Im Beitrag werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die berufliche Weiterbildung in Italien – insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Microlearning und Microcredentials – untersucht. Vorgestellt werden Ergebnisse einer Unternehmensbefragung, die Aufschluss darüber geben, wie verbreitet Microlearning ist und wie Unternehmen und Beschäftigte den Einsatz von Microlearning bewerten. Abschließend wird die Integration von Mikrozertifikaten in das italienische Qualifikationssystem erörtert. Der Fokus liegt hierbei auf den regulatorischen Fortschritten, die in Italien bei der Anpassung von Mikrozertifikaten an europäische Standards erzielt wurden.
Zum 1. August 2022 treten die Verordnungen der Ausbildungsberufe Binnenschiffer/- in mit den Schwerpunkten Frachtschifffahrt und Personenschifffahrt sowie Binnenschifffahrtskapitän/-in in Kraft. Bei der Erarbeitung der Ausbildungsinhalte und Prüfungsanforderungen waren teilweise neue EU-Richtlinien zu berücksichtigen. Der Beitrag beschreibt die Herausforderungen, die bei der Entwicklung der beiden Ausbildungsordnungen zu bewältigen waren und welche Lösungen gefunden wurden, um nationale mit europäischen Standards in Einklang zu bringen.
Die internationale Mobilität von Lernenden in der beruflichen Bildung hat immer wieder Konjunktur in der politischen Diskussion. In Deutschland gibt es dabei sowohl aus der Politik als auch von den Sozialpartnern und Verbänden uneingeschränkte Unterstützung für den Ausbau der Mobilität in der beruflichen Bildung. In den vergangenen Dekaden hat sich die Mobilität in der beruflichen Bildung zu einem zentralen Handlungsfeld der europäischen Bildungspolitik entwickelt.
Der Beitrag erläutert diese Entwicklung, stellt die veränderten Förderstrategien und ihre Wirkungen vor und schildert ihre Einbettung in politische Diskurse. Zudem wird auf ein neues Narrativ hingewiesen, das sich mit der Krise der europäischen Integration entwickelt hat: Mobilität fördert persönliche Kompetenzen und Europäische Bürgerschaft.
Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt »BBVET – Boosting business integration through joint VET« entwickeln und erproben fünf Partnerländer unter den Bedingungen unterschiedlicher europäischer Berufsbildungssysteme ein strukturell, curricular und didaktisch verzahntes Ausbildungsjahr in zwei Bildungsgängen. Im Beitrag werden das jeweilige Vorgehen sowie Fragen der Vergleichbarkeit von Ausbildungsniveaus und -zeiten, aber auch der Einbeziehung der verantwortlichen Akteure als Herausforderungen für eine grenzüberschreitende Fachkräftequalifizierung dargestellt.
In der Dezembersitzung des Hauptausschusses standen neben der Lage auf dem Ausbildungsmarkt Themen der europäischen Berufsbildungspolitik im Mittelpunkt der Beratungen. Auf Einladung des Hauptausschusses nahm Direktor Dr. Detlef Eckert, Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration, an der Sitzung teil. Außerdem wurden vom Hauptausschuss zum Thema »Duales Studium« Anregungen an den Akkreditierungsrat beschlossen, die sich auf eine Überarbeitung der »Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung« beziehen.
Seit dem 1. Juli ist die Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung in Kraft. Damit wurden Rahmenbedingungen unabhängig von einer Förderung durch den Europäischen Sozialfonds geschaffen. Die berufsbezogene Sprachförderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales dient dem fortgeschrittenen Spracherwerb im Anschluss an die Integrationskurse nach Aufenthaltsgesetz und soll dazu beitragen, die Chancen von neu Zugewanderten auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Wie dies gelingen kann und welche weiteren Schritte erforderlich sind, erläutert die Leiterin der IQ-Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch.
