern der einzelbetrieblichen Entscheidung überlassen bleibt, ob, wie und wie oft der Lernfortschritt der Auszubildenden in der betrieblichen Ausbildung ermittelt wird. Entsprechende Verpflichtungen, wie sie in der DDR durch das Berücksichtigen der Vorleistungen (Vorzensur) bei Abschlußprüfungen und mit der Führung der Lehrlingsbegleitmappe erwuchsen, sind bei der Ausbildung nach BBiG/HwO und auf der Grundlage der Ausbildungsordnungen nicht mehr gegeben. Die sich daraus ergebende veränderte Problemlage des Ausbildungspersonals und Untersuchungsergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbildung, die die Problematik der Lernerfolgskontrollen tangieren, sind der Anlaß, um im folgenden einige Denkanstöße zu Lernerfolgskontrollen allgemein, zur Ermittlung von berufsübergreifenden Qualifikationen und zur Zwischenprüfung zu geben. Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich vor allem um die in vielfältigen Modellversuchen erprobten neuen Lernmethoden, deren Anwendung insbesondere auch auf die Entwicklung berufsübergreifender Qualifikationen abzielt, und um Erkenntnisse zur Zwischenprüfung.
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