In vielen Regionen Deutschlands fehlt zunehmend Fachkräftenachwuchs. Gleichzeitig ist die Jugendarbeitslosigkeit in südeuropäischen Staaten sehr hoch. Zur Abmilderung dieser Situation wurden bereits vor einigen Jahren Programme vorbereitet, die jungen Menschen aus diesen EU-Regionen eine Berufsausbildung in Deutschland ermöglichen und somit eine berufliche Zukunft bieten sollten. Im Beitrag wird über Erfahrungen und Lehren aus einem von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) geförderten Begleitprojekt zur Integration junger Spanier/-innen berichtet, die 2013 nach Thüringen kamen.
Der Wunsch, nach Abschluss der Schule eine berufliche Ausbildung zu beginnen, führt rund ein Drittel der Jugendlichen in das sogenannte Übergangssystem, das mittlerweile zu einem festen Bestandteil des bundesdeutschen Berufsbildungssystems geworden ist. Doch statt Übergänge in berufliche Bildungsgänge und damit mittelfristig Voraussetzungen für die gesellschaftliche und soziale Integration junger Menschen zu schaffen, wird im Übergangssystem teilweise das fortgeführt, was in den sozial selektiv wirkenden vorgelagerten Bildungsbereichen begründet wurde. Eine Ursache dieser 'Creaming out'-Effekte ist unter anderem im stark am Berufsprinzip orientierten dualen Ausbildungssystem zu sehen. Der Positionsbeitrag setzt sich auf der Grundlage aktueller Befunde und Zahlen kritisch mit den strukturellen Hintergründen und Zusammenhängen dieser Entwicklung auseinander und beleuchtet mögliche Flexibilisierungsansätze im Kontext europäischer Entwicklungen.
Aktuelle Entwicklungen und Befunde zur Qualitätssicherung und -entwicklung dokumentieren die Beiträge im Themenschwerpunkt dieser Ausgabe. Dabei richtet sich der Blick auf unterschiedliche Ebenen: Auf Systemebene ist u.a. die im Juni 2009 von EU-Parlament und Rat verabschiedete Empfehlung zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für Qualitätssicherung von Bedeutung. Inhalt und Zielsetzung der Empfehlung werden vorgestellt und Umsetzungsperspektiven in Deutschland aufgezeigt. Bei den im Heft präsentierten Befunden zu Qualitätsentwicklungsbemühungen auf der Ebene der Lernorte (Betrieben und Bildungseinrichtungen) oder bei der Qualifizierung des Bildungspersonals werden verschiedene Aspekte der Struktur-, Prozess- und Outputqualität beleuchtet. BIBB-Präsident Manfred Kremer betont in seinem einleitenden Kommentar, dass die Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung breit verankert ist. Gleichwohl fehle es an systematischen Qualitätsentwicklungsansätzen. Die Verständigung auf gemeinsame Standards, wie sie durch den Europäischen Referenzrahmen angeregt werden, sieht er als Chance, die Berufsbildung national wie international kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu profilieren Die Ausgabe enthält weitere Beiträge, u. a. zum DGB-Entwurf zur Qualitätssicherung in der beruflichen Aufstiegsfortbildung, zur beruflichen Integration von Lehrkräften aus den GUS-Staaten sowie zur Fortbildung von Lehrkräften an beruflichen Schulen.
Rezension zu: Europäische Herausforderungen und Potenziale der Qualifikationsforschung in der beruflichen Bildung / Günter Pätzold, Anne Busian, Julia von der Burg
The documents made publicly accessible on this website, including associated data such as images, graphics and multimedia files, are protected by copyright. The respective authors are responsible for content. Individual reproductions such as copies and print-outs may only be made for private and other personal use (§ 53 German Copyright Law, UrhG). The legally permitted uses for teaching, science and institutions (§§ 60a ff. UrhG), in particular for the purpose of non-commercial scientific research, remain unaffected by this. In addition, reproduction, distribution and making available to the public are only permitted with the express permission of the publisher and with a reference to the source. This applies in particular in respect of reproduction and archiving of documents on electronic data media or on another server. Users themselves are responsible for compliance with legal stipulations and may be held liable in the event of misuse